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TITEL, ZUSAMMENFASSUNGEN, AUTOREN UND
SCHLÜSSELWÖRTER DER BEITRÄGE AB AUSGABE 1/2010 |
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Der DGB-Index Gute Arbeit und seine Kritiker Zur Ableitung bedingungsbezogener Aussagen mit dem DGB-Index Gute Arbeit Zum wissenschaftlichen und politischen Anspruch des DGB-Indexes Gute Arbeit Zukunftsfähige Arbeit als Herausforderung: Situationsanalyse und Anforderungen an eine Definition
Gründung der Sektion „Arbeitswissenschaften“ an der Technischen
Universität Dresden (Völker 1969) |
| 2/2010 |
Effizienzsteigerung durch die Bewegungsanalyse und -modellierung
der Mensch-Roboter-Kooperationen Funktionale Analyse und Modellierung der zielgerichteten Armbewegung Feldmesssystem CUELA zur Langzeiterfassung und -analyse von Bewegungen an Arbeitsplätzen |
| 3/2010 |
Altersheterogenität und Gruppeneffektivität – Die moderierende Rolle des Teamklimas Berufsaltersbedingte Veränderungen im Umgang mit belastenden Unterrichtsepisoden |
| 4/2010 |
Menschliche Statur, Gesundheit und Arbeitsplatzgestaltung. Ein ethisches
Dilemma Berücksichtigung der Haltung des Oberkörpers bei der Beurteilung von Ganzkörper-Schwingungen Deutschsprachige Fragebögen zur Usability-Evaluation im Vergleich Die Hierarchische Aufgabenanalyse im Babel interdisziplinärer Softwareentwicklungsprojekte Ist die Wirkung lernförderlich gestalteter Arbeitsaufgaben altersabhängig?
Arbeitszeit für die alternde Belegschaft - “Lessons learned“ aus dem
Forschungsprojekt KRONOS |
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Autor: Tatjana Fuchs Der DGB-Index Gute Arbeit und seine Kritiker Autoren: Arno Georg, Uwe Dechmann und Gerd Peter Autoren: Yasmin Fahimi, Holger Kloft, Klaus Pickshaus und Hans-Joachim Schulz Zur Ableitung bedingungsbezogener Aussagen mit dem DGB-Index Gute Arbeit Autoren: Stephan Sandrock und Sascha Stowasser Autor: Norbert Breutmann Zum wissenschaftlichen und politischen Anspruch des DGB-Indexes Gute Arbeit Autoren: Karl Ulrich Lippoth und Manfred Schweres Zukunftsfähige Arbeit als Herausforderung: Situationsanalyse und Anforderungen an eine Definition Autor: Klaus J. Zink Schlüsselwörter: Megatrends, zukunftsfähige Arbeit, Gestaltungskonzepte, Handlungsbedarf Zusammenfassung Veränderte Rahmenbedingungen vielfältiger Art werden die Bedingungen für Arbeit immer wieder verändern. Dabei stellt sich – auch unter normativen Aspekten – die eher rhetorische Frage, ob und inwiefern diese Veränderungen als „zwanghaft“ (z. B. als Folge der sog. Globalisierung) akzeptiert werden, oder ob die Anforderungen an eine „zukunftsfähige“ Arbeit als Grundlage für Gestaltungskonzepte explizit zu formulieren sind. Im folgenden Beitrag werden zunächst die internationalen Megatrends aufgearbeitet, um dann zu einer definitorischen Grundlage für die Zukunftsfähigkeit von Arbeit zu kommen. Dies erfordert sowohl eine Auseinandersetzung mit dem Begriff „Zukunftsfähigkeit“ als auch mit dem Verständnis von „Arbeit“. Praktische Relevanz Die Veränderung der Rahmenbedingungen für Arbeit, aber auch der Arbeitsformen erfordert eine Diskussion, ob diese Entwicklung als „gegeben“ hingenommen werden muss, oder ob Politik, Tarifparteien und Wissenschaft sich diesen Herausforderungen nicht gemeinsam stellen müssen. Dieser Beitrag liefert eine Grundlage für eine offensive Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Gründung der Sektion „Arbeitswissenschaften“ an der Technischen Universität Dresden (Völker 1969)
Autor:
Manfred Schweres |
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Effizienzsteigerung durch die Bewegungsanalyse und -modellierung der Mensch-Roboter-Kooperationen Autor: Dino Bortot, Hao Ding, Fabian Günzkofer, Dominik Stengel,. Klaus Bengler, Frank Schiller, Olaf Stursberg3 Schlüsselwörter: Bewegungserfassung, Bewegungsmodellierung, Mensch-Roboter-Kooperation, Effizienz, Sicherheit Zusammenfassung Um die Mensch-Roboter-Kooperationen nicht nur sicher, sondern auch effizient zu gestalten, sollen Modelle über das menschliche Bewegungsverhalten in die Robotersteuerung integriert werden. Diese sollen den weiteren Verlauf einer Bewegung des Nutzers prädizieren und somit dazu führen, dass bei der Planung der Trajektorien für den Roboter ein ausreichend sicherer Abstand zwischen den beiden Interaktionspartnern gewährleistet wird, indem der voraussichtlich durch den Menschen belegte Raum berücksichtigt wird. Zur Erstellung der Modelle müssen typische Bewegungen des Menschen erfasst und in der Folge analysiert werden. Praktische Relevanz Mensch-Roboter-Kooperationen zeichnen sich dadurch aus, dass sich die beiden Kooperationspartner gegenseitig ergänzen und Schwächen des einen Partners durch entsprechende Stärken des zweiten Partners ausgeglichen werden. Beispielsweise lässt sich durch die Übernahme eines Lastgewichts durch einen Roboter und eine damit einhergehende Entlastung des Mitarbeiters die Ergonomie des Arbeitsplatzes deutlich verbessern. Gleichzeitig lässt sich über die kooperative Interaktion die Effizienz des Gesamtsystems steigern. Funktionale Analyse und Modellierung der zielgerichteten Armbewegung Autor: Thomas Alexander Schlüsselwörter: Digitale Menschmodelle, Funktionale Datenanalyse, Bewegungsmodellierung, Bewegungsvarianz, Fitts‘ Law Zusammenfassung In der Arbeitsplatzgestaltung werden heute digitale Menschmodelle eingesetzt, die zwar Körpermaße und –haltungen weitgehend valide abbilden, jedoch Haltungsänderungen oder Bewegungsvarianzen nur unzureichend berücksichtigen. Auf der Basis empirischer Bewegungsdaten aus Motion-Capture Experimenten wird ein alternativer Ansatz abgeleitet, der Verfahren der funktionalen Datenanalyse (FDA) zur Beschreibung und Modellierung des zentralen Trends und der Varianz von Bewegungen einsetzt. Der Ansatz wird exemplarisch für zielgerichtete Armbewegungen an einem Konsolenarbeitsplatz einer Leitwarte eingesetzt. Praktische Relevanz Bei der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung gilt es, neben den Körpermaßen und ‑haltungen auch Bewegungen zu berücksichtigen. Diese sind aufgrund der Vielzahl an Freiheitsgraden des kinematischen Systems und der vielen Parameter der beteiligten Komponenten des Bewegungsapparats durch große Streuung und Varianz charakterisiert. Ziel ist, dem Arbeitsplatzgestalter durch den geschilderten Ansatz eine Möglichkeit und ein Werkzeug zu bieten, die Bewegung und ihre Varianz bei der Arbeitsplatzgestaltung einzubeziehen. Autor: Olaf Sabbah, Heiner Bubb, Klaus Bengler Schlüsselwörter: Bewegungserfassung, Bewegungsmodellierung, Bewegungsstrategien, Digitale Menschmodelle, Inverse Dynamik, Dynamischer Diskomfort, Ein- und Ausstieg Zusammenfassung In diesem Artikel wird ein Überblick über die Forschungsansätze zur Modellierung menschlicher Bewegungen am Beispiel der Ein- und Ausstiegsbewegungen bei Automobilen beschrieben. Dazu werden zunächst die abgeleiteten Bewegungsstrategien insbesondere bei Ein- und Ausstiegsvorgängen erläutert, um anschließend aufkommende Gelenkwinkel und -kräfte zu bestimmen. Hierbei wird der Ansatz der Krafthaltungsmodellierung zur Diskomfortbestimmung verfolgt, um menschliche Bewegungen vorhersagen zu können. Praktische Relevanz Die Anwendung von digitalen Menschmodellen in einer frühen Produktentwicklungsphase zur Darstellung ergonomischer Anforderung ist bereits weit verbreitet. Bisher beschränken sich die Anwendungen allerdings meist auf statische Untersuchungen, wie Sitzhaltungsuntersuchungen oder Erreichbarkeiten. Die Weiterentwicklung von menschlichen Bewegungsmodellen bietet hierzu die Möglichkeit, menschliche Dynamik mit zu berücksichtigen. Aufbauend auf den Erkenntnissen der getätigten Ein- und Ausstiegsuntersuchungen wurde ein Prototyp eines mechatronischen Unterstützungssystems für den Ein- und Ausstieg entwickelt und evaluiert. Feldmesssystem CUELA zur Langzeiterfassung und -analyse von Bewegungen an Arbeitsplätzen Autor: Rolf Ellegast, Ingo Hermanns und Christoph Schiefer Schlüsselwörter: CUELA-Messsystem, physische Belastungen, Feldeinsatz, Belastungsprofile von Arbeitsschichten, Bewegungsanalyse Zusammenfassung Die mobile Erfassung und Bewertung physischer Arbeitsbelastung an Arbeitsplätzen ist notwendig, um Risiken für arbeitsbezogene Muskel-Skelett-Erkrankungen einschätzen zu können. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) und die Präventionsdienste der Unfallversicherungsträger setzen seit mehreren Jahren das Messsystem CUELA (Computer unterstützte Erfassung und Langzeit-Analyse von Belastungen des Muskel- Skelettsystems) direkt an Arbeitsplätzen ein, um Profile der physischen Arbeitsbelastung über eine Arbeitsschicht auch bei komplexen Arbeitsvorgängen zu erfassen. Das Erkennen von Belastungsschwerpunkten im Arbeitsprozess sowie die genaue Quantifizierung der belastungsreduzierenden Wirkung von ergonomischen Arbeitsgestaltungsmaßnahmen sind durch die Analyse der CUELA-Messdaten einfach möglich. Der Artikel gibt eine Übersicht zum aktuellen technischen Stand des Messsystems. Die Anwendung am Arbeitsplatz wird anhand von Beispielen verdeutlicht. Praktische Relevanz Arbeitsbedingte Muskel-Skeletterkrankungen (MSE) verursachen hohe direkte (Kosten der Krankheitsbehandlung) und indirekten Kosten (Produktivitätsausfall durch Arbeitsunfähigkeit) und sie führen seit Jahren die Statistiken der Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) nach Diagnosegruppen an. Die genaue Kenntnis von arbeitsbezogenen Risikofaktoren ist für eine zielgerichtete Prävention notwendig. In diesem Zusammenhang sind Messungen physischer Belastungsfaktoren unerlässlich. Autor: Hamed Salmanzadeh, Marianela Diaz Meyer, Verena Bopp, Kurt Landau, Ralph Bruder Schlüsselwörter: Delikate Objekte, Scharfkantigkeit, Clipsverbindung, Fügekraft, Fügezeit, EMG Zusammenfassung Diese Studie befasst sich mit der Untersuchung des Einflusses der Kontaktbedingungen der Clipsverbindungen, insbesondere bei einer scharfkantigen Kopfform, auf die Fügezeit, das Oberflächen-Elektromyogramm der Schulter-Arm-Hand-Muskulatur und die subjektiv empfundene Beanspruchung der Haut am Daumen der fügenden Hand. Zwei Parameter, nämlich die Fügekraft (20 N und 70 N) und die Scharfkantigkeit (glatt und scharfkantig), wurden variiert. Insgesamt nahmen an den Versuchen 12 männliche rechtshändige Probanden im Alter von 20 bis 30 Jahre teil. Die statistische Auswertung zeigte, dass die Fügezeit für scharfkantige Clipsverbindungen länger als für glatte ist. Das Einfügen des Clips mit scharfkantiger Oberfläche wurde am Daumen unangenehmer empfunden und war mit größeren tatsächlichen Fügekräften sowie mit steigender muskulärer Beanspruchung der Thenarmuskulatur beim Fügevorgang verbunden. Praktische Relevanz Die Betrachtung der Clipsarbeit aus zeitökonomischer und arbeitsphysiologiescher Sicht soll Gestaltungshinweise zur Verbesserung der Produktivität und zum Erhalt der Gesundheit liefern. Autor: Peter Haase-Rieger |
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Altersheterogenität und Gruppeneffektivität – Die moderierende Rolle des Teamklimas Autor: Birgit Claudia Ries, Stefan Diestel, Jürgen Wegge, Klaus-Helmut Schmidt Schlüsselwörter: Demografischer Wandel, Altersheterogenität, Gruppeneffektivität, Innovation, Burnout, Teamklima Zusammenfassung ltersheterogenität in Arbeitsgruppen löst nach der Theorie der sozialen Kategorisierung effektivitätsbeeinträchtigende Prozesse aus; Modelle der Informationsverarbeitung in Gruppen lassen dagegen positive Effekte erwarten. Empirische Studien liefern für beide Theorien Belege und lassen potenzielle Moderatoren der Beziehung zwischen Altersheterogenität und Gruppeneffektivität vermuten. Auf Grund der theoretisch angenommenen Prozesse, die durch zunehmende Altersheterogenität in Gruppen ausgelöst werden, dürfte das Teamklima einen solchen Moderatoreffekt ausüben. Die vorliegende Studie untersucht daher, ob das Teamklima den Zusammenhang zwischen Altersheterogenität und Gruppeneffektivität (operationalisiert über Innovationsleistungen aus zwei Beurteilungsquellen und Burnout) moderiert. Teilnehmer der Untersuchung waren 410 Mitarbeiter einer Landesverwaltung. Auf Ebene der Arbeitsgruppen (N=66) durchgeführte Regressionsanalysen bestätigen die Hypothese: In Gruppen mit einem guten Teamklima führt zunehmende Altersheterogenität zu einer Steigerung der Innovation sowie einem Abfall von Burnout, während die Zusammenhänge in Gruppen mit einem schlechten Teamklima entgegengesetzt ausfallen. Praktische Relevanz Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung stimmen mit der theoretischen Vorstellung überein, dass Altersheterogenität je nach Ausprägung des Teamklimas effektivitätsförderliche oder -beeinträchtigende Prozesse in der Gruppe auslöst. Folglich stellt das Herstellen eines guten Teamklimas vor dem Hintergrund zunehmender Altersheterogenität eine zentrale Führungsaufgabe dar. Autor: Cristiane Breu, Jürgen Wegge, Klaus-Helmut Schmidt Schlüsselwörter: Altersheterogenität, Geschlechtsheterogenität, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Faultlines, Konflikte in Teams, Burnout Zusammenfassung In diesem Artikel wird untersucht, ob die Bestimmung von Gruppenfaultlines (das sind hypothetische Trennlinien, die eine Gruppe basierend auf der gleichzeitigen Anordnung mehrerer Attribute in homogene Untergruppen spalten) bei der Vorhersage von emotionalen und kognitiven Teamkonflikten sowie Burnout gewinnbringend ist. Bei 58 natürlichen Vierergruppen (N = 232) aus dem Bereich der öffentlichen Verwaltung werden Faultlines auf Basis des Alters, des Geschlechts und der Dauer der Betriebszugehörigkeit der Teammitglieder berechnet. Vergleiche mit herkömmlichen Heterogenitätsindizes (Standardabweichung, Blau-Index) zeigen, dass der Faultlineansatz für kognitive Konflikte und tendenziell auch für Burnout zusätzliche Varianzaufklärung liefert. Folgeuntersuchungen sollten die Auswirkungen von Faultlines auch für andere Variablen wie z. B. Leistung und Zufriedenheit systematisch analysieren. Praktische Relevanz Mit Wissen um die Wirkungen von Faultlines in Teams kann die Gruppenzusammensetzung gezielt verändert werden. Damit wird es möglich, indirekt sowohl Teamprozesse zu steuern als auch die Teameffektivität zu beeinflussen. Es wurde gefunden, dass Faultlines auf Basis von Alter, Geschlecht und Dauer der Betriebszugehörigkeit insbesondere kognitive Konflikte in Teams fördern, so dass sie für die Herstellung bzw. Vermeidung solcher Konflikte in Teams ein großes Potential bieten. Berufsaltersbedingte Veränderungen im Umgang mit belastenden Unterrichtsepisoden Autor: Anja Philipp und Heinz Schüpbach Schlüsselwörter: Lehrkräfte, Alter, Berufsalter, Dauer im Beruf, Emotionsregulation, Episodik Zusammenfassung Die Bewältigung emotional belastender Unterrichtsepisoden hat sich für den Erhalt der Gesundheit von Lehrkräften als entscheidend erwiesen. Doch gerade Berufsanfängern und älteren Lehrkräften scheint dies schwer zu fallen. Daher wurde die Emotionsregulation über belastende Unterrichtsepisoden hinweg abhängig vom Berufsalter der Lehrkräfte untersucht. Es zeigte sich, dass erfahrenere Lehrkräfte eine stärkere Dissonanz zwischen der für den Unterricht als angemessen erachteten und der tatsächlich aufkommenden Emotion erlebten. In der Folge bemühten sie sich stärker als ihre Kollegen mittleren Berufsalters, entweder diese emotionale Dissonanz auszugleichen (sog. deep acting) oder tendenziell im Interesse einer erfolgreichen Fortsetzung des Unterrichts eine freundlich-neutrale Grundstimmung auszudrücken (sog. faking in good faith). Es deutet sich an, dass erfahrenere Lehrkräfte ein differenzierteres Repertoire von Strategien nutzen und dies mit höherer Intensität tun, während Berufsanfänger insbesondere intensiver deep acting betreiben. Praktische Relevanz Trainings zur gesundheitsförderlichen Emotionsregulation in belastenden Unterrichtsepisoden können zum Erhalt der Gesundheit von Lehrkräften beitragen. Diese sollten sich speziell an Berufsanfänger und ältere Lehrkräfte richten. Die Grundzüge einer solchen psychologisch fundierten Intervention werden auf der Basis der vorgestellten Ergebnisse dargestellt. Autor: Sarah Schiekirka, José-Alonso Enríquez-Díaz und Ekkehart Frieling Schlüsselwörter: Längsschnittstudie, Automobilindustrie, Alter, Arbeitsfähigkeit, Einstellungen Zusammenfassung Im Beitrag werden zwei längsschnittlich und querschnittlich erhobene Datensätze aus zwei Automobilunternehmen miteinander verglichen. Es soll aufgezeigt werden, wie sich die Arbeitsbedingungen in den letzten zwei bis drei Jahren aus Perspektive der Beschäftigten verändert haben, wie die Beschäftigten diese geänderten Bedingungen wahrnehmen und welche Verbesserungen aus ihrer Sicht erforderlich sind. Da es sich bei den Beschäftigtengruppen der beiden Unternehmen um vergleichbare Stichproben handelt, liefern die Daten Hinweise auf die Auswirkungen unterschiedlicher Arbeitspolitiken und Arbeitsstrukturen. Von besonderem Interesse ist dabei, ob sich mit zunehmendem Alter die Wahrnehmungen der Arbeitsbedingungen verändern und welche Anforderungen an die Arbeitsgestaltung daraus abgeleitet werden können. Die eingesetzten Evaluationsmethoden eignen sich dazu, im Vergleich der beiden Werke Schlussfolgerungen für die Gestaltung gesundheitsförderlicher und alternsgerechte Montagesysteme zu ziehen, ohne die wirtschaftlichen Zwänge außer Acht zu lassen. Die Untersuchung wird im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 1184 gefördert. Praktische Relevanz Der demographische Wandel konfrontiert die Unternehmen mit einer steigenden Zahl an älteren Mitarbeitern. Problematisch sind vor allem Arbeitsplätze mit hohen körperlichen Anforderungen, wie sie häufig in der Automobilindustrie zu finden sind. Durch den Vergleich längsschnittlicher Fragebogendaten, erhoben an Montagearbeitsplätzen zweier Automobilunternehmen, können die Auswirkungen dieser Tätigkeitsbedingungen auf die Beschäftigten – differenziert nach Alter - analysiert und konkrete Handlungsanweisungen abgeleitet werden. Autor: Holger Rademacher, Andrea Sinn-Behrendt, Ralph Bruder und Kurt Landau Schlüsselwörter: Körperliche Fähigkeiten, altersdifferenzierte Arbeitsgestaltung, muskuloskelettale Beschwerden, fähigkeitsgerechter Mitarbeitereinsatz, Altersmanagement Zusammenfassung In der in diesem Beitrag vorgestellten Studie wurden die körperlichen Fähigkeiten von 73 Werkern eines Fahrzeugherstellers untersucht. Hierzu kamen neben einer Befragung sowie einer medizinischen Untersuchung auch arbeitsspezifische Tests zum Einsatz. Die Probanden (20-57 J.) wurden in bis zu fünf Altersgruppen eingeteilt. Bei sechs von sieben Tests wurden signifikante Unterschiede zwischen den Altersgruppen festgestellt, jedoch in den meisten Fällen lediglich beim Vergleich der größeren Altersgruppen „20-35 J.“ und „45-57 J.“. Von insgesamt 19 Testvariablen weisen nur vier statistisch relevante Differenzen zwischen den fünf kleineren Altersgruppen auf, in drei dieser vier Fälle nur zwischen zwei der fünf Alters-gruppen. Die älteren Werker (ab 45 J.) zeigen zwar überwiegend schwächere Ergebnisse als die jüngeren Werker (bis 35 J.), aber es sind keine schwerwiegenden Einbrüche zu beobachten. Dennoch sind bei der Lastenhandhabung sowie bei ungünstigen Körperhaltungen Differenzen zwischen den Altersgruppen vorhanden, die für eine altersdifferenzierte Arbeitsgestaltung relevant sind, und auch aufgrund von Arbeitsplatzanalysen der Autoren praktische Relevanz besitzen. Die Studie wird fortgeführt, um mit einer erweiterten Datenbasis ein Screening-Verfahren zur altersdifferenzierten Bewertung von körperlichen Belastungen zu entwickeln, mit dem Gestaltungsdefizite identifiziert und Empfehlungen zur altersdifferenzierten ergonomischen Arbeitsgestaltung abgeleitet werden können. Praktische Relevanz Der Artikel stellt Ergebnisse einer Feldstudie zur altersbezogenen Betrachtung industrierelevanter körperlicher Fähigkeiten von Werkern vor, welche eine Grundlage für die alters-differenzierte ergonomische Arbeitsgestaltung in Industrieunternehmen darstellen. Autor: Mathias Keil, Ralph Hensel und Birgit Spanner-Ulmer Schlüsselwörter: Belastungs-Beanspruchungs-Konzept, Beanspruchungsprofile, altersdifferenziertes Aufgabenspektrum, alternsgerechte Produkt- und Prozessgestaltung, fähigkeitsgerechte Prozessmodellbausteine Zusammenfassung Unter dem Gesichtspunkt der arbeitswissenschaftlichen Zielstellung, menschengerechte und effiziente Arbeitssysteme und -prozesse zu realisieren, stehen Unternehmen vor der Herausforderung im Kontext älter werdender Belegschaften weiterhin die Produktivität zu steigern. In diesem Beitrag wird ein Forschungsansatz vorgestellt, der dazu beitragen soll Belastungssituationen mit Blick auf die sich im Alter verändernde Leistungsfähigkeit konzeptiv hinsichtlich der zu erwartenden Beanspruchung zu bewerten. Ziel ist es, mithilfe personalwirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Maßnahmen alternsgerechte Arbeitssysteme zu gestalten. Praktische Relevanz Die Unternehmen stellen sich der Herausforderung des demographischen Wandels in der betrieblichen Praxis durch Maßnahmen wie Job-Rotation, Arbeitsplatzgestaltung oder die Einrichtung von „Schonarbeitsplätzen“. Die Umsetzung dieser Maßnahmen erfolgt jedoch erfahrungsgeleitet und im Hinblick auf Alterseffekte größtenteils wissenschaftlich nur unzureichend fundiert. Mit Hilfe des im Forschungsvorhaben zu entwickelnden „Systems fähigkeitsgerechter Prozessmodellbausteine“ (SfP) lassen sich altersdifferenzierte Arbeitsprozesse auf der Basis ausgeglichener, altersdifferenzierter Beanspruchungsprofi le modellieren. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur konzeptiven Planung und Ausgestaltung altersdifferenzierter Arbeitssysteme bereits in den frühen Phasen des Produktentstehungs- und -herstellungsprozesses geleistet. Autor: Gert Zülch und Martin Waldherr Schlüsselwörter: Demographische Entwicklung, alternde Belegschaft, Leistungsabstimmung, Simulation von Montagesystemen, personalorientierte Simulation Zusammenfassung Der demographische Wandel bedingt, dass ältere Mitarbeiter einen immer stärkeren Anteil an der Belegschaft haben werden. Dies wird insbesondere die Produktivität von Montagesystemen wesentlich beeinflussen, sofern die personellen Leistungsveränderungen nicht bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Der Beitrag beschreibt ein Planungsverfahren auf Basis eines genetischen Algorithmus, mit dem nicht nur Teilverrichtungen Montagestationen zugeordnet, sondern auch die daraus resultierende Belastung der Mitarbeiter berücksichtigt werden kann. Durch eine Bewertung mit Hilfe der personalorientierten Simulation können anschließend die Auswirkungen einer alternden Belegschaft prognostiziert werden. Praktische Relevanz Gerade kleine und mittelständische Unternehmen werden von den Anforderungen des demographischen Wandels betroffen sein. Der Umgang und der Einsatz älter werdender Mitarbeiter werden zunehmend für den Unternehmenserfolg entscheidend sein. Hier setzt das vorgestellte simulationsunterstützte Planungsverfahren an, um Entwicklungen zu prognostizieren und alternsrobuste Gestaltungslösungen zu entwickeln. Autor: Andreas Müller, Matthias Weigl, Bettina Lampert, Jürgen Glaser und Peter Angerer Schlüsselwörter: Alter, Stress, Demand-Control, Altenpflege, Tätigkeitsgestaltung Zusammenfassung Ausgehend von Karaseks Job-Demand-Control (JDC-) Modell wurde in einer querschnittlichen Fragebogenuntersuchung an 1.848 Pflegenden geprüft, ob körperliche Belastungen und Tätigkeitsspielraum Risikofaktoren bzw. protektive Faktoren für altersuntypische Gesundheitsbeeinträchtigungen (im Vergleich zu Normwerten von Personen gleichen Alters auffällige Beschwerden) von Pflegenden sind. In einer nach Altersgruppen differenzierten Auswertung wurde insbesondere bei älteren Pflegenden > 50 Jahren eine Risikoerhöhung durch körperliche Belastungen beobachtet. Tätigkeitsspielraum trägt hingegen zur Verminderung des Risikos bei. Aus den Ergebnissen ist zu schließen, dass gesundheitliche Effekte von körperlichen Belastungen und Tätigkeitsspielraum bei Pflegenden jeden Alters, insbesondere aber bei Pflegenden > 50 Jahren, zu erwarten sind. Praktische Relevanz Pflege kann in Zukunft nur dann sicher gestellt werden, wenn beschäftigte Pflegende bis ins hohe Erwerbsalter gesund und leistungsfähig im Beruf verbleiben können. Die vorliegende Studie gibt Hinweise auf eine alterns- und altersgerechte Tätigkeitsgestaltung im Bereich der Altenpflege. Autor: Sonja Bausch, Karlheinz Sonntag, Ralf Stegmaier und Katrin Noefer Schlüsselwörter: Behavior Modeling Training, e-Learning, Alter, Training, Lernen Zusammenfassung Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels hat die Trainingsgestaltung unter Berücksichtigung der Lernanforderungen Älterer eine zentrale Bedeutung. In einem behavior modeling basierten e-Learning-Programm zum Zeit- und Selbstmanagement wurden Designprinzipien umgesetzt, die dem Lernstil Älterer in besonderem Maße entgegenkommen. Das Programm wurde in drei Variationen mit einem jungen, einem mittelalten und einem älteren Lernmodell gestaltet. Es zeigte sich, dass das Lernprogramm kurz- und langfristig für junge, mittelalte und ältere Lerner zum Lern- und Transfererfolg führt und, dass Lernen mit einem alterskongruenten Lernmodell den Transfererfolg erhöht. Praktische Relevanz Die Studie zeigt konkrete Anforderungen an die Umsetzung von Designprinzipien auf, durch die auch Ältere mit e-Learning- Programmen erfolgreich lernen können. Sie belegt, dass Behavior Modeling Training eine für Ältere gut geeignete Lernmethode ist, in der Alterskongruenz von Lerner und Modell den Trainingserfolg erhöht. Zusätzlich verdeutlicht sie, wie wichtig es für Unternehmen ist, den Erfolg ihrer Trainings differenzierter zu messen. Autor: Nicole Jochems, Sebastian Vetter, Jennifer Bützler, Christopher M. Schlick Schlüsselwörter: Mensch-Rechner-Schnittstelle, ältere Benutzer, Visualisierung, Projektmanagement Zusammenfassung In komplexen modernen Mensch-Maschine-Systemen ist die Gestaltung der Schnittstelle, über die der Benutzer mit dem technischen System kommuniziert, von entscheidender Bedeutung für eine effektive, effiziente und zufriedenstellende Mensch-Rechner-Interaktion. Insbesondere im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit und mentale Beanspruchung älterer Computerbenutzer ist es wichtig, die menschliche Informationsverarbeitung zu analysieren und darauf aufbauend die Darstellung komplexer Informationen durch entsprechende Visualisierungstechniken zu optimieren. In einer empirischen Untersuchung mit 90 Versuchspersonen zwischen 20 und 75 Jahren wurden unterschiedliche Visualisierungstechniken zur Unterstützung der direkten Manipulation von komplexen Netzplänen altersdifferenziert hinsichtlich Bearbeitungszeit, Fehleranzahl und mentaler Beanspruchung analysiert. Praktische Relevanz Gegenwärtig wird unsere Gesellschaft von zwei Trends – dem demographischen Wandel sowie der Technisierung und Automatisierung von Arbeitsprozessen – geprägt. Für ältere Arbeitspersonen stellt die Benutzung eines Computers aufgrund mit dem Alter oft einhergehender Veränderungen des perzeptuellen, kognitiven und psychomotorischen Systems sowie der Einstellung gegenüber Interaktionstechnologien häufig eine Barriere dar. Insbesondere die Wahrnehmung und Verarbeitung komplexer Informationen die auf dem Bildschirm dargestellt werden, ist für ältere Computerbenutzer häufig schwierig und stellt somit einen wichtigen Ansatzpunkt für die ergonomische Unterstützung dieser Benutzer dar. Autor: Mathias Hegele und Herbert Heuer Schlüsselwörter: Ältere Arbeitnehmer, Zeigebewegungen, indirekte Sicht, visumotorische Transformationen Zusammenfassung Moderne Technologien in der Arbeitswelt führen zu einem immer größer werdenden Anteil an Arbeitsplätzen, an denen die visuelle Kontrolle von Werkzeugbewegungen und die das Werkzeug bedienenden Körperbewegungen räumlich voneinander getrennt sind. Dies erfordert die Anpassung an neue visumotorische Beziehungen, die Körperbewegungen in die Bewegungen des Werkzeugs überführen. Die hier berichteten Studien zeigen, dass automatische und unbewusst ablaufende Anpassungsprozesse altersstabil sind, wohingegen bewusstseinspflichtige Komponenten dieser Anpassung bei älteren Arbeitehmern schwächer ausgeprägt sind; und zwar unabhängig davon, ob es sich um neue Richtungs- oder Weitentransformationen handelt. Praktische Relevanz
Altersveränderungen in der Anpassung an
neue Beziehungen zwischen Körper- und Werkzeugbewegungen können sich in
verschiedenen, an der Anpassung beteiligten sensomotorischen
Kontrollprozessen manifestieren. Die Kenntnis, welche Prozesse
alterstabil und welche altersdedingt Veränderungen aufweisen ermöglichen
die altersdifferenzierte Gestaltung von Trainingsmaßnahmen und könnten
bei der Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen genutzt werden. |
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Menschliche Statur, Gesundheit und Arbeitsplatzgestaltung. Ein ethisches Dilemma Autor: Roland Kadefors Schlüsselwörter: Körperhöhe, Arbeitsgestaltung, Körperhaltungen, Gesundheit, Diskriminierung Zusammenfassung Dieser Beitrag bezieht sich auf eine ergonomische Untersuchung der
Fahrzeugmontage im Volvo Torslanda Werk in Göteborg, unter
Berücksichtigung des Zusammenhangs zwischen der Körperhöhe des Werkers
oder der Werkerin und die Belastung auf den Körper. A. Überkopfarbeit B. Arbeit in körperferner Armhaltung C. Arbeit in gebeugten oder gehockten Körperhaltungen D. Arbeit bei gebeugtem oder gedrehtem Nacken Das wesentlichste Ergebnis der Untersuchung für kleine Werker
(Werkerinnen) besteht darin, dass für sie in ein großer Teil der
identifizierten Problemsituationen nur mit extremen Körperhaltungen beim
Montieren möglich ist (Typsituation B). Das Problem ist besonders schwer
für Werkern oder Werkerinnen mit Körperhöhen unter ca.160-165 cm.
Es wird geschätzt dass 27% der weiblichen und 2% der männlichen
Schwedischen Bevölkerung kleiner als 163 cm sind. Praktische Relevanz Fahrzeugmontage ist mit hohe Körperliche Belastungen vereint, besonders so auf kürze Werker oder Werkerinnen. Ein Konflikt kann unter Sorge der Gesundheit und die Anstellungsfähigkeit der Frauen dabei erscheinen.
Autor: Martin Fritz, Klaus Schäfer Schlüsselwörter: Ganzkörper-Schwingungen, Neigung des Rumpfes, Körperhaltung, aufrechtes Sitzen, Simulation Zusammenfassung Während der betriebsüblichen Einsätze von Containerbrücken sitzen die Fahrer häufig mit nach vorn geneigtem Oberkörper, um die Bewegungen des Containers kontrollieren zu können. Fahrer von Gabelstaplern neigen sich zur Seite, um am Hubmast vorbei schauen zu können, oder drehen sich bei der Rückwärtsfahrt zur Seite. Die hierbei auftretenden Kräfte in den Bewegungssegmenten der Lendenwirbelsäule wurden mit Hilfe eines biomechanischen Modells simuliert und mit den Kräften bei aufrechter Sitzhaltung verglichen. Die Neigung des Rumpfes nach vorne oder zur Seite ergab eine Erhöhung der zeitlichen Mittelwerte der Wirbelsäulenkräfte. Der Zusammenhang zwischen den Mittelwerten der Kräfte und den Vor- und Seitneigungswinkeln des Rumpfes konnte durch Regressionsgeraden dargestellt werden. Praktische Relevanz Die typischen Körperhaltungen der Fahrer von Containerbrücken oder Gabelstaplern führen zu Kräften in den Bewegungssegmenten der Wirbelsäule, die höher sind als die Kräfte während der aufrechten Sitzhaltung. Dieses erhöhte Kraftniveau muss bei der Gefährdungsanalyse von Arbeitsplätzen mit Ganzkörper-Schwingungen berücksichtigt werden. Autor: Claus Backhaus, Stefan Baars, Karl-Heinz Jubt, Christian Felten, Jörg Hedtmann Schlüsselwörter: Möbelwerker, Umzug, Tragen, Lastenhandhabung, Lumbalbelastung, Wirbelsäule Zusammenfassung Der Beitrag ermittelt die Belastung von Möbelwerkern durch das Heben und Tragen von Umzugsgut bei privaten Haushaltsumzügen. Es werden 21 Möbelspeditionen zur Umsetzung des Arbeitsschutzes und zur internen Arbeitsorganisation befragt, 23 Privatumzüge zur Datenerhebung begleitet und bei 5 Umzügen Körperhaltungen mit einem biomechanischen Bewegungsanalysesystem erfasst. Auf dieser Grundlage wird die Belastungssituation quantifiziert und mit Hilfe praxisorientierter Schätzverfahren beurteilt. Möbelwerker sind erwartungskonform erhöhten Belastungen durch das Heben und Tragen schwerer Lasten ausgesetzt. Allerdings bestehen signifikante Belastungsunterschiede zwischen der Gruppe der Möbelträger und den Stauern bzw. Möbelschreinern. Die größten Defizite ergeben sich aus dem unzureichenden Einsatz vorhandener Hilfsmittel und dem regelmäßigen Transport von Gewichten von mehr als 40 kg. Die Ergebnisse der Umzugsbeobachtungen legen die Vermutung nahe, dass das Arbeitsverhalten der Mitarbeiter überwiegend auf eine Verringerung der kardiovaskulären und nicht der muskuloskelettalen Belastung abzielt. Praktische Relevanz Die Ergebnisse der durchgeführten Arbeitsanalyse liefern quantitative Daten zur Belastungsbewertung z. B. im Rahmen von Berufskrankheitenfeststellungsverfahren und ermöglichen das Unterstützen von gezielten Präventionsmaßnahmen bei Wirbelsäulenbeschwerden von Möbelwerkern. Deutschsprachige Fragebögen zur Usability-Evaluation im Vergleich Autor: Kathrin Figl Schlüsselwörter: Usability, EN ISO 9241-110, Software-Ergonomie, Software-Evaluation, Fragebögen, Isometrics, Isonorm 9241/10 Zusammenfassung Für die Konstruktion gebrauchstauglicher Anwendungssysteme ist eine exakte Evaluierung der Usability eine wertvolle Unterstützung. Zu diesem Zweck werden in der Praxis häufig Usability-Fragebögen herangezogen. Im deutschen Sprachraum sind die beiden Fragebögen Isonorm 9241/10 und Isometrics, die beide Software gemäß der EN ISO 9241–110 evaluieren, weit verbreitet. Die vorliegende Studie widmete sich einem Vergleich dieser beiden Fragebögen hinsichtlich testtheoretischer Gütekriterien. Im Rahmen eines experimentellen Designs wurden die beiden Fragebögen eingesetzt um die Usability von zwei Standard-Softwarepaketen zu bewerten. Hinsichtlich der inhaltlichen Validität der Fragebögen zeigten die Ergebnisse eine hohe Übereinstimmung der Usability-Messung der beiden Fragebögen. Auch weitere testtheoretische Analysen lieferten eine ähnliche Qualitätsbeurteilung beider Fragebögen, weshalb sie aus diesem Blickwinkel gleichermaßen für Forschung und Praxis empfohlen werden können. Praktische Relevanz Da in der Praxis und der Forschung unterschiedliche Usability-Fragebögen eingesetzt werden, stellt sich die Frage, inwiefern und ob Evaluationsergebnisse auf Basis verschiedener Usability-Fragebögen vergleichbar sind. Die vorliegende Arbeit versucht dieser Problemstellung auf den Grund zu gehen, indem sie die beiden am meisten verbreiteten Usability-Fragebögen Isonorm 9241/10 und Isometrics vergleicht. Für die Praxis und für Anwender mit geringem testtheoretischem Hintergrund bietet ein Vergleich der Qualität von Usability-Fragebögen eine wichtige Entscheidungs- und Orientierungshilfe für deren Auswahl. Die Hierarchische Aufgabenanalyse im Babel interdisziplinärer Softwareentwicklungsprojekte Autor: Michael Hildebrandt, Saskia Kain, Kai Kesselring, Jens Nachtwei, Nicolas Niestroj, Hermann Schwarz Schlüsselwörter: Softwareentwicklung, interdisziplinär, Aufgabenanalyse, Projektkommunikation Zusammenfassung Der Leitsatz, eine fundierte Aufgaben- und Anforderungsanalyse sei für den Erfolg von Softwarenentwicklungsprojekten zentral, wird inzwischen ernst genommen. Oft herrscht jedoch Unklarheit über das „Wie“ oder „Womit“. Welche Methoden sind nützlich und praktisch nutzbar, um Aufgaben, Anforderungen und mögliche Risiken einer Software so früh wie möglich zu identifizieren? Wir diskutieren die Hierarchische Aufgabenanalyse (HAA) als eine Methode, um diese Ziele zu erreichen und haben uns bewusst für diese spezielle Form entschieden. Denn die Interdisziplinarität in Softwareentwicklungsprojekten macht eine gemeinsame Sprache nötig, die von Informatikern, Ingenieuren, Designern und Psychologen gleichermaßen verstanden wird. Wir beleuchten die HAA im Schnittfeld von Informatik und Psychologie und berichten dabei von unseren eigenen Erfahrungen in einem unserer Projekte, um somit die Praxis für diesen Ansatz zu sensibilisieren. Autor: Monika Keller, Eva Bamberg, Maren Böhmert, Albert Nienhaus Schlüsselwörter: Arbeitsanalyse, Stressoren, Ressourcen, Klinikärzte Zusammenfassung Studien zeigen in den Arbeitsbedingungen von Klinikärztinnen und
-ärzten vielfältige Stressoren, die sich negativ auf die Gesundheit der
Betroffenen und die Güte der Patientenversorgung auswirken können. Um
die spezifischen Problembereiche in Kliniken erfassen zu können, wurde
ein Fragebogen entwickelt – das Instrument zur stressbezogenen
Arbeitsanalyse für Klinikärztinnen und -ärzte (ISAK). Dies lehnt sich
methodisch an das Instrument zur Stressbezogenen Tätigkeitsanalyse (ISTA)
an. Praktische Relevanz Der entwickelte Fragebogen bietet Kliniken die Möglichkeit, Schwachstellen in den Arbeitsbedingungen ihrer Ärztinnen und Ärzte zu erfassen. Darauf aufbauend können Ansätze für Interventionen zur Verbesserung abgeleitet werden. Ist die Wirkung lernförderlich gestalteter Arbeitsaufgaben altersabhängig? Autor: Falk Richter Schlüsselwörter: Altern, Kompetenzentwicklung, Arbeitsfähigkeit, lernförderliche Aufgabengestaltung, altersdifferenzierte Arbeitsgestaltung Zusammenfassung Auf Basis einer Fragebogenerhebung bei 904 Arbeitenden aus unterschiedlichen Branchen wurde untersucht, in welchem Ausmaß Indikatoren beruflicher Handlungskompetenz mit der subjektiv erlebten lernförderlichen Gestaltung von Arbeitsaufgaben vs. dem Alter im Zusammenhang stehen. Des Weiteren wurde überprüft, ob sich die erlebte Aufgabengestaltung bei jüngeren und älteren Arbeitenden unterschiedlich auswirkt. Es zeigt sich ein durchgehend positiver Einfluss erlebter lernförderlicher Aufgabengestaltung, der im Wesentlichen nicht durch das Alter der Beschäftigten moderiert wird. Das Alter weist dabei negative, positive und Nullkorrelationen mit unterschiedlichen Indikatoren der Kompetenz und Arbeitsfähigkeit auf. Lediglich bei beruflichen Entwicklungszielen zeigt sich ein signifikant negativer Einfluss des Alters, der auch über den Einfluss lernförderlicher Aufgabengestaltung hinausgeht. Praktische Relevanz Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine altersdifferenzierte Arbeitsgestaltung im Hinblick auf Merkmale wie Tätigkeitsspielraum und Anforderungsvielfalt für den Erhalt beruflicher Handlungskompetenz und Arbeitsfähigkeit eher nicht angezeigt ist. Das Augenmerk sollte vielmehr unabhängig vom Alter der Beschäftigten auf einer präventiv wirksamen lernförderlichen Gestaltung von Arbeitsaufgaben liegen. Arbeitszeit für die alternde Belegschaft - “Lessons learned“ aus dem Forschungsprojekt KRONOS Autor: Peter Knauth, Dorothee Karl, Kathrin Elmerich Schlüsselwörter: Demografischer Wandel, Schichtarbeit, Teilzeitarbeit, Wahlarbeitszeit, Langzeitkonten Zusammenfassung Im Rahmen von zehn Teilprojekten in sechs Unternehmen aus der
Automobil-, Stahl-, Pharma- und Chemischen Industrie wurden
alternsgerechte Arbeitszeitmodelle (z. B. Teilzeitarbeit, Kurzpausen,
alternsgerechte Schichtpläne, Langzeitkonten) untersucht beziehungsweise
neu entwickelt, eingeführt und evaluiert. Praktische Relevanz Die deutschen Unternehmen müssen Strategien entwickeln, die Arbeitsfähigkeit und Gesundheit ihrer älter werdenden Belegschaft bis zum Rentenalter von 67 Jahren zu erhalten. Neben einer Reihe von Gestaltungsfeldern wie Führung, Arbeitsorganisation, Qualifizierung sowie Gesundheitsförderung kommt der alterns- und vor allem lebensphasenbezogenen Arbeitszeitgestaltung eine besondere Bedeutung zu. |
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