TITEL, ZUSAMMENFASSUNGEN, AUTOREN UND SCHLÜSSELWÖRTER DER BEITRÄGE AB AUSGABE 1/2006
 
1/2006 Evaluation webbasierter Systeme mittels implizit erfasster Benutzerinteraktionen

Innovationen – eine Bestandsaufnahme bei Erwerbstätigen

Innovationsverbesserung:Nützen Fragetechniken zur Ergebnisbewertung auch berufserfahrenen Produktentwicklern?

Haupt-und Interaktionseffekte von Selbstkontrollanforderungen und Kontrolldefiziten auf Indikatoren der Arbeitsbeanspruchung

Informationsversorgung durch Netzwerke für präventionsorientierte Beschaffungsprozesse

Arbeitswissenschaftliche Überlegungen im Kontext von Basel II

 

2/2006

Individualisierung als ermöglichte und verordnete Selbstorganisation und ihre Anforderungen an die arbeitswissenschaftliche Analyse, Bewertung und Gestaltung von Arbeitsbedingungen

Die Arbeitssituation von Selbständigen: Eine beschreibende Studie zu Belastungen, individuellen Bewältigungsstrategien/ -kompetenzen und den Konsequenzen im Erleben der Arbeit

Head-Up-Guidance-Systeme und Mensch-Maschine-Interaktion

Zur Äquivalenz der Online- und der Papier-Bleistift-Version des IsoMetrics-Fragebogens zur Evaluation von Software

 

3/2006 Simulationsunterstützte Prognose der Leistungsfähigkeit von Fertigungssystemen bei alternder Belegschaft

Adaptive Lernunterstützung zur interaktiven Systemnutzung für ältere Benutzer (ALISA)

Altersdifferenzierte Adaption der Mensch-Rechner-Schnittstelle

Altersbedingte Unterschiede in Inhalten und im Zustandekommen von Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit

Alterstrends der Leistungsfähigkeit, arbeitsbezogener Motivation und des Gesundheitserlebens in Abhängigkeit von Merkmalen der Arbeitsgestaltung

Altersdiversität in Lehrerkollegien: Kooperation und Konflikte zwischen Altersgruppen an Schulen

 

4/2006

Alter(n)sgerechte Arbeitssystemgestlaltung in der Automobilindustrie – die demografische Herausforderung bewältigen

Bewegungen mit indirekter Sicht im Altersverlauf

Ein Verfahren zur Ermittlung altersbedingter Engpässe hinsichtlich muskuloskelettaler Belastungen

Die Bedeutung von Arbeitsgestaltung für die innovative und adaptive Leistung älterer Berufstätiger

Teilprojekt KRONOS Lebensarbeitszeitmodelle: Chancen für Unternehmen und Mitarbeiter

Altersheterogenität als Determinante von Leistung in Arbeitsgruppen der öffentlichen Verwaltung

Warum nur so ungeliebt? Zur Kompetenz älterer Mitarbeiter im Vergleich zu ihren jüngeren Kollegen

 

Ausgabe 1/2006

Evaluation webbasierter Systeme mittels implizit erfasster Benutzerinteraktionen (Ausgabe 1/2006)

Autoren: Ludger Schmidt und Holger Luczak

Schlüsselwörter: · Evaluation · Logfile-Analyse · webbasierte Systeme · Benutzerinteraktion

Zusammenfassung

Dieser Beitrag stellt eine Methode zur Evaluation webbasierter Systeme vor, bei der im Hintergrund aufgezeichnete Benutzerinteraktionen als Datengrundlage verwendet werden. Die einzelnen Anwendungsschritte der Methode werden exemplarisch anhand der arbeitswissenschaftlichen Lernplattform INTEGRAL II veranschaulicht und mit ihren Ergebnissen vorgestellt.

Praktische Relevanz

Mit geringem Erhebungsaufwand können Logfiles webbasierter Systeme als nicht-reaktives Beobachtungsinstrument für Interaktionen von Benutzern mit Prototypen und Software- Produkten genutzt werden. Möglichkeiten und Grenzen dieser Evaluationsmethode werden in diesem Beitrag anhand der exemplarischen Anwendung auf eine arbeitswissenschaftliche Lernplattform illustriert, sind aber auf andere Bereiche (z. B. ECommerce) übertragbar.
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Innovationen – eine Bestandsaufnahme bei Erwerbstätigen(Ausgabe 1/2006)

Autorinnen: Bärbel Bergmann,Doreen Eisfeldt,Claudia Prescher und Christian Seeringer

Schlüsselwörter: · Aufgabengestaltung · Innovation · Innovationsfähigkeit · Lernen in der Arbeit

Zusammenfassung

Mit Hilfe einer Sekundäranalyse des repräsentativen Datensatzes der BIBB/IAB-Erhebung zum Thema „Erwerb und Verwertung beruflicher Qualifikationen“ von 1998/99 sowie mit Hilfe einer Feldstudie an Erwerbstätigen aus 12 Unternehmen erfolgt eine Bestandaufnahme zum Innovationsgeschehen sowie eine Prüfung von Zusammenhängen zwischen Innovation und Arbeitsgestaltung. Die Befunde der Sekundäranalyse weisen aus, dass jeder zweite Erwerbstätige über Produkt- und/ oder Prozessinnovationen in seinem Arbeitsumfeld berichtet. Die Daten der Feldstudie zeigen nur für 15% der Erwerbstätigen mit abgeschlossener Ausbildung und für ca. 39% der Erwerbstätigen mit einem Hochschul- oder Universitätsabschluss für das zurückliegende Jahr Innovationen an. Es bestehen signifikante positive Zusammenhänge zwischen Merkmalen der Arbeitsaufgaben und der Innovationstätigkeit. In der Diskussion wird auf die Verantwortung der Führungskräfte für die Förderung der Innovationstätigkeit hingewiesen. Die Hypothese über eine Innovationsförderung durch Aufgabengestaltung wird begründet.

Praktische Relevanz

Der Wettbewerb in der Wirtschaft hat sich vom klassischen Kostenwettbewerb zum Wettbewerb um innovative Produkte und Dienstleistungen verlagert. Bestandsaufnahmen zum Innovationsgeschehen machen deutlich, dass die Innovationstätigkeit Erwerbstätiger mit der Lernhaltigkeit ihrer Arbeitsaufgaben positiv und mit der Arbeitsintensität negativ zusammenhängt. Die Hypothese wird begründet, dass die Aufgabengestaltung ein Weg zur Innovationsförderung sein kann. Auf Qualifizierungen der Führungskräfte zur Entwicklung von Motivation und Lernen in der Arbeit als Weg der Innovationsförderung wird verwiesen.
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Innovationsverbesserung:Nützen Fragetechniken zur Ergebnisbewertung auch berufserfahrenen Produktentwicklern? (Ausgabe 1/2006)

Autoren: Constance Winkelmann und Winfried Hacker

Schlüsselwörter: · Entwurfstätigkeiten · Design Problem Solving · Fragetechnik · Reflexion

Zusammenfassung

In einer Serie von experimentellen Studien wurde der Einfluss einer fragengestützten reflexiven Auseinandersetzung mit der eigenen Entwurfslösung zur Unterstützung der frühen Phasen konstruktiver Entwurfsprozesse untersucht. Die Hauptfrage dieser Untersuchungen betrifft die Übertragbarkeit der bislang an Laien, d. h. Personen ohne konstruktionsmethodische Vorkenntnisse, eingesetzten Fragetechnik auf Fachleute mit unterschiedlicher Berufserfahrung. Im ersten Experiment (N = 63) wurde zunächst die Replizierbarkeit sowie Verallgemeinerbarkeit früherer fragenbasierter Lösungsgütesteigerung an einer anderen Laienstichprobe gezeigt. Beim Einsatz der Fragetechnik bei Maschinenbau-Studenten (N = 42) und berufserfahrenen Konstrukteuren (N = 33) konnten ebenfalls signifikante Verbesserungen der Lösungsgüte nachgewiesen werden, wobei sich vornehmlich Berufseinsteiger mit einer im Vergleich zu den Berufserfahrenen geringeren Erfahrung in einem größerem Ausmaß verbesserten. Damit konnte nachgewiesen werden, dass die Frage-Antwort-Technik auch bei Fachleuten zur Unterstützung der frühen Phasen konstruktiver Prozesse geeignet ist. Als Hilfsmittel zur systematischen Analyse von eigenen Arbeitsergebnissen sowie zur Optimierung von Vorgehens- und Bearbeitungsstrategien könnte sie auch zu einem wertvollen Instrument bereits in der Ausbildung von Konstrukteuren werden.

Praktische Relevanz

Die nachgewiesenen Leistungssteigerungen beim Einsatz der Fragetechnik sind von hoher praktischer Bedeutung: Als Hilfsmittel zur systematischen Analyse von eigenen Arbeitsergebnissen sowie zur Optimierung von Vorgehens- und Bearbeitungsstrategien sollte die Fragetechnik zu einem Inhalt der Ausbildung von Konstrukteuren werden. Eine Umsetzung in die entwurfsmethodische Ausbildung von Studenten des Maschinenbaus, Bauwesens und der Architektur wird angeregt.
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Haupt-und Interaktionseffekte von Selbstkontrollanforderungen und Kontrolldefiziten auf Indikatoren der Arbeitsbeanspruchung (Ausgabe 1/2006)

Autoren: Klaus-Helmut Schmidt und Barbara Neubach

Schlüsselwörter: · Kontrollprozesse · Vulnerabilitätsfaktoren · Moderatoreffekte · Burnout

Zusammenfassung

An zunehmend mehr Arbeitsplätzen (insbesondere im Dienstleistungsbereich) werden die Beschäftigten mit der Anforderung konfrontiert, einen beherrschten und kontrollierten Verhaltenseindruck zu vermitteln. Dies setzt das Unterdrücken habitueller, spontaner Reaktionstendenzen und der hiermit assoziierten Emotionen voraus. Beobachtungen aus der Grundlagenforschung weisen darauf hin, dass das Bewältigen derartiger Selbstkontrollanforderungen mit erheblichen Kosten verbunden ist, die sich sowohl auf der Verhaltensund Erlebensebene als auch auf physiologischer Ebene manifestieren können. Die Ergebnisse der vorliegenden Feldstudie von Verwaltungstätigkeiten belegen die Bedeutsamkeit dieser Zusammenhänge auch in realen Arbeitskontexten. Zunehmende Selbstkontrollanforderungen spiegeln sich insbesondere in einem Anstieg des Burnout-Erlebens wider. Die Beanspruchungswirkungen von Selbstkontrollanforderungen werden darüber hinaus von der kognitiven Fehlerneigung von Personen moderiert, die als Indikator für kognitive Kontrolldefizite angesehen wird. Bei Personen mit hoher kognitiver Fehlerneigung treten anforderungsbedingt stärkere Beanspruchungseffekte auf als bei Personen mit geringeren Kontrolldefiziten.

Praktische Relevanz

Die Ergebnisse der Studie legen nahe, den Beanspruchungswirkungen von Selbstkontrollanforderungen bei der Arbeit zukünftig mehr Beachtung zu schenken. Da mit der Analyse dieser Anforderungen ein neuartiger Belastungsaspekt im Feld der Arbeit erschlossen wird, dürften sich zur Beanspruchungsprävention  zunächst klassische Gestaltungsansätze anbieten, die auf eine Stärkung arbeitsbezogener Ressourcen gerichtet sind, wie z. B. vergrößerte Handlungs- und Entscheidungsspielräume oder soziale Unterstützungsnetzwerke.

 


Informationsversorgung durch Netzwerke für präventionsorientierte Beschaffungsprozesse (Ausgabe 1/2006)

Autoren: Björn Krämer und Bernhard Zimolong

Schlüsselwörter: · Arbeitssicherheit · Gesundheit · Umweltschutz · Netzwerke · Informationsdefizite · kleine und mittlere Unternehmen

Zusammenfassung

In der präventionsorientierten Beschaffung liegen große Potenziale für den betrieblichen Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz (AGU). Allerdings fehlt vielen Unternehmen für entsprechende Beschaffungsentscheidungen die nötige Informationsbasis. Damit sich insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit ihren begrenzten Ressourcen über präventionsorientierte Beschaffungsprozesse informieren können, sind sie auf überbetriebliche Unterstützung durch Präventionsnetzwerke angewiesen. In einer Fragebogenerhebung bei 70 KMU des metallverarbeitenden Gewerbes wird die Informationsversorgung durch verschiedene Partner in Präventionsnetzwerken untersucht. Es kann gezeigt werden, dass der Aufbau von Präventionsnetzwerken ein geeigneter Lösungsansatz ist, um die Informationsprobleme von KMU zu lösen.

Praktische Relevanz

Vor allem Berufsgenossenschaften und Anbieter lieferten in der Studie beschaffungsrelevante Informationen zu verschiedenen Themen. Der Rückgriff von KMU auf Arbeitsstoffanbieter und überbetriebliche Dienste erhöhte nach den Ergebnissen erfolgreich den Informationsstand besonders über die Vorteile der präventionsorientierten Beschaffung. Außerdem verbesserten Arbeitsstoffanbieter und Fachverbände die Informationsgrundlage für die Beschaffung von Arbeitsstoffen. KMU mit dem Ziel eine präventionsorientierte Beschaffung umzusetzen, sollten auf diese Netzwerkpartner zurückgreifen.

 


 Arbeitswissenschaftliche Überlegungen im Kontext von Basel II (Ausgabe 1/2006)

Autorin: Christiane Spieker

Schlüsselwörter: · „Baseler Eigenkapitalvereinbarung“ (Basel II) · Rating · weiche Faktoren · Unsicherheits- Faktor Mensch · Arbeitsgestaltung · Mittelstand

Zusammenfassung

Die neuen Bestimmungen nach Basel II sehen seitens der Banken vor, das Kreditgeschäft im Firmenkundenbereich risikoorientiert abzusichern. Dabei setzt eine bonitätsorientierte Preisstellung ein Rating voraus, bei dem der Bankkunde umfassend hinsichtlich der Erfolgs- und Risikopotenziale zu bewerten ist. Die kurzfristige Sicherung der langfristigen Existenz von Unternehmen erscheint dabei nur unter Beachtung personeller Unsicherheits-Faktoren möglich. Sie sind es, die sowohl als Bedingungen für Ergebnisverbesserungen als auch als Ursache für Ergebniseinbußen anzusehen sind. Insgesamt sollen die Überlegungen dazu beitragen, arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse in Basel-II Szenarien zu berücksichtigen und der Arbeitswissenschaft neue Impulse zu verleihen.

Praktische Relevanz

Als praxeologische Wissenschaft ist die Arbeitswissenschaft in der Lage, einen Beitrag zum  unternehmerischen Erfolg des Mittelstands zu leisten. Die Vorbereitung auf ein Rating nach Basel II eröffnet dazu zahlreiche Optionen, arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis sinnvoll einzusetzen und einen Mehrwert im Sinn einer ergebnisorientierten und nachhaltigen Unternehmenspolitik zu erwirtschaften.

 


Ausgabe 2/2006

Individualisierung als ermöglichte und verordnete Selbstorganisation und ihre Anforderungen an die arbeitswissenschaftliche Analyse, Bewertung und Gestaltung von Arbeitsbedingungen (Ausgabe 2/2006)

Autorin: Sonia Hornberger

Schlüsselwörter: · Individualisierung · Gesundheit · Belastung · Beanspruchung · Selbstorganisation

Zusammenfassung

Individualisierung von Arbeitsbedingungen ist gekennzeichnet durch eine Destandardisierung personalwirtschaftlicher Gestaltungsfelder bei gleichzeitiger Delegation von Entscheidungen und Verantwortung bzgl. der Gestaltung an die Beschäftigten. Ihr Doppelcharakter - ermöglichte und verordnete Selbstbestimmung - und damit zusammenhängende neue Arbeitsanforderungen erfordern neue Forschungskonzepte zu ihrer arbeitswissenschaftlichen Analyse, Bewertung und Gestaltung. Im Beitrag wird ein Entwurf einer neuen Forschungskonzeption vorgestellt.

Praktische Relevanz

Die im Beitrag vorgestellten Konzepte integrieren arbeitspsychologische, ergonomische, soziologische und gesundheitswissenschaftliche Ansätze. Sie
bieten ein Gerüst für eine systematische Analyse, Bewertung sowie Gestaltung der individualisierten personalwirtschaftlichen Lösungen sowie für die Einordnung und Deutung der sonst recht heterogen bleibenden, isoliert voneinander betrachteten Forschungsergebnisse.
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Die Arbeitssituation von Selbständigen: Eine beschreibende Studie zu Belastungen, individuellen Bewältigungsstrategien/ -kompetenzen und den Konsequenzen im Erleben der Arbeit (Ausgabe 2/2006)

Autoren: Thomas Bissels, Sonja Sackmann und Sandra Bissels

Schlüsselwörter: · Selbständige Erwerbsarbeit · Belastung · Beanspruchung · Selbstmanagement · Zeitmanagement ·
Stressverarbeitung

Zusammenfassung

Die empirische Fragebogenstudie zur Arbeitssituation von Selbständigen (N = 51) berichtet wahrgenommene Belastungen, individuelle Kompetenzen zu deren Bewältigung sowie Zufriedenheit und Beanspruchungsniveau. Dabei zeigte sich die zentrale Rolle des Selbstmanagements für eine zufrieden stellende und beschwerdearme Erwerbsarbeit.

Praktische Relevanz

Die Erforschung der Situation Selbständiger und notwendiger Kompetenzen zur Bewältigung der besonderen Anforderungen ermöglicht die Entwicklung wirksamer Hilfen (z. B. Trainings, Instrumente zur Selbstdiagnose) zur effektiveren Arbeit für die wachsende Zahl selbständig Tätiger.
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Head-Up-Guidance-Systeme und Mensch-Maschine-Interaktion (Ausgabe 2/2006)

Autor: Daniel Bandow

Schlüsselwörter: · Head-Up-Guidance-Systeme · Autopilot-Systeme · Belastung und Beanspruchung · Situationsbewußtsein · Blickbewegungsanalyse

Zusammenfassung

Basierend auf dem integrierten Belastungs- und Beanspruchungskonzept nach Rohmert wurde evaluiert, inwiefern sich der Einsatz des „Head-Up-Guidance-Systems“ (HGS) 2100 auf die Mensch Maschine-Interaktion im Vergleich zum automatischen System des Flugzeugtyps Bombardier CRJ200 während der Landeanflugphasen auswirkt. Dazu wurde einem polygraphischen Meßkonzept folgend eine kognitive Tätigkeitsanalyse und eine Blickbewegungsanalyse basierend auf einer Systemanalyse durchgeführt. Besonders scheinen sich beim Einsatz des HGS die Belastungsniveauunterschiede und  steigungen kurz vor dem Aufsetzen, bei Eintreten des Systemfehlers und beim Einleiten des Go Around- Manövers zu vermindern. Die Beanspruchungen und die Qualifikation der Piloten korrelieren nur bei Einsatz des Autopilot- Systems und erreichen erst ab einem mittleren Erfahrungsgrad das Beanspruchungsniveau für HGS-Landeanflüge. Das Situationsbewußtsein wird bei HGS-Einsatz höher eingestuft.

Praktische Relevanz

„Head-Up-Guidance-Systeme“, manuelle Flugführungssysteme mit vermindertem Automationsgrad und permanenter Sicht aus dem Cockpitfenster, erweitern die Systemfähigkeiten der Autopilot Systeme während des gesamten Fluges. Neben der operationellen Erweiterung und flugtechnischen Verbesserung wird in diesem Beitrag erörtert, wie diese Systeme durch Optimierung der Mensch Maschine-Interaktion besonders während der Landeanflugphasen und unter Schlechtwettersichtbedingungen zur Verringerung der Problembereiche der Automation und letztendlich zur Flugsicherheit beitragen können.
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Zur Äquivalenz der Online- und der Papier-Bleistift-Version des IsoMetrics-Fragebogens zur Evaluation von Software (Ausgabe 2/2006)

Autoren: Kai-Christoph Hamborg, Brigitte Vehse und Frank Ollermann

Schlüsselwörter: · Fragebogenuntersuchungen · Software-Evaluation · Usability

Zusammenfassung

Die Papier-Bleistift- und die Online-Version des IsoMetricsSVerfahrens zur Evaluation von Software nach ISO 9241, Teil 10 werden auf psycho-metrische Äquivalenz untersucht. Die Befunde der Untersuchung zeigen keine signifikanten Unterschiede der Skalenmittelwerte, der Skalenreliabilitäten mit einer Ausnahme) und der Verteilungen der Skalenwerte, so dass die Äquivalenzannahme für die beiden Versionen beibehalten werden kann. Demnach lassen sich die Papier-Bleistift- und die Online Version des Verfahrens alternativ einsetzen. Die Online-Version des IsoMetrics-Fragebogens verspricht eine vereinfachte und beschleunigte Durchführbarkeit von Evaluationsstudien, die sich insbesondere in breitflächigen Evaluationsuntersuchungen in größeren Unternehmen auszahlen sollte.

Praktische Relevanz

In der vorliegenden Untersuchung wird die Äquivalenz der Online- und der Papier-Bleistift-Version des IsoMetricsS Verfahrens zur Evaluation von Software nach ISO 9241-10 (Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten – Teil 10: Grundsätze der Dialoggestaltung) untersucht. Die Äquivalenz ist Voraussetzung für den Einsatz der Online- Version im Feld, die, im Vergleich zu der Papier-Bleistift-Version, einen wirtschaftlicheren und flexibleren Einsatz besonders für Evaluationsuntersuchungen in großen und verteilten Organisationen erlaubt.

 


Ausgabe 3/2006

Simulationsunterstützte Prognose der Leistungsfähigkeit von Fertigungssystemen bei alternder Belegschaft (Ausgabe 3/2006)

Autor: Gert Zülch und Marcel Becker

Schlüsselwörter: · Alternde Belegschaft · Leistungsfähigkeit · Simulation von Fertigungssystemen · Personalorientierte Simulation

Zusammenfassung

Der Beitrag diskutiert die Möglichkeiten, Auswirkungen einer älter werdenden Belegschaft in industriellen Fertigungssystemen mit Hilfe der personalorientierten Simulation zu prognostizieren. Der demographische Wandel offenbart, dass ältere Mitarbeiter einen immer stärkeren Anteil an der Belegschaft haben werden. Dies wird die Leistungsfähigkeit von Fertigungssystemen wesentlich beeinflussen. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, kann diese Entwicklung mit Hilfe von Simulationsszenarien analysiert werden, woraus sich dann geeignete Gestaltungsmaßnahmen ableiten lassen.

Praktische Relevanz

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen werden von den Anforderungen des demographischen Wandels betroffen sein. Der Umgang und der Einsatz älter werdender Mitarbeiter wird zunehmend für den Unternehmenserfolg entscheidend sein. Hier setzt das hier vorgestellte simulationsunterstützte Verfahren an, um Entwicklungen zu prognostizieren und prospektiv mögliche Gestaltungslösungen zu analysieren.
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Adaptive Lernunterstützung zur interaktiven Systemnutzung für ältere Benutzer (ALISA) (Ausgabe 3/2006)

Autor: Doreen Struve, Michael Sengpiel und Hartmut Wandke

Schlüsselwörter: · Adaptivität · Beobachtungslernen · computer literacy · SOK-Modell des erfolgreichen Alterns   ältere Benutzer

Zusammenfassung

Der folgende Artikel gibt einen Überblick über die Inhalte und Ideen des Forschungsprojektes ALISA (Adaptive Lernunterstützung zur interaktiven Systemnutzung für ältere Benutzer) sowie dessen Arbeitsstand. Über die Anwendung des theoretischen Modells der Selektion, Optimierung und Kompensation des erfolgreichen Alterns nach Baltes & Baltes (1989) sowie des Beobachtungslernens nach Bandura (1977, 1986), sollen neue Wege gefunden werden, ältere Benutzer beim Kompetenzerwerb im Umgang mit Technik zu unterstützen. Als Untersuchungsobjekt soll zunächst ein Fahrscheinautomat dienen, da die Nutzung dieser öffentlichen Automaten zunehmend obligatorisch ist.

Praktische Relevanz

Ergebnisse der Untersuchungen sollen verallgemeinert werden und auf vollständige Lernumgebungen transferierbar sein. Es wird angestrebt, dass neben dem Wissenserwerb hinsichtlich interaktiver Systemnutzung für ein spezifisches Produkt, Transfereffekte auf andere technische Systeme auftreten und sich die Selbstwirksamkeitserwartung im Umgang mit Technik bei älteren Personen generell erhöht. Somit soll erreicht werden, dass auch im Alter eine unabhängige Lebensführung möglich ist.
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Altersdifferenzierte Adaption der Mensch-Rechner-Schnittstelle
(Ausgabe 3/2006)

Autor: Nicole Schneider, Sabine Stöcker, Morten Grandt und Christopher Schlick

Schlüsselwörter: · Demografischer Wandel · Adaptive Mensch-Rechner-Schnittstelle · Individualisierung von Software

Zusammenfassung

Der demografische Wandel der Bevölkerung und die damit einhergehende wachsende Anzahl älterer Beschäftigter in Unternehmen fordern neue Konzepte und Werkzeuge zur Unterstützung und Förderung älterer Menschen bei ihren Arbeitstätigkeiten. Besonders der Umgang mit Rechnern stellt dabei für ältere Menschen zum Teil ein großes Problem da. In diesem Beitrag wird eine beispielhafte, altersdifferenzierte Adaption der Mensch-Rechner Schnittstelle (MRS), mit der den Herausforderungen und Problemfeldern im Zuge des demographischen Wandels begegnet werden kann, vorgestellt und mit bereits existierenden Verfahren und Ansätze adaptiver Mensch-Rechner-Schnittstellen verglichen.

Praktische Relevanz

Das hier vorgestellte Modell der altersdifferenzierten Adaption der Mensch-Rechner Schnittstelle bietet einen Ansatz zur ergonomischen Unterstützung interindividueller Erfahrungsund Leistungsprofile speziell älterer Mitarbeiter. Diese bilden im Zuge des demografischen Wandels einen großen Anteil des Gesamtpersonals ab und stellen somit eine wichtige Ressource für Unternehmen dar.
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Altersbedingte Unterschiede in Inhalten und im Zustandekommen von Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit (Ausgabe 3/2006)

Autor: Christian Roßnagel und Guido Hertel

Schlüsselwörter: · Arbeitsmotivation · Arbeitszufriedenheit · ältere Berufstätige

Zusammenfassung

Die arbeitswissenschaftliche Forschung zu altersbedingten Unterschieden zwischen Berufstätigen hat sich bislang auf Kriterien der körperlichen und kognitiven Leistungsfähigkeit konzentriert. Motivationale Aspekte wurden hingegen vernachlässigt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist jedoch die systematische Erforschung altersbedingter Unterschiede der Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit eine wichtige Voraussetzung für eine altersangemessene Gestaltung von Arbeitsbedingungen. Die Ziele des hier dargestellten Forschungsprojekts bestehen in der empirischen Untersuchung altersbedingter Unterschiede sowohl in den Inhalten (Ziele, Motive, Interessen, Bedürfnisse) als auch in den Entstehungsprozessen von Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit. Eine erste abgeschlossene Untersuchung mit 277 TeilnehmerInnen belegt vor allem qualitative Unterschiede in berufsbezogenen Interessen in Abhängigkeit vom Alter. Zu diskutieren sind potenzielle Implikationen für die künftige Instrumentenentwicklung und die Theoriebildung

Praktische Relevanz

Die Untersuchungsergebnisse werden in ein Lebensspannen- Modell arbeitsbezogener Motivation und Zufriedenheit integriert, das zentrale Moderatorvariablen (Ausbildung, Persönlichkeit, etc.) berücksichtigt. Damit werden zentrale Voraussetzungen geschaffen für eine fundierte Entwicklung konkreter Interventionen und Leitlinien für die altersabhängige Motivierung von Berufstätigen, beispielsweise in Form entsprechender Anreizsysteme, Führungsstrategien oder Trainingskonzepte.

 


Alterstrends der Leistungsfähigkeit, arbeitsbezogener Motivation und des Gesundheitserlebens in Abhängigkeit von Merkmalen der Arbeitsgestaltung (Ausgabe 3/2006)

Autor: Falk Richter

Schlüsselwörter: · Demografische Entwicklung · Alter und Leistung · Ältere · Berufliche Kompetenz · Leistungsbereitschaft · Intelligenz

Zusammenfassung

Die demografische Entwicklung macht es notwendig, Ältere nicht mehr wie bisher in Erwartung nachlassender Leistungsund Lernfähigkeit aus dem Erwerbsleben auszuschließen, sondern besser in eine sich wandelnde Arbeitswelt zu integrieren. Befunde aus Meta Analysen verweisen einerseits im Durchschnitt auf Nullkorrelationen zwischen Alter und beruflicher Leistung, andererseits auf eine erhebliche Variabilität zwischen den einzelnen Studien, wobei letzteres als Hinweis auf die Wirkung von Moderatorvariablen interpretiert werden kann. Es wird ein Untersuchungsansatz vorgestellt, mit dessen Hilfe der Moderatoreffekt von Merkmalen der Arbeitssituation (Aufgabentyp, Lernförderlichkeit, Arbeitsintensität) untersucht werden soll. Erste Ergebnisse für Außendienstmitarbeiter eines Pharma Unternehmens verweisen auf eine lernförderliche Arbeitsgestaltung für die untersuchte Tätigkeit und hypothesenkonform überwiegend auf Nullkorrelationen der untersuchten leistungsrelevanten Personenmerkmale mit dem Alter.

Praktische Relevanz

Eine wichtige Rolle für den Erhalt beruflicher Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft über die Spanne des Erwerbslebens wird einer lern- und persönlichkeitsförderlichen Arbeitsgestaltung zugesprochen – d. h. Arbeitsaufgaben mit hohem Tätigkeitsund Entscheidungsspielraum und vielfältigen Anforderungen sowie einer mittleren Arbeitsintensität und einer Organisationskultur, die geprägt ist durch zeitliche Freiräume für Lernen und die Anerkennung selbständigen Handelns.

 


Altersdiversität in Lehrerkollegien: Kooperation und Konflikte zwischen Altersgruppen an Schulen
(Ausgabe 3/2006)

Autor: Andreas Krause, Anja Philipp und Heinz Schüpbach

Schlüsselwörter: · Diversität · Demografischer Wandel · Lehrer · Schulentwicklung

Zusammenfassung

In deutschen Lehrerkollegien herrscht bereits eine ausgeprägte Diversität hinsichtlich des Alters der Lehrkräfte vor. In einer Befragung von 340 Lehrkräften wurde deutlich, dass Lehrerkollegien die bestehende Altersdiversität und die damit verbundenen Potentiale erst ansatzweise nutzen (v.a. Erfahrungsaustausch). Die Zusammenarbeit zwischen den jüngeren und älteren Lehrkräften ist überwiegend konfliktarm. Dies gilt insbesondere, wenn gemeinsame pädagogische Vorstellungen im Kollegium stark ausgeprägt sind. An wenigen Schulen wurden intensivere Konflikte berichtet, die explizit auf Altersunterschiede zurückgeführt wurden. Es werden Vorschläge abgeleitet, wie das Potential von Altersunterschieden noch intensiver genutzt werden kann. Dies wird auch bedeutsam im Hinblick auf den bevorstehenden Generationswechsel, der mit der Pensionierung der Lehrkräfte im Alter zwischen 50 und 59 Jahren eintreten wird, die momentan einen Großteil der Kollegien ausmachen, eintreten wird.

Praktische Relevanz

Aufbauend auf der Studie werden Maßnahmen der Unterrichts-, Personal- und Organisations- bzw. Schulentwicklung abgeleitet. Diese Vorschläge dienen der gezielten Nutzung der Altersdiversität an den Schulen (Managing Diversity) sowie der Vorbereitung auf einen Wandel in der Altersstruktur an Schulen und dem damit verbundenen drohenden Verlust an Erfahrung.

 


Ausgabe 4/2006

Alter(n)sgerechte Arbeitssystemgestlaltung in der Automobilindustrie – die demografische Herausforderung bewältigen (Ausgabe 4/2006)

Autor: Ekkehart Frieling, Markus Buch und Julia Wieselhuber

Schlüsselwörter: · Automobilindustrie · Arbeitsgestaltung · Demografischer Wandel

Zusammenfassung

Der demografische Wandel beschäftigt nicht nur die Gesellschaft im Allgemeinen, sondern insbesondere auch die Unternehmen, da sie sich mit einer steigenden Zahl an älteren Mitarbeitern konfrontiert sehen. Angesichts der unterschiedlichen Stärken und Schwächen von älteren und jüngeren Mitarbeitern stellt sich die Frage, wie Arbeitsplätze und Arbeitsanforderungen für ältere Mitarbeiter gestaltet sein müssen, um die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen weiterhin zu gewährleisten. Neben dem Stand der Forschung und der Praxis werden eingebettet in bereits bestehende Erkenntnisse erste Ergebnisse des Projektes „Altersdifferenzierte Arbeitssystemgestaltung in der Automobilindustrie“ berichtet.

Praktische Relevanz

Der demografische Wandel wirkt sich vor allem auch auf die Entwicklung der Erwerbspersonen Bevölkerung aus; Unternehmen benötigen konkrete Handlungsanweisungen, um den steigenden Anteil an älteren Mitarbeitern zu bewältigen. Insbesondere in der hier fokussierten Automobilindustrie befinden sich viele Montagearbeitsplätze mit hohen körperlichen Anforderungen, die für ältere Mitarbeiter immer weniger zumutbar sind.
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Bewegungen mit indirekter Sicht im Altersverlauf (Ausgabe 4/2006)

Autor: Herbert Heuer und Mathias Hegele

Schlüsselwörter: · Ältere Arbeitnehmer · Zielbewegungen · Indirekte Sicht · Visumotorische Transformationen

Zusammenfassung

Präzise Zielbewegungen werden im höheren Berufs- und Lebensalter langsamer, vor allem bei größerer Weite und höheren Genauigkeitsanforderungen. Darüberhinaus findet sich eine Tendenz zu kürzeren Bewegungen. Besondere Schwierigkeiten entstehen möglicherweise bei Bewegungsaufgaben mit indirekter Sicht, etwa bei der Steuerung eines Mauszeigers auf einem Bildschirm oder bei minimal-invasiven chirurgischen Eingriffen. Die bisher vorliegenden Untersuchungen zum Altersverlauf der Anpassung an neue visumotorische Transformationen ergeben ein eher inkonsistentes Bild. Die Anpassung wird nicht generell schlechter, sondern Altersveränderungen hängen offenbar von noch weitgehend unbekannten Randbedingungen ab. Zu diesen zählen wahrscheinlich die Art der von einer Anpassung beanspruchten Prozesse, die Art der visumotorischen Transformation, verschiedene Merkmale der Lernbedingungen sowie die beim Lernen gleichzeitig zu bewältigenden geistigen Arbeiten.

Praktische Relevanz

Altersveränderungen bei motorischen Leistungen betreffen nicht alle Aufgaben in gleichem Maße. Sofern Freiheitsgrade bei der Aufgabengestaltung bestehen, implizieren aufgabenabhängige Altersveränderungen Hinweise auf die alterdifferenzierte Gestaltung beispielsweise von Mensch-Computer- Schnittstellen.
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 Ein Verfahren zur Ermittlung altersbedingter Engpässe hinsichtlich muskuloskelettaler Belastungen (Ausgabe 4/2006)

Autor: Holger Rademacher, Andrea Sinn-Behrendt, Karlheinz Schaub und Kurt Landau

Schlüsselwörter: · Muskuloskelettale Belastungen · ergonomische Risikoanalyse · Profilvergleich Anforderungen/Fähigkeiten · Ergonomiewerkzeug · altersdifferenzierte Arbeitsgestaltung · alternde Belegschaften

Zusammenfassung

In der Industrie steigt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels der Bedarf für wissenschaftlich fundierte Planungs- und Gestaltungswerkzeuge zur altersdifferenzierten Personaleinsatzplanung und Arbeitsgestaltung. In dem folgenden Beitrag wird ein Werkzeug zur Analyse und Bewertung von physischen Belastungen an Produktionsarbeitsplätzen in Unternehmen der Automobilindustrie sowie der Fähigkeiten der dort tätigen Mitarbeiter zur Bewältigung dieser Belastungen vorgestellt, und dessen Konstruktvalidität diskutiert. Dieses Ergonomiewerkzeug ermöglicht ferner die Identifikation von potenziellen altersbedingten Engpässen in Form von Diskrepanzen zwischen Arbeitsplatzanforderungen und Mitarbeiterfähigkeiten, indem die bewerteten Belastungen und Fähigkeiten einander gegenübergestellt werden.

Praktische Relevanz

Das progressive Altern der Bevölkerungen in den meisten Industriestaaten wirft Fragen bezüglich der Auswirkungen auf die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen mit zwangsläufig ebenfalls immer älter werdenden Belegschaften auf. Es gilt Produktionssysteme alter(n)sgerecht zu gestalten, wobei die Kontrolle bzw. Reduzierung physischer Belastungen nach wie vor ein wesentliches Ziel darstellen muss. Der vorliegende Beitrag diskutiert ein Ergonomiewerkzeug zur integrierten Dokumentation und Bewertung belastender Arbeitssituationen sowie vorhandener Mitarbeiterfähigkeiten zwecks Ermittlung altersabhängiger Engpässe in der automobilindustriellen Produktion. 
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 Die Bedeutung von Arbeitsgestaltung für die innovative und adaptive Leistung älterer Berufstätiger (Ausgabe 4/2006)

Autor: Ralf Stegmaier, Katrin Noefer, Beate Molter, Karlheinz Sonntag

Schlüsselwörter: · Innovationsfähigkeit · Anpassungsfähigkeit · Komplexität · Autonomie · Zeitdruck · Feedback von Vorgesetzten · Möglichkeiten zum Wissenstransfer

Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und technologischer sowie organisationaler Veränderungen ist die Erhaltung der Innovations- und Anpassungsfähigkeit älterer Berufstätiger gefragt. Besonders die Gestaltung von Arbeitsmerkmalen ist dabei von entscheidender Bedeutung. In einer Studie mit 74 älteren Beschäftigten (40- 65 Jahre) wurden in einer Fragebogenerhebung die Auswirkungen von Arbeitsmerkmalen auf die Innovations- und Anpassungsfähigkeit untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass besonders die Autonomie und das Feedback von Vorgesetzten einen positiven Zusammenhang mit der Ideengenerierung aufweisen, während die Autonomie und die Möglichkeiten zum Wissenstransfer stärker positiv mit der Ideenimplementierung zusammenhängen. Bei der Bewältigung unsicherer Arbeitssituationen besteht ein positiver Zusammenhang mit Autonomie und Feedback von Vorgesetzten, und beim Lernen neuer Technologien und Verfahren zeigt sich ein positiver Zusammenhang mit dem Feedback von Vorgesetzten.

Praktische Relevanz

Die Studie gibt Aufschluss darüber, wie Arbeitsbedingungen gestaltet sein müssen, damit ältere Beschäftigte sich an neue Arbeitssituationen anpassen und selbst Innovationen entwickeln und umsetzen können. Besonders die Autonomie bei der eigenen Arbeit, die Rückmeldungen von Vorgesetzten und die Möglichkeit zum Wissenstransfer zeigen positive Zusammenhänge mit der Innovationsfähigkeit. Auch im Bereich der Anpassungsfähigkeit spielen Autonomie und die Rückmeldungen von Vorgesetzten eine wichtige Rolle, damit sich ältere Mitarbeiter an unsichere Arbeitssituationen anpassen und sich neue Technologien und Verfahren zur Bewältigung organisationaler Veränderungen aneignen können.


Teilprojekt KRONOS Lebensarbeitszeitmodelle: Chancen für Unternehmen und Mitarbeiter (Ausgabe 4/2006)

Autor: Dorothee Karl, Peter Knauth, Kathrin Elmerich, Matthias Rott und Christine Watrinet

Schlüsselwörter: · Lebensarbeitszeit · Demografischer Wandel · Teilzeitarbeit · Schichtarbeit

Zusammenfassung

Ziel des Projektes KRONOS ist es, die Wirkungen verschiedener Arbeitszeitmodelle auf die älter werdenden Mitarbeiter zu ermitteln. Es sollen sowohl kurz- als auch langfristige Effekte auf der individuellen und betrieblichen Ebene analysiert werden. Die folgenden Unternehmen sind Projektpartner: AUDI AG, BASF AG, BMW AG, Johns Manville Sales GmbH, Rasselstein GmbH und ZLB Behring GmbH. Es werden die entwickelten Methoden und erste Ergebnisse aus zwei Teilprojekten dargestellt. Die ersten Ergebnisse weisen darauf hin, dass das kalendarische Alter alleine keine trennscharfe Variable zur Gestaltung von Lebensarbeitszeitmodellen ist.

Praktische Relevanz

Nicht durch eine Fokussierung auf die älteren Mitarbeiter, sondern nur durch eine ganzheitliche Sichtweise des Älterwerdens im Betrieb und die Berücksichtigung der daraus resultierenden Konsequenzen für die Arbeitszeitgestaltung können für Unternehmen Handlungsmöglichkeiten generiert werden, die den Erhalt und die Förderung der Arbeitsfähigkeit sichern. Im Projekt KRONOS werden daher spezifische Effekte alternsgerechter Arbeitszeitmodelle erforscht und neben dem Alter weitere relevante Merkmale einbezogen. Die Generalisierbarkeit der Ergebnisse wird durch die branchenübergreifende Projektarbeit überprüft.


Altersheterogenität als Determinante von Leistung in Arbeitsgruppen der öffentlichen Verwaltung (Ausgabe 4/2006)

Autor: Carla Roth, Jürgen Wegge, Klaus-Helmut Schmidt und Barbara Neubach

Schlüsselwörter: · Altersheterogenität · Arbeitsgruppen · Leistung · Aufgabenkomplexität · Gruppengröße ·Organisationale Verbundenheit

Zusammenfassung

Basierend auf Daten von 4597 Mitarbeitern aus 111 Finanzämtern in Nordrhein-Westfalen wird analysiert, welche Auswirkungen verschiedene Indikatoren der Altersheterogenität in Gruppen (Maximum, Mittelwert, Varianz) auf die Gruppenleistung haben (objektive Bearbeitungszeiten). Als potentielle Moderatorvariablen wurden die Aufgabenkomplexität und die Gruppengröße erfasst, als potentielle Mediatorvariable die Verbundenheit mit der Dienststelle. Wie erwartet, führt eine hohe Altersvarianz bei Bearbeitung komplexer Aufgaben (r = - .23, p < .01), aber nicht bei Bearbeitung von Routineaufgaben zu besseren Leistungen, d. h. kürzeren Bearbeitungszeiten (r = .01). Der positive Effekt höherer Altersvarianz bei komplexen Aufgaben basiert zum Teil auf Unterschieden in der Verbundenheit mit der Dienststelle. Für die anderen Indikatoren der Altersverteilung (Mittelwert, Maximum) sind vergleichbare, aber schwächere Unterschiede zu finden. Die Gruppengröße hatte schließlich keinen bedeutsamen Einfluss auf diese Zusammenhänge. Insgesamt betrachtet ist demnach die Altersvarianz innerhalb der Teams der prägnanteste Einflussfaktor. Im Rahmen des im SPP 1184 geförderten ADIGU-Projekts werden in zwei Längsschnittstudien genauere Analysen zu den möglichen Ursachen (z. B. kognitive und emotionale Konflikte) und weiteren Randbedingungen dieser Zusammenhänge (z. B. Wertschätzung von Altersheterogenität) angestellt.

Praktische Relevanz

Die Alterszusammensetzung bei Gruppenarbeit ist ein wichtiger Aspekt, der in Arbeitsorganisationen verstärkte Beachtung verdient. Die Daten der vorliegenden Studie sprechen dafür, dass insbesondere eine hohe Altersvarianz bei der Bearbeitung komplexer Sachbearbeitungsaufgaben Vorteile mit sich bringt.


Warum nur so ungeliebt? Zur Kompetenz älterer Mitarbeiter im Vergleich zu ihren jüngeren Kollegen (Ausgabe 4/2006)

Autor: Simone Kauffeld

Schlüsselwörter: · Kompetenz · ältere Berufstätige

Zusammenfassung

Der Anteil von Mitarbeitern im höheren Erwerbsalter nimmt in Deutschland und anderen europäischen Ländern zu und wird weiter zunehmen. Mit den alternden Belegschaften wird eine Bedrohung des Innovations- und Wachstumspotenzials verbunden, weil ältere Mitarbeiter als weniger leistungsfähig, kreativ und aufgeschlossen gegenüber Neuerungen eingeschätzt werden als ihre jüngeren Kollegen. Die Ergebnisse einer unternehmensübergreifenden Studie in 20 Unternehmen aus der gleichen Arbeitsgruppe (N=92 Gruppen) zeigen, dass ältere Arbeitnehmer (N=65) nicht weniger kompetent sind als ihre jüngeren Kollegen (N=492). Die älteren Mitarbeiter schätzen sich sogar kompetenter hinsichtlich ihrer fachlichen Kenntnisse und ihrer Kreativität ein. Bei der Bewältigung von Optimierungsaufgaben in Gruppen generieren Ältere nicht weniger Lösungen als ihre jüngeren Kollegen, sondern zeigen sich kompetenter in der Problemidentifikation und Problemanalyse. Lediglich in der Methodenkompetenz verlieren sich Ältere leichter in Details und Beispielen als ihre jüngeren Kollegen.

Praktische Relevanz

Die Untersuchung kann genutzt werden, um die Einstellung gegenüber älteren Arbeitnehmern in Betrieben positiv zu verändern. Ältere Erwerbstätige erweisen sich nicht per se als Risikofaktor. Die Ergebnisse lassen hoffen, dass auch mit älteren Belegschaften die Anforderungen der Zukunft zu bewältigen sein werden. Sowohl aus gesamtgesellschaftlicher Sicht wie aus der Sicht der einzelnen Betriebe gilt es ältere Arbeitnehmer zu halten und ihre Kompetenz zu nutzen, statt ihr vorzeitiges Ausscheiden zu forcieren.