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TITEL, ZUSAMMENFASSUNGEN, AUTOREN UND
SCHLÜSSELWÖRTER DER BEITRÄGE AB AUSGABE 1/2006 |
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| 1/2006 |
Evaluation webbasierter Systeme mittels implizit erfasster
Benutzerinteraktionen Innovationen – eine Bestandsaufnahme bei Erwerbstätigen Informationsversorgung durch Netzwerke für präventionsorientierte Beschaffungsprozesse Arbeitswissenschaftliche Überlegungen im Kontext von Basel II
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| 2/2006 |
Head-Up-Guidance-Systeme und Mensch-Maschine-Interaktion
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| 3/2006 |
Simulationsunterstützte Prognose der Leistungsfähigkeit von
Fertigungssystemen bei alternder Belegschaft Adaptive Lernunterstützung zur interaktiven Systemnutzung für ältere Benutzer (ALISA) Altersdifferenzierte Adaption der Mensch-Rechner-Schnittstelle Altersdiversität in Lehrerkollegien: Kooperation und Konflikte zwischen Altersgruppen an Schulen
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| 4/2006 |
Bewegungen mit indirekter Sicht im Altersverlauf Ein Verfahren zur Ermittlung altersbedingter Engpässe hinsichtlich muskuloskelettaler Belastungen Die Bedeutung von Arbeitsgestaltung für die innovative und adaptive Leistung älterer Berufstätiger Teilprojekt KRONOS Lebensarbeitszeitmodelle: Chancen für Unternehmen und Mitarbeiter Altersheterogenität als Determinante von Leistung in Arbeitsgruppen der öffentlichen Verwaltung Warum nur so ungeliebt? Zur Kompetenz älterer Mitarbeiter im Vergleich zu ihren jüngeren Kollegen
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Evaluation webbasierter Systeme mittels implizit erfasster Benutzerinteraktionen (Ausgabe 1/2006) Autoren: Ludger Schmidt und Holger Luczak Schlüsselwörter: · Evaluation · Logfile-Analyse · webbasierte Systeme · Benutzerinteraktion Zusammenfassung Dieser Beitrag stellt eine Methode zur Evaluation webbasierter Systeme vor, bei der im Hintergrund aufgezeichnete Benutzerinteraktionen als Datengrundlage verwendet werden. Die einzelnen Anwendungsschritte der Methode werden exemplarisch anhand der arbeitswissenschaftlichen Lernplattform INTEGRAL II veranschaulicht und mit ihren Ergebnissen vorgestellt. Praktische Relevanz
Mit geringem Erhebungsaufwand können Logfiles
webbasierter Systeme als nicht-reaktives Beobachtungsinstrument für
Interaktionen von Benutzern mit Prototypen und Software- Produkten
genutzt werden. Möglichkeiten und Grenzen dieser Evaluationsmethode
werden in diesem Beitrag anhand der exemplarischen Anwendung auf eine
arbeitswissenschaftliche Lernplattform illustriert, sind aber auf andere
Bereiche (z. B. ECommerce) übertragbar.
Innovationen – eine Bestandsaufnahme bei Erwerbstätigen(Ausgabe 1/2006) Autorinnen: Bärbel Bergmann,Doreen Eisfeldt,Claudia Prescher und Christian Seeringer Schlüsselwörter: · Aufgabengestaltung · Innovation · Innovationsfähigkeit · Lernen in der Arbeit Zusammenfassung Mit Hilfe einer Sekundäranalyse des repräsentativen Datensatzes der BIBB/IAB-Erhebung zum Thema „Erwerb und Verwertung beruflicher Qualifikationen“ von 1998/99 sowie mit Hilfe einer Feldstudie an Erwerbstätigen aus 12 Unternehmen erfolgt eine Bestandaufnahme zum Innovationsgeschehen sowie eine Prüfung von Zusammenhängen zwischen Innovation und Arbeitsgestaltung. Die Befunde der Sekundäranalyse weisen aus, dass jeder zweite Erwerbstätige über Produkt- und/ oder Prozessinnovationen in seinem Arbeitsumfeld berichtet. Die Daten der Feldstudie zeigen nur für 15% der Erwerbstätigen mit abgeschlossener Ausbildung und für ca. 39% der Erwerbstätigen mit einem Hochschul- oder Universitätsabschluss für das zurückliegende Jahr Innovationen an. Es bestehen signifikante positive Zusammenhänge zwischen Merkmalen der Arbeitsaufgaben und der Innovationstätigkeit. In der Diskussion wird auf die Verantwortung der Führungskräfte für die Förderung der Innovationstätigkeit hingewiesen. Die Hypothese über eine Innovationsförderung durch Aufgabengestaltung wird begründet. Praktische Relevanz
Der Wettbewerb in der Wirtschaft hat sich vom klassischen
Kostenwettbewerb zum Wettbewerb um innovative Produkte und
Dienstleistungen verlagert. Bestandsaufnahmen zum Innovationsgeschehen
machen deutlich, dass die Innovationstätigkeit Erwerbstätiger mit der
Lernhaltigkeit ihrer Arbeitsaufgaben positiv und mit der
Arbeitsintensität negativ zusammenhängt. Die Hypothese wird begründet,
dass die Aufgabengestaltung ein Weg zur Innovationsförderung sein kann.
Auf Qualifizierungen der Führungskräfte zur Entwicklung von Motivation
und Lernen in der Arbeit als Weg der Innovationsförderung wird
verwiesen.
Autoren: Constance Winkelmann und Winfried Hacker Schlüsselwörter: · Entwurfstätigkeiten · Design Problem Solving · Fragetechnik · Reflexion Zusammenfassung In einer Serie von experimentellen Studien wurde der Einfluss einer fragengestützten reflexiven Auseinandersetzung mit der eigenen Entwurfslösung zur Unterstützung der frühen Phasen konstruktiver Entwurfsprozesse untersucht. Die Hauptfrage dieser Untersuchungen betrifft die Übertragbarkeit der bislang an Laien, d. h. Personen ohne konstruktionsmethodische Vorkenntnisse, eingesetzten Fragetechnik auf Fachleute mit unterschiedlicher Berufserfahrung. Im ersten Experiment (N = 63) wurde zunächst die Replizierbarkeit sowie Verallgemeinerbarkeit früherer fragenbasierter Lösungsgütesteigerung an einer anderen Laienstichprobe gezeigt. Beim Einsatz der Fragetechnik bei Maschinenbau-Studenten (N = 42) und berufserfahrenen Konstrukteuren (N = 33) konnten ebenfalls signifikante Verbesserungen der Lösungsgüte nachgewiesen werden, wobei sich vornehmlich Berufseinsteiger mit einer im Vergleich zu den Berufserfahrenen geringeren Erfahrung in einem größerem Ausmaß verbesserten. Damit konnte nachgewiesen werden, dass die Frage-Antwort-Technik auch bei Fachleuten zur Unterstützung der frühen Phasen konstruktiver Prozesse geeignet ist. Als Hilfsmittel zur systematischen Analyse von eigenen Arbeitsergebnissen sowie zur Optimierung von Vorgehens- und Bearbeitungsstrategien könnte sie auch zu einem wertvollen Instrument bereits in der Ausbildung von Konstrukteuren werden. Praktische Relevanz
Die nachgewiesenen Leistungssteigerungen beim Einsatz der
Fragetechnik sind von hoher praktischer Bedeutung: Als Hilfsmittel zur
systematischen Analyse von eigenen Arbeitsergebnissen sowie zur
Optimierung von Vorgehens- und Bearbeitungsstrategien sollte die
Fragetechnik zu einem Inhalt der Ausbildung von Konstrukteuren werden.
Eine Umsetzung in die entwurfsmethodische Ausbildung von Studenten des
Maschinenbaus, Bauwesens und der Architektur wird angeregt.
Autoren: Klaus-Helmut Schmidt und Barbara Neubach Schlüsselwörter: · Kontrollprozesse · Vulnerabilitätsfaktoren · Moderatoreffekte · Burnout Zusammenfassung An zunehmend mehr Arbeitsplätzen (insbesondere im Dienstleistungsbereich) werden die Beschäftigten mit der Anforderung konfrontiert, einen beherrschten und kontrollierten Verhaltenseindruck zu vermitteln. Dies setzt das Unterdrücken habitueller, spontaner Reaktionstendenzen und der hiermit assoziierten Emotionen voraus. Beobachtungen aus der Grundlagenforschung weisen darauf hin, dass das Bewältigen derartiger Selbstkontrollanforderungen mit erheblichen Kosten verbunden ist, die sich sowohl auf der Verhaltensund Erlebensebene als auch auf physiologischer Ebene manifestieren können. Die Ergebnisse der vorliegenden Feldstudie von Verwaltungstätigkeiten belegen die Bedeutsamkeit dieser Zusammenhänge auch in realen Arbeitskontexten. Zunehmende Selbstkontrollanforderungen spiegeln sich insbesondere in einem Anstieg des Burnout-Erlebens wider. Die Beanspruchungswirkungen von Selbstkontrollanforderungen werden darüber hinaus von der kognitiven Fehlerneigung von Personen moderiert, die als Indikator für kognitive Kontrolldefizite angesehen wird. Bei Personen mit hoher kognitiver Fehlerneigung treten anforderungsbedingt stärkere Beanspruchungseffekte auf als bei Personen mit geringeren Kontrolldefiziten. Praktische Relevanz Die Ergebnisse der Studie legen nahe, den Beanspruchungswirkungen von Selbstkontrollanforderungen bei der Arbeit zukünftig mehr Beachtung zu schenken. Da mit der Analyse dieser Anforderungen ein neuartiger Belastungsaspekt im Feld der Arbeit erschlossen wird, dürften sich zur Beanspruchungsprävention zunächst klassische Gestaltungsansätze anbieten, die auf eine Stärkung arbeitsbezogener Ressourcen gerichtet sind, wie z. B. vergrößerte Handlungs- und Entscheidungsspielräume oder soziale Unterstützungsnetzwerke.
Autoren: Björn Krämer und Bernhard Zimolong Schlüsselwörter: · Arbeitssicherheit · Gesundheit · Umweltschutz · Netzwerke · Informationsdefizite · kleine und mittlere Unternehmen Zusammenfassung In der präventionsorientierten Beschaffung liegen große Potenziale für den betrieblichen Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz (AGU). Allerdings fehlt vielen Unternehmen für entsprechende Beschaffungsentscheidungen die nötige Informationsbasis. Damit sich insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit ihren begrenzten Ressourcen über präventionsorientierte Beschaffungsprozesse informieren können, sind sie auf überbetriebliche Unterstützung durch Präventionsnetzwerke angewiesen. In einer Fragebogenerhebung bei 70 KMU des metallverarbeitenden Gewerbes wird die Informationsversorgung durch verschiedene Partner in Präventionsnetzwerken untersucht. Es kann gezeigt werden, dass der Aufbau von Präventionsnetzwerken ein geeigneter Lösungsansatz ist, um die Informationsprobleme von KMU zu lösen. Praktische Relevanz Vor allem Berufsgenossenschaften und Anbieter lieferten in der Studie beschaffungsrelevante Informationen zu verschiedenen Themen. Der Rückgriff von KMU auf Arbeitsstoffanbieter und überbetriebliche Dienste erhöhte nach den Ergebnissen erfolgreich den Informationsstand besonders über die Vorteile der präventionsorientierten Beschaffung. Außerdem verbesserten Arbeitsstoffanbieter und Fachverbände die Informationsgrundlage für die Beschaffung von Arbeitsstoffen. KMU mit dem Ziel eine präventionsorientierte Beschaffung umzusetzen, sollten auf diese Netzwerkpartner zurückgreifen.
Arbeitswissenschaftliche Überlegungen im Kontext von Basel II (Ausgabe 1/2006) Autorin: Christiane Spieker Schlüsselwörter: · „Baseler Eigenkapitalvereinbarung“ (Basel II) · Rating · weiche Faktoren · Unsicherheits- Faktor Mensch · Arbeitsgestaltung · Mittelstand Zusammenfassung Die neuen Bestimmungen nach Basel II sehen seitens der Banken vor, das Kreditgeschäft im Firmenkundenbereich risikoorientiert abzusichern. Dabei setzt eine bonitätsorientierte Preisstellung ein Rating voraus, bei dem der Bankkunde umfassend hinsichtlich der Erfolgs- und Risikopotenziale zu bewerten ist. Die kurzfristige Sicherung der langfristigen Existenz von Unternehmen erscheint dabei nur unter Beachtung personeller Unsicherheits-Faktoren möglich. Sie sind es, die sowohl als Bedingungen für Ergebnisverbesserungen als auch als Ursache für Ergebniseinbußen anzusehen sind. Insgesamt sollen die Überlegungen dazu beitragen, arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse in Basel-II Szenarien zu berücksichtigen und der Arbeitswissenschaft neue Impulse zu verleihen. Praktische Relevanz Als praxeologische Wissenschaft ist die Arbeitswissenschaft in der Lage, einen Beitrag zum unternehmerischen Erfolg des Mittelstands zu leisten. Die Vorbereitung auf ein Rating nach Basel II eröffnet dazu zahlreiche Optionen, arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis sinnvoll einzusetzen und einen Mehrwert im Sinn einer ergebnisorientierten und nachhaltigen Unternehmenspolitik zu erwirtschaften.
Autorin: Sonia Hornberger Schlüsselwörter: · Individualisierung · Gesundheit · Belastung · Beanspruchung · Selbstorganisation Zusammenfassung Individualisierung von Arbeitsbedingungen ist gekennzeichnet durch eine Destandardisierung personalwirtschaftlicher Gestaltungsfelder bei gleichzeitiger Delegation von Entscheidungen und Verantwortung bzgl. der Gestaltung an die Beschäftigten. Ihr Doppelcharakter - ermöglichte und verordnete Selbstbestimmung - und damit zusammenhängende neue Arbeitsanforderungen erfordern neue Forschungskonzepte zu ihrer arbeitswissenschaftlichen Analyse, Bewertung und Gestaltung. Im Beitrag wird ein Entwurf einer neuen Forschungskonzeption vorgestellt. Praktische Relevanz
Die im Beitrag vorgestellten Konzepte integrieren
arbeitspsychologische, ergonomische, soziologische und
gesundheitswissenschaftliche Ansätze. Sie
Autoren: Thomas Bissels, Sonja Sackmann und Sandra Bissels
Schlüsselwörter:
· Selbständige Erwerbsarbeit · Belastung · Beanspruchung
· Selbstmanagement · Zeitmanagement · Zusammenfassung Die empirische Fragebogenstudie zur Arbeitssituation von Selbständigen (N = 51) berichtet wahrgenommene Belastungen, individuelle Kompetenzen zu deren Bewältigung sowie Zufriedenheit und Beanspruchungsniveau. Dabei zeigte sich die zentrale Rolle des Selbstmanagements für eine zufrieden stellende und beschwerdearme Erwerbsarbeit. Praktische Relevanz
Die Erforschung der Situation Selbständiger und
notwendiger Kompetenzen zur Bewältigung der besonderen Anforderungen
ermöglicht die Entwicklung wirksamer Hilfen (z. B. Trainings,
Instrumente zur Selbstdiagnose) zur effektiveren Arbeit für die
wachsende Zahl selbständig Tätiger.
Head-Up-Guidance-Systeme und Mensch-Maschine-Interaktion (Ausgabe 2/2006) Autor: Daniel Bandow Schlüsselwörter: · Head-Up-Guidance-Systeme · Autopilot-Systeme · Belastung und Beanspruchung · Situationsbewußtsein · Blickbewegungsanalyse Zusammenfassung Basierend auf dem integrierten Belastungs- und Beanspruchungskonzept nach Rohmert wurde evaluiert, inwiefern sich der Einsatz des „Head-Up-Guidance-Systems“ (HGS) 2100 auf die Mensch Maschine-Interaktion im Vergleich zum automatischen System des Flugzeugtyps Bombardier CRJ200 während der Landeanflugphasen auswirkt. Dazu wurde einem polygraphischen Meßkonzept folgend eine kognitive Tätigkeitsanalyse und eine Blickbewegungsanalyse basierend auf einer Systemanalyse durchgeführt. Besonders scheinen sich beim Einsatz des HGS die Belastungsniveauunterschiede und steigungen kurz vor dem Aufsetzen, bei Eintreten des Systemfehlers und beim Einleiten des Go Around- Manövers zu vermindern. Die Beanspruchungen und die Qualifikation der Piloten korrelieren nur bei Einsatz des Autopilot- Systems und erreichen erst ab einem mittleren Erfahrungsgrad das Beanspruchungsniveau für HGS-Landeanflüge. Das Situationsbewußtsein wird bei HGS-Einsatz höher eingestuft. Praktische Relevanz
„Head-Up-Guidance-Systeme“, manuelle Flugführungssysteme
mit vermindertem Automationsgrad und permanenter Sicht aus dem
Cockpitfenster, erweitern die Systemfähigkeiten der Autopilot Systeme
während des gesamten Fluges. Neben der operationellen Erweiterung und
flugtechnischen Verbesserung wird in diesem Beitrag erörtert, wie diese
Systeme durch Optimierung der Mensch Maschine-Interaktion besonders
während der Landeanflugphasen und unter Schlechtwettersichtbedingungen
zur Verringerung der Problembereiche der Automation und letztendlich zur
Flugsicherheit beitragen können.
Autoren: Kai-Christoph Hamborg, Brigitte Vehse und Frank Ollermann Schlüsselwörter: · Fragebogenuntersuchungen · Software-Evaluation · Usability Zusammenfassung Die Papier-Bleistift- und die Online-Version des IsoMetricsSVerfahrens zur Evaluation von Software nach ISO 9241, Teil 10 werden auf psycho-metrische Äquivalenz untersucht. Die Befunde der Untersuchung zeigen keine signifikanten Unterschiede der Skalenmittelwerte, der Skalenreliabilitäten mit einer Ausnahme) und der Verteilungen der Skalenwerte, so dass die Äquivalenzannahme für die beiden Versionen beibehalten werden kann. Demnach lassen sich die Papier-Bleistift- und die Online Version des Verfahrens alternativ einsetzen. Die Online-Version des IsoMetrics-Fragebogens verspricht eine vereinfachte und beschleunigte Durchführbarkeit von Evaluationsstudien, die sich insbesondere in breitflächigen Evaluationsuntersuchungen in größeren Unternehmen auszahlen sollte. Praktische Relevanz In der vorliegenden Untersuchung wird die Äquivalenz der Online- und der Papier-Bleistift-Version des IsoMetricsS Verfahrens zur Evaluation von Software nach ISO 9241-10 (Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten – Teil 10: Grundsätze der Dialoggestaltung) untersucht. Die Äquivalenz ist Voraussetzung für den Einsatz der Online- Version im Feld, die, im Vergleich zu der Papier-Bleistift-Version, einen wirtschaftlicheren und flexibleren Einsatz besonders für Evaluationsuntersuchungen in großen und verteilten Organisationen erlaubt.
Autor: Gert Zülch und Marcel BeckerSchlüsselwörter: · Alternde Belegschaft · Leistungsfähigkeit · Simulation von Fertigungssystemen · Personalorientierte Simulation Zusammenfassung Der Beitrag diskutiert die Möglichkeiten, Auswirkungen einer älter werdenden Belegschaft in industriellen Fertigungssystemen mit Hilfe der personalorientierten Simulation zu prognostizieren. Der demographische Wandel offenbart, dass ältere Mitarbeiter einen immer stärkeren Anteil an der Belegschaft haben werden. Dies wird die Leistungsfähigkeit von Fertigungssystemen wesentlich beeinflussen. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, kann diese Entwicklung mit Hilfe von Simulationsszenarien analysiert werden, woraus sich dann geeignete Gestaltungsmaßnahmen ableiten lassen. Praktische Relevanz
Gerade kleine und mittelständische Unternehmen werden von
den Anforderungen des demographischen Wandels betroffen sein. Der Umgang
und der Einsatz älter werdender Mitarbeiter wird zunehmend für den
Unternehmenserfolg entscheidend sein. Hier setzt das hier vorgestellte
simulationsunterstützte Verfahren an, um Entwicklungen zu
prognostizieren und prospektiv mögliche Gestaltungslösungen zu
analysieren.
Autor: Doreen Struve, Michael Sengpiel und Hartmut Wandke Schlüsselwörter: · Adaptivität · Beobachtungslernen · computer literacy · SOK-Modell des erfolgreichen Alterns ältere Benutzer Zusammenfassung Der folgende Artikel gibt einen Überblick über die Inhalte und Ideen des Forschungsprojektes ALISA (Adaptive Lernunterstützung zur interaktiven Systemnutzung für ältere Benutzer) sowie dessen Arbeitsstand. Über die Anwendung des theoretischen Modells der Selektion, Optimierung und Kompensation des erfolgreichen Alterns nach Baltes & Baltes (1989) sowie des Beobachtungslernens nach Bandura (1977, 1986), sollen neue Wege gefunden werden, ältere Benutzer beim Kompetenzerwerb im Umgang mit Technik zu unterstützen. Als Untersuchungsobjekt soll zunächst ein Fahrscheinautomat dienen, da die Nutzung dieser öffentlichen Automaten zunehmend obligatorisch ist. Praktische Relevanz
Ergebnisse der Untersuchungen sollen verallgemeinert
werden und auf vollständige Lernumgebungen transferierbar sein. Es wird
angestrebt, dass neben dem Wissenserwerb hinsichtlich interaktiver
Systemnutzung für ein spezifisches Produkt, Transfereffekte auf andere
technische Systeme auftreten und sich die Selbstwirksamkeitserwartung im
Umgang mit Technik bei älteren Personen generell erhöht. Somit soll
erreicht werden, dass auch im Alter eine unabhängige Lebensführung
möglich ist.
Altersdifferenzierte Adaption der Mensch-Rechner-Schnittstelle Autor: Nicole Schneider, Sabine Stöcker, Morten Grandt und Christopher Schlick Schlüsselwörter: · Demografischer Wandel · Adaptive Mensch-Rechner-Schnittstelle · Individualisierung von Software Zusammenfassung Der demografische Wandel der Bevölkerung und die damit einhergehende wachsende Anzahl älterer Beschäftigter in Unternehmen fordern neue Konzepte und Werkzeuge zur Unterstützung und Förderung älterer Menschen bei ihren Arbeitstätigkeiten. Besonders der Umgang mit Rechnern stellt dabei für ältere Menschen zum Teil ein großes Problem da. In diesem Beitrag wird eine beispielhafte, altersdifferenzierte Adaption der Mensch-Rechner Schnittstelle (MRS), mit der den Herausforderungen und Problemfeldern im Zuge des demographischen Wandels begegnet werden kann, vorgestellt und mit bereits existierenden Verfahren und Ansätze adaptiver Mensch-Rechner-Schnittstellen verglichen. Praktische Relevanz
Das hier vorgestellte Modell der altersdifferenzierten
Adaption der Mensch-Rechner Schnittstelle bietet einen Ansatz zur
ergonomischen Unterstützung interindividueller Erfahrungsund
Leistungsprofile speziell älterer Mitarbeiter. Diese bilden im Zuge des
demografischen Wandels einen großen Anteil des Gesamtpersonals ab und
stellen somit eine wichtige Ressource für Unternehmen dar.
Autor: Christian Roßnagel und Guido Hertel Schlüsselwörter: · Arbeitsmotivation · Arbeitszufriedenheit · ältere Berufstätige Zusammenfassung Die arbeitswissenschaftliche Forschung zu altersbedingten Unterschieden zwischen Berufstätigen hat sich bislang auf Kriterien der körperlichen und kognitiven Leistungsfähigkeit konzentriert. Motivationale Aspekte wurden hingegen vernachlässigt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist jedoch die systematische Erforschung altersbedingter Unterschiede der Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit eine wichtige Voraussetzung für eine altersangemessene Gestaltung von Arbeitsbedingungen. Die Ziele des hier dargestellten Forschungsprojekts bestehen in der empirischen Untersuchung altersbedingter Unterschiede sowohl in den Inhalten (Ziele, Motive, Interessen, Bedürfnisse) als auch in den Entstehungsprozessen von Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit. Eine erste abgeschlossene Untersuchung mit 277 TeilnehmerInnen belegt vor allem qualitative Unterschiede in berufsbezogenen Interessen in Abhängigkeit vom Alter. Zu diskutieren sind potenzielle Implikationen für die künftige Instrumentenentwicklung und die Theoriebildung Praktische Relevanz Die Untersuchungsergebnisse werden in ein Lebensspannen- Modell arbeitsbezogener Motivation und Zufriedenheit integriert, das zentrale Moderatorvariablen (Ausbildung, Persönlichkeit, etc.) berücksichtigt. Damit werden zentrale Voraussetzungen geschaffen für eine fundierte Entwicklung konkreter Interventionen und Leitlinien für die altersabhängige Motivierung von Berufstätigen, beispielsweise in Form entsprechender Anreizsysteme, Führungsstrategien oder Trainingskonzepte.
Autor: Falk Richter Schlüsselwörter: · Demografische Entwicklung · Alter und Leistung · Ältere · Berufliche Kompetenz · Leistungsbereitschaft · Intelligenz Zusammenfassung Die demografische Entwicklung macht es notwendig, Ältere nicht mehr wie bisher in Erwartung nachlassender Leistungsund Lernfähigkeit aus dem Erwerbsleben auszuschließen, sondern besser in eine sich wandelnde Arbeitswelt zu integrieren. Befunde aus Meta Analysen verweisen einerseits im Durchschnitt auf Nullkorrelationen zwischen Alter und beruflicher Leistung, andererseits auf eine erhebliche Variabilität zwischen den einzelnen Studien, wobei letzteres als Hinweis auf die Wirkung von Moderatorvariablen interpretiert werden kann. Es wird ein Untersuchungsansatz vorgestellt, mit dessen Hilfe der Moderatoreffekt von Merkmalen der Arbeitssituation (Aufgabentyp, Lernförderlichkeit, Arbeitsintensität) untersucht werden soll. Erste Ergebnisse für Außendienstmitarbeiter eines Pharma Unternehmens verweisen auf eine lernförderliche Arbeitsgestaltung für die untersuchte Tätigkeit und hypothesenkonform überwiegend auf Nullkorrelationen der untersuchten leistungsrelevanten Personenmerkmale mit dem Alter. Praktische Relevanz Eine wichtige Rolle für den Erhalt beruflicher Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft über die Spanne des Erwerbslebens wird einer lern- und persönlichkeitsförderlichen Arbeitsgestaltung zugesprochen – d. h. Arbeitsaufgaben mit hohem Tätigkeitsund Entscheidungsspielraum und vielfältigen Anforderungen sowie einer mittleren Arbeitsintensität und einer Organisationskultur, die geprägt ist durch zeitliche Freiräume für Lernen und die Anerkennung selbständigen Handelns.
Autor: Andreas Krause, Anja Philipp und Heinz Schüpbach Schlüsselwörter: · Diversität · Demografischer Wandel · Lehrer · Schulentwicklung Zusammenfassung In deutschen Lehrerkollegien herrscht bereits eine ausgeprägte Diversität hinsichtlich des Alters der Lehrkräfte vor. In einer Befragung von 340 Lehrkräften wurde deutlich, dass Lehrerkollegien die bestehende Altersdiversität und die damit verbundenen Potentiale erst ansatzweise nutzen (v.a. Erfahrungsaustausch). Die Zusammenarbeit zwischen den jüngeren und älteren Lehrkräften ist überwiegend konfliktarm. Dies gilt insbesondere, wenn gemeinsame pädagogische Vorstellungen im Kollegium stark ausgeprägt sind. An wenigen Schulen wurden intensivere Konflikte berichtet, die explizit auf Altersunterschiede zurückgeführt wurden. Es werden Vorschläge abgeleitet, wie das Potential von Altersunterschieden noch intensiver genutzt werden kann. Dies wird auch bedeutsam im Hinblick auf den bevorstehenden Generationswechsel, der mit der Pensionierung der Lehrkräfte im Alter zwischen 50 und 59 Jahren eintreten wird, die momentan einen Großteil der Kollegien ausmachen, eintreten wird. Praktische Relevanz Aufbauend auf der Studie werden Maßnahmen der Unterrichts-, Personal- und Organisations- bzw. Schulentwicklung abgeleitet. Diese Vorschläge dienen der gezielten Nutzung der Altersdiversität an den Schulen (Managing Diversity) sowie der Vorbereitung auf einen Wandel in der Altersstruktur an Schulen und dem damit verbundenen drohenden Verlust an Erfahrung.
Autor: Ekkehart Frieling, Markus Buch und Julia Wieselhuber Schlüsselwörter: · Automobilindustrie · Arbeitsgestaltung · Demografischer Wandel Zusammenfassung Der demografische Wandel beschäftigt nicht nur die Gesellschaft im Allgemeinen, sondern insbesondere auch die Unternehmen, da sie sich mit einer steigenden Zahl an älteren Mitarbeitern konfrontiert sehen. Angesichts der unterschiedlichen Stärken und Schwächen von älteren und jüngeren Mitarbeitern stellt sich die Frage, wie Arbeitsplätze und Arbeitsanforderungen für ältere Mitarbeiter gestaltet sein müssen, um die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen weiterhin zu gewährleisten. Neben dem Stand der Forschung und der Praxis werden eingebettet in bereits bestehende Erkenntnisse erste Ergebnisse des Projektes „Altersdifferenzierte Arbeitssystemgestaltung in der Automobilindustrie“ berichtet. Praktische Relevanz Der demografische Wandel wirkt sich vor
allem auch auf die Entwicklung der Erwerbspersonen Bevölkerung aus;
Unternehmen benötigen konkrete Handlungsanweisungen, um den steigenden
Anteil an älteren Mitarbeitern zu bewältigen. Insbesondere in der hier
fokussierten Automobilindustrie befinden sich viele Montagearbeitsplätze
mit hohen körperlichen Anforderungen, die für ältere Mitarbeiter immer
weniger zumutbar sind. Bewegungen mit indirekter Sicht im Altersverlauf (Ausgabe 4/2006) Autor: Herbert Heuer und Mathias Hegele Schlüsselwörter: · Ältere Arbeitnehmer · Zielbewegungen · Indirekte Sicht · Visumotorische Transformationen Zusammenfassung Präzise Zielbewegungen werden im höheren Berufs- und Lebensalter langsamer, vor allem bei größerer Weite und höheren Genauigkeitsanforderungen. Darüberhinaus findet sich eine Tendenz zu kürzeren Bewegungen. Besondere Schwierigkeiten entstehen möglicherweise bei Bewegungsaufgaben mit indirekter Sicht, etwa bei der Steuerung eines Mauszeigers auf einem Bildschirm oder bei minimal-invasiven chirurgischen Eingriffen. Die bisher vorliegenden Untersuchungen zum Altersverlauf der Anpassung an neue visumotorische Transformationen ergeben ein eher inkonsistentes Bild. Die Anpassung wird nicht generell schlechter, sondern Altersveränderungen hängen offenbar von noch weitgehend unbekannten Randbedingungen ab. Zu diesen zählen wahrscheinlich die Art der von einer Anpassung beanspruchten Prozesse, die Art der visumotorischen Transformation, verschiedene Merkmale der Lernbedingungen sowie die beim Lernen gleichzeitig zu bewältigenden geistigen Arbeiten. Praktische Relevanz Altersveränderungen bei motorischen
Leistungen betreffen nicht alle Aufgaben in gleichem Maße. Sofern
Freiheitsgrade bei der Aufgabengestaltung bestehen, implizieren
aufgabenabhängige Altersveränderungen Hinweise auf die
alterdifferenzierte Gestaltung beispielsweise von Mensch-Computer-
Schnittstellen. Autor: Holger Rademacher, Andrea Sinn-Behrendt, Karlheinz Schaub und Kurt Landau Schlüsselwörter: · Muskuloskelettale Belastungen · ergonomische Risikoanalyse · Profilvergleich Anforderungen/Fähigkeiten · Ergonomiewerkzeug · altersdifferenzierte Arbeitsgestaltung · alternde Belegschaften Zusammenfassung In der Industrie steigt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels der Bedarf für wissenschaftlich fundierte Planungs- und Gestaltungswerkzeuge zur altersdifferenzierten Personaleinsatzplanung und Arbeitsgestaltung. In dem folgenden Beitrag wird ein Werkzeug zur Analyse und Bewertung von physischen Belastungen an Produktionsarbeitsplätzen in Unternehmen der Automobilindustrie sowie der Fähigkeiten der dort tätigen Mitarbeiter zur Bewältigung dieser Belastungen vorgestellt, und dessen Konstruktvalidität diskutiert. Dieses Ergonomiewerkzeug ermöglicht ferner die Identifikation von potenziellen altersbedingten Engpässen in Form von Diskrepanzen zwischen Arbeitsplatzanforderungen und Mitarbeiterfähigkeiten, indem die bewerteten Belastungen und Fähigkeiten einander gegenübergestellt werden. Praktische Relevanz Das progressive Altern der Bevölkerungen
in den meisten Industriestaaten wirft Fragen bezüglich der Auswirkungen
auf die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen mit zwangsläufig
ebenfalls immer älter werdenden Belegschaften auf. Es gilt
Produktionssysteme alter(n)sgerecht zu gestalten, wobei die Kontrolle
bzw. Reduzierung physischer Belastungen nach wie vor ein wesentliches
Ziel darstellen muss. Der vorliegende Beitrag diskutiert ein
Ergonomiewerkzeug zur integrierten Dokumentation und Bewertung
belastender Arbeitssituationen sowie vorhandener Mitarbeiterfähigkeiten
zwecks Ermittlung altersabhängiger Engpässe in der
automobilindustriellen Produktion. Autor: Ralf Stegmaier, Katrin Noefer, Beate Molter, Karlheinz Sonntag Schlüsselwörter: · Innovationsfähigkeit · Anpassungsfähigkeit · Komplexität · Autonomie · Zeitdruck · Feedback von Vorgesetzten · Möglichkeiten zum Wissenstransfer Zusammenfassung Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und technologischer sowie organisationaler Veränderungen ist die Erhaltung der Innovations- und Anpassungsfähigkeit älterer Berufstätiger gefragt. Besonders die Gestaltung von Arbeitsmerkmalen ist dabei von entscheidender Bedeutung. In einer Studie mit 74 älteren Beschäftigten (40- 65 Jahre) wurden in einer Fragebogenerhebung die Auswirkungen von Arbeitsmerkmalen auf die Innovations- und Anpassungsfähigkeit untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass besonders die Autonomie und das Feedback von Vorgesetzten einen positiven Zusammenhang mit der Ideengenerierung aufweisen, während die Autonomie und die Möglichkeiten zum Wissenstransfer stärker positiv mit der Ideenimplementierung zusammenhängen. Bei der Bewältigung unsicherer Arbeitssituationen besteht ein positiver Zusammenhang mit Autonomie und Feedback von Vorgesetzten, und beim Lernen neuer Technologien und Verfahren zeigt sich ein positiver Zusammenhang mit dem Feedback von Vorgesetzten. Praktische Relevanz Die Studie gibt Aufschluss darüber, wie Arbeitsbedingungen gestaltet sein müssen, damit ältere Beschäftigte sich an neue Arbeitssituationen anpassen und selbst Innovationen entwickeln und umsetzen können. Besonders die Autonomie bei der eigenen Arbeit, die Rückmeldungen von Vorgesetzten und die Möglichkeit zum Wissenstransfer zeigen positive Zusammenhänge mit der Innovationsfähigkeit. Auch im Bereich der Anpassungsfähigkeit spielen Autonomie und die Rückmeldungen von Vorgesetzten eine wichtige Rolle, damit sich ältere Mitarbeiter an unsichere Arbeitssituationen anpassen und sich neue Technologien und Verfahren zur Bewältigung organisationaler Veränderungen aneignen können. Autor: Dorothee Karl, Peter Knauth, Kathrin Elmerich, Matthias Rott und Christine Watrinet Schlüsselwörter: · Lebensarbeitszeit · Demografischer Wandel · Teilzeitarbeit · Schichtarbeit Zusammenfassung Ziel des Projektes KRONOS ist es, die Wirkungen verschiedener Arbeitszeitmodelle auf die älter werdenden Mitarbeiter zu ermitteln. Es sollen sowohl kurz- als auch langfristige Effekte auf der individuellen und betrieblichen Ebene analysiert werden. Die folgenden Unternehmen sind Projektpartner: AUDI AG, BASF AG, BMW AG, Johns Manville Sales GmbH, Rasselstein GmbH und ZLB Behring GmbH. Es werden die entwickelten Methoden und erste Ergebnisse aus zwei Teilprojekten dargestellt. Die ersten Ergebnisse weisen darauf hin, dass das kalendarische Alter alleine keine trennscharfe Variable zur Gestaltung von Lebensarbeitszeitmodellen ist. Praktische Relevanz Nicht durch eine Fokussierung auf die älteren Mitarbeiter, sondern nur durch eine ganzheitliche Sichtweise des Älterwerdens im Betrieb und die Berücksichtigung der daraus resultierenden Konsequenzen für die Arbeitszeitgestaltung können für Unternehmen Handlungsmöglichkeiten generiert werden, die den Erhalt und die Förderung der Arbeitsfähigkeit sichern. Im Projekt KRONOS werden daher spezifische Effekte alternsgerechter Arbeitszeitmodelle erforscht und neben dem Alter weitere relevante Merkmale einbezogen. Die Generalisierbarkeit der Ergebnisse wird durch die branchenübergreifende Projektarbeit überprüft. Autor: Carla Roth, Jürgen Wegge, Klaus-Helmut Schmidt und Barbara Neubach Schlüsselwörter: · Altersheterogenität · Arbeitsgruppen · Leistung · Aufgabenkomplexität · Gruppengröße ·Organisationale Verbundenheit Zusammenfassung Basierend auf Daten von 4597 Mitarbeitern aus 111 Finanzämtern in Nordrhein-Westfalen wird analysiert, welche Auswirkungen verschiedene Indikatoren der Altersheterogenität in Gruppen (Maximum, Mittelwert, Varianz) auf die Gruppenleistung haben (objektive Bearbeitungszeiten). Als potentielle Moderatorvariablen wurden die Aufgabenkomplexität und die Gruppengröße erfasst, als potentielle Mediatorvariable die Verbundenheit mit der Dienststelle. Wie erwartet, führt eine hohe Altersvarianz bei Bearbeitung komplexer Aufgaben (r = - .23, p < .01), aber nicht bei Bearbeitung von Routineaufgaben zu besseren Leistungen, d. h. kürzeren Bearbeitungszeiten (r = .01). Der positive Effekt höherer Altersvarianz bei komplexen Aufgaben basiert zum Teil auf Unterschieden in der Verbundenheit mit der Dienststelle. Für die anderen Indikatoren der Altersverteilung (Mittelwert, Maximum) sind vergleichbare, aber schwächere Unterschiede zu finden. Die Gruppengröße hatte schließlich keinen bedeutsamen Einfluss auf diese Zusammenhänge. Insgesamt betrachtet ist demnach die Altersvarianz innerhalb der Teams der prägnanteste Einflussfaktor. Im Rahmen des im SPP 1184 geförderten ADIGU-Projekts werden in zwei Längsschnittstudien genauere Analysen zu den möglichen Ursachen (z. B. kognitive und emotionale Konflikte) und weiteren Randbedingungen dieser Zusammenhänge (z. B. Wertschätzung von Altersheterogenität) angestellt. Praktische Relevanz Die Alterszusammensetzung bei Gruppenarbeit ist ein wichtiger Aspekt, der in Arbeitsorganisationen verstärkte Beachtung verdient. Die Daten der vorliegenden Studie sprechen dafür, dass insbesondere eine hohe Altersvarianz bei der Bearbeitung komplexer Sachbearbeitungsaufgaben Vorteile mit sich bringt. Autor: Simone Kauffeld Schlüsselwörter: · Kompetenz · ältere Berufstätige Zusammenfassung Der Anteil von Mitarbeitern im höheren Erwerbsalter nimmt in Deutschland und anderen europäischen Ländern zu und wird weiter zunehmen. Mit den alternden Belegschaften wird eine Bedrohung des Innovations- und Wachstumspotenzials verbunden, weil ältere Mitarbeiter als weniger leistungsfähig, kreativ und aufgeschlossen gegenüber Neuerungen eingeschätzt werden als ihre jüngeren Kollegen. Die Ergebnisse einer unternehmensübergreifenden Studie in 20 Unternehmen aus der gleichen Arbeitsgruppe (N=92 Gruppen) zeigen, dass ältere Arbeitnehmer (N=65) nicht weniger kompetent sind als ihre jüngeren Kollegen (N=492). Die älteren Mitarbeiter schätzen sich sogar kompetenter hinsichtlich ihrer fachlichen Kenntnisse und ihrer Kreativität ein. Bei der Bewältigung von Optimierungsaufgaben in Gruppen generieren Ältere nicht weniger Lösungen als ihre jüngeren Kollegen, sondern zeigen sich kompetenter in der Problemidentifikation und Problemanalyse. Lediglich in der Methodenkompetenz verlieren sich Ältere leichter in Details und Beispielen als ihre jüngeren Kollegen. Praktische Relevanz Die Untersuchung kann genutzt werden, um die Einstellung gegenüber älteren Arbeitnehmern in Betrieben positiv zu verändern. Ältere Erwerbstätige erweisen sich nicht per se als Risikofaktor. Die Ergebnisse lassen hoffen, dass auch mit älteren Belegschaften die Anforderungen der Zukunft zu bewältigen sein werden. Sowohl aus gesamtgesellschaftlicher Sicht wie aus der Sicht der einzelnen Betriebe gilt es ältere Arbeitnehmer zu halten und ihre Kompetenz zu nutzen, statt ihr vorzeitiges Ausscheiden zu forcieren. |
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