|
Ausgabe
1/2005
Erfassung von muskuloskelettaler Belastung und Beanspruchung bei großen
Stichproben mit unterschiedlich belastenden Tätigkeiten - Ein
Methodenvergleich (Ausgabe 1 - 2005)
Autoren:
Felix Klimmer, Hannegret Kylian, Klaus-Helmut Schmidt, Claus Jordan,
Alwin Luttmann und Matthias Jäger
Schlüsselwörter:
Muskuloskelettale Belastung und Beanspruchung ·
Muskel-Skelett-Beschwerden · große Stichproben · Methodenvergleich
Zusammenfassung
Körperliche Beschwerden in Folge beruflicher Arbeit werden häufig mit
körperlichen Belastungen während der Tätigkeit in Zusammenhang gebracht.
Jedoch sind auch andere kausale Zusammenhänge, z.B. mit psychologischen
und psychosozialen Faktoren, wahrscheinlich. Zur Analyse derartiger
Zusammenhänge wurde ein Fragebogenverfahren entwickelt, das
Muskel-Skelett-Belastungen erfasst. Da dieses Verfahren an größeren
Stichproben zur Anwendung kommen sollte, musste es möglichst kurz und
dennoch reliabel und valide sein. Zur Abschätzung der körperlichen
Belastung wurden zwei Ansätze entwickelt, mit denen die während der
Arbeit eingenommenen Körperhaltungen sowie die zu hebenden oder zu
tragenden Lastgewichte erfasst wurden. Beide Ansätze werden bezüglich
Reliabilität und Validität überprüft auf der Basis der Daten von 411
MitarbeiterInnen in der stationären Altenhilfe die im Rahmen einer
Längsschnittstudie (3 Befragungszeitpunkte Abstand von ½ Jahr))erhoben
wurden. Für Funktionsgruppen mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen
(pflegerische Tätigkeit, hauswirtschaftliche Tätigkeit, psychosoziale
Betreuung)wurden getrennte Analysen durchgeführt. Zur Abschätzung der
Beanspruchung wurden Muskel-Skelett- Beschwerden erfragt. Sowohl in der
subjektiven Wahrnehmung der körperlichen Belastung und den errechneten
Belastungsprofilen als auch in den geäußerten Muskel-Skelett-Beschwerden
ergaben sich bedeutsame Unterschiede zwischen den Funktionsgruppen, die
sich im Zeitverlauf als sehr stabil erwiesen. Die Vorhersagbarkeit von
körperlichen Beschwerden aus den erhobenen körperlichen Belastungen war
bei beiden Ansätzen zwar unterschiedlich gut, jedoch lassen sich für
beide Ansätze adäquate Einsatzfelder finden.
Praktische Relevanz
Entwicklung eines reliablen und validen Fragebogenverfahrens, das
Muskel-Skelett-Belastungen während beruflicher Arbeit erfasst,
besonders, wenn ein Schwerpunkt auf das Heben und Tragen von Lasten
gelegt wird. Die Anwendung des Fragebogens bei großen Stichproben ist
möglich.
[Volltext]
Bewertung eines Head-Mounted- und eines Hand-Held Displays bei einer
Zielerkennungsaufgabe (Ausgabe 1 - 2005)
Autoren:
Claudius Pfendler, Heino Widdel und Christopher Schlick
Schlüsselwörter:
· Head-Mounted Display · Hand-Held Display · Leistung · Beanspruchung ·
Simulatorkrankheit
Zusammenfassung
In der vorliegenden Untersuchung wurde ein Head-Mounted Display mit
einem Hand-Held Display bei einer Zielerkennungsaufgabe verglichen.
Dabei wurden Leistungsmaße sowie subjektive Maße für die Beanspruchung
und die Simulatorkrankheit erfasst. Während bei den Leistungsmaßen keine
signifikanten Unterschiede zwischen beiden Displays festgestellt werden
konnten, wurden beim Head-Mounted Display eine deutlich höhere
Anspannung und Ermüdung sowie Symptome der Simulatorkrankheit
beobachtet.
Praktische
Relevanz
Im zivilen wie im militärischen Bereich wird der Einsatz von
Head-Mounted Displays geplant oder bereits durchgeführt. Die Ergebnisse
der vorliegenden empirischen Untersuchung zeigen, dass dies jedoch mit
Problemen wie einer erhöhten Beanspruchung, Ermüdung und Symptomen der
Simulatorkrankheit verbunden sein kann. Falls keine wichtigen Argumente
dagegen sprechen, wird deshalb eher der Einsatz von Hand-Held Displays
empfohlen.
[Volltext]
Labortechnische Applikation mechanischer Schwingungsmodelle für
Fahrzeugsitzprüfungen anstelle von Versuchspersonen (Ausgabe 1 - 2005)
Autoren:
Matthias Schwarz und Stephan Riedel
Schlüsselwörter:
· Ganzkörperschwingungen · Fahrzeugsitzprüfung · Schwingungsprüfstand ·
Schwingungsmodell · Sitzübertragungsfaktor
Zusammenfassung
Für die Prüfung und Beurteilung schwingungsmindernder Fahrzeugsitze ist
es noch erforderlich, Versuchspersonen erheblichen
Schwingungsexpositionen auszusetzen. Der Einsatz von Versuchspersonen
auf Schwingungsprüfständen bedingt die Einhaltung hoher
Sicherheitsanforderungen aus technischer und medizinisch-ethischer
Sicht. Zudem ergeben sich im Rahmen der Verfügbarkeit geeigneter
Probanden eine große Anzahl individueller Streufaktoren. Es stellt sich
die Frage nach einer Substitution durch ein Schwingungsmodell, das die
dynamischen Eigenschaften des sitzenden Menschen nachbildet. Die als
Ringversuch angelegte Untersuchung beinhaltet die Anwendung eines
genormten Laborverfahrens zur Sitzprüfung im Vergleich von
Versuchspersonen und einem Mensch- odell. Anhand der ermittelten
Sitzübertragungsfaktoren SEAT werden die Unterschiede gegenüber den
adäquaten Versuchspersonen evaluiert und ein Lösungsweg zur
Approximation der Wertebilanz am Modell dargelegt und verifiziert.
Praktische Relevanz
Aus den Ergebnissen der Untersuchung geht hervor, dass das mechanische
Schwingungsmodell zur Nachbildung des dynamischen Verhaltens von
Versuchspersonen geeignet ist und die Toleranzkonformität für
standardisierte Sitzprüfungen erfüllt.
[Volltext]
Autoren:
Klaus-Helmut Schmidt, Barbara Neubach und Herbert Heuer
Schlüsselwörter:
· Abwesenheitskultur · Organisationsunterschiede · Arbeitszufriedenheit
· Organisationsbindung · Wohlbefinden
Zusammenfassung
Es liegen zahlreiche Studien vor, die den Zusammenhang zwischen
Arbeitszufriedenheit, anderen arbeitsbezogenen Einstellungen und
Fehlzeiten auf der Ebene von Individuen als Einheiten der Analyse
untersuchten. Mit der verstärkten Beachtung des von Chadwick-Jones,
Nicholson und Brown (1982)eingeführten Konzepts der Abwesenheitskultur
hat sich in den letzten Jahren eine Verlagerung der Analyse des
Zusammenhangs auf die Ebene von Organisationen vollzogen. Die
vorliegende Studie folgt dieser Entwicklung, indem aggregierte Maße der
Arbeitszufriedenheit, der Organisationsbindung und des Wohlbefindens in
ihren Beziehungen zu zwei aggregierten Fehlzeitenindizes
(Abwesenheitstage und -häufigkeiten)von 111 Dienststellen einer großen
Landesverwaltung untersucht wurden. An der Studie waren über 20 000
Personen beteiligt. Ergebnisse von Korrelations- und Regressionsanalysen
bestätigen die Existenz der erwarteten Beziehungen auf
Organisationsebene. Zusätzlich durchgeführte Nutzenanalysen belegen
zudem die praktische Bedeutsamkeit der gefundenen Zusammenhäng
Praktische Relevanz
Die Ergebnisse legen es nahe, die bisher fast ausschließlich auf
individueller Ebene angesiedelten Maßnahmen der Fehlzeitenprävention um
organisations- bzw. einheitenbezogene Interventionsansätze zu erweitern.
Das Initiieren von Programmen der Gesundheitsförderung und
Arbeitsgestaltung unter weitgehender Beteiligung der
Organisationsmitglieder, die systematische Rückmeldung aggregierter
Fehlzeitenmaße und die organisationsweite Einführung flexibler
Arbeitszeitsysteme stellen potenzielle Beispiele für solche Ansätze dar.
Kompetenzentwicklung bei betrieblichen Umweltbeauftragten: Inhaltliche
Möglichkeiten und Methoden (Ausgabe 1 - 2005)
Autoren:
Andreas Homburg und Anja Baumann
Schlüsselwörter:
· Umweltschutz · sozialer Einfluss · Kompetenzentwicklung ·
Personalentwicklung
Zusammenfassung
Ein wichtiger Faktor bei der Förderung umweltschonenden Handelns in
Unternehmen ist die berufliche Kompetenz von Personen, die für den
Umweltschutz verantwortlich sind (Umweltmanager,
Umweltbeauftragte).Besondere Beachtung sollten Kompetenzen zur sozialen
Einflussnahme für den Umweltschutz finden. In einer empirischen Studie
wird erkundet, welche inhaltlichen Möglichkeiten zur Förderung der
Kompetenzen zur sozialen Einflussnahme benannt werden können. Aus der
explorativen Befragung von 22 Umweltbeauftragten im produzierenden
Gewerbe wird u.a. abgeleitet, dass Umweltakteure die Führungsebene
besser einbeziehen können sollten. Zudem sollten Kompetenzen im Bereich
der Mitarbeiterpartizipation gefördert werden. Es werden auch Anregungen
für Methoden zur Kompetenzentwicklung formuliert.
Praktische
Relevanz
Die Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen ist eine zentrale Aufgabe von
Unternehmen. Die vorliegende Untersuchung zeigt Ansatzpunkte zur
verbesserten sozialen Einflussnahme für den Umweltschutz auf.
Nutzung von Erfahrungswissen in der Arbeitsgestaltung –
Aufgabenbezogener Informationsaustausch bei hochautomatisierten
Technologien (Ausgabe 1 - 2005)
Autoren:
Winfried Hacker, Rüdiger von der Weth, Ariunaa Ishig und Gerhard Luhn
Schlüsselwörter:
· Erfahrungswissen · Kleingruppenarbeit · Arbeitsgestaltung
Zusammenfassung
Die Arbeitsanweisungen und Arbeitsplatzinformationen in einem Werk zur
Mikrochip-Fertigung (Infineon Dresden)wichen nach einigen Jahren von den
zwischenzeitlich entwickelten angemesseneren Arbeitsweisen der
Linienmitarbeiter ab. Betriebsangehörige und externe
Arbeitswissenschaftler ermittelten und beschrieben in einer spezifischen
Form der Kleingruppenarbeit (Aufgabenbezogener Informationsaustausch,
AI)zunächst gemeinsam den aktuellen Wissenstand der Linienmitarbeiter
über Arbeitsprozesse. Auf dieser Basis wurden nicht nur die
Arbeitsplatzinformationen aktualisiert und neu gestaltet, sondern auch
weitere Verbesserungserfordernisse bei der Arbeitsorganisation und der
Gestaltung
von Informationsflüssen identifiziert. Dazu geeignete Maßnahmen wurden
im Rahmen des AI entwickelt und zu einem großen Teil noch während der
Untersuchung umgesetzt. Eine erste Bewertung der Ergebnisse des Projekts
durch Nutzer und Experten zeigt, dass ein solches partizipatives
Einbeziehen von Erfahrungswissen auch in der Mikrochipfertigung
nutzbringend möglich ist, in der Erfahrung nicht durch direkte sinnliche
Anschauung und Manipulation von Werkstücken erworben werden kann.
Praktische
Relevanz
Der Beitrag stellt das praktische Vorgehen und die Effektivität von
arbeitswissenschaftlichen Methoden zur Behebung von Defiziten der
Gestaltungsgüte von Arbeitsprozessen sowie von Arbeitsplatzinformationen
und Arbeitsanweisungen dar. Spezifische hybride Gruppenprozesse zur
kooperativen Identifikation von Verbesserungsmöglichkeiten zur
Maßnahmenableitung und -umsetzung können bei hochautomatisierten
CIM-Technologien erfolgreich genutzt werden.
Ausgabe
2/2005
Ko-Produktion im Krankenhaus:Entwicklung eines Verfahrens zur Analyse
der Handlungsbedingungen von Patientinnen und Patienten
(Ausgabe 02/2005)
Autorin:
Kerstin Rieder
Schlüsselwörter:
· Krankenhaus · Ko-Produktion · Analyseverfahren ·
Dienstleistungsqualität
Zusammenfassung
Im Zusammenhang mit den aktuellen Veränderungen des Gesundheitssystems
gewinnt die aktive Mitwirkung von Patientinnen und Patienten am Prozess
der Leistungserbringung erheblich an Bedeutung. Es wird daher
vorgeschlagen, diese aktive Mitwirkung in der Ermittlung von
Dienstleistungsqualität im Krankenhaus stärker zu berücksichtigen
.Hierzu werden Kriterien zur Bewertung der Handlungsbedingungen von
Patienten bei der Ko-Produktion im Krankenhaus vorgeschlagen. Es wird
von der Entwicklung eines Verfahrens berichtet, das diese Kriterien
erfassen soll.
Praktische Relevanz
Dienstleistungsqualität im Krankenhaus wird zunehmend zum Gegenstand der
Untersuchung und Gestaltung. Der Artikel versucht, Möglichkeiten eines
erweiterten Qualitätsmanagements aufzuzeigen, in dem
Handlungsbedingungen von Patienten im Rahmen der Ko-Produktion
einbezogen werden.
[Volltext]
Arbeitsgestaltung im Operationssaal – eine methodische Herausforderung
zur Komplexitätsbewältigung
(Ausgabe 02/2005)
Autoren:
Matthias Göbel, Swantje Zschernack und Wolfgang Friesdorf
Schlüsselwörter:
· Operationssaal · Komplexität · Systemanalyse · Belastung und
Beanspruchung · Effizienz
Zusammenfassung
Die Arbeitsgestaltung im Operationssaal hat eine besondere Bedeutung zur
Gewährleistung von Behandlungssicherheit, Effizienz und der Erfüllung
von Humankriterien. Aus einer empirischen Untersuchung von
Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen Arbeitsaufgaben und
Beanspruchungsfolgen geht hervor, dass zwar ein großer Teil der Varianz
durch die erhobenen Faktoren erklärt werden kann, doch wegen der Bildung
multifaktorieller Komplexe keine einzelnen Gestaltungsmaßnahmen
abzuleiten sind. Zur Analyse der Wechselwirkungen in einem solchermaßen
komplex vermaschten Wirkungsgefüge werden Konzept- und
Modellierungsansätze vorgestellt, anhand derer die Entstehung komplexen
Systemverhaltens und der gestalterische Umgang beschrieben werden
können.
Praktische Relevanz
Der Beitrag zeigt die Herausforderungen für die Arbeitsgestaltung bei
Systemen höherer Komplexität am Beispiel des
Operationssaales auf. Es werden Mechanismen für das
Zustandekommen von Komplexität sowie Ansätze für die gestalterische
Bewältigung vorgestellt.
[Volltext]
Restrukturierung von Krankenhaus-Prozessen unter Berücksichtigung einer
verbesserten Patientenorientierung
(Ausgabe 02/2005)
Autoren:
Klaus J.Zink, Christoph Esser, Johannes Palm und Annette Blaudszun
Schlüsselwörter:
· DRG · Patientenorientierung · Prozessoptimierung ·
Organisationsentwicklung · Kultureller Wandel · Krankenhaus
Zusammenfassung
Die Reformen im Gesundheitswesen haben erhebliche Auswirkungen auf
Krankenhäuser. Die Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf so
genannte „Diagnosis Related Groups “ führt zu einem Paradigmenwechsel,,
der auch tief greifende Veränderungen in den Organisationsstrukturen
nach sich ziehen muss. Der folgende Beitrag skizziert diese
Veränderungen und erklärt, warum der damit verbundene
Restrukturierungsprozess nur als Organisationsentwicklungsprozess
erfolgreich sein kann. Für die Entwicklung eines Umsetzungskonzeptes
werden erste Vorschläge unterbreitet.
Praktische Relevanz
Viele Krankenhäuser in Deutschland sind auf die aktuellen wie kommenden
Anforderungen, die durch die Gesundheitsreform vorgegeben werden, nicht
vorbereitet.
Insbesondere das seit 1.1.2004 geltende Vergütungssystem nach „Diagnosis
Related Groups “ macht eine Neuausrichtung vieler Kliniken notwendig, um
mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln auskommen zu
können. Die hier vorgestellten grundsätzlichen Überlegungen sollen zum
einen für die notwendige Reorganisation sensibilisieren, zum anderen
aber auch deutlich machen, dass ein solcher Wandel nur als
Organisationsentwicklungsprozess erfolgreich realisiert werden kann.
Darüber hinaus werden einzelne Bausteine für ein Umsetzungskonzept
diskutiert, die für Krankenhäuser gleich welcher Größe eine erste
Orientierung liefern können.
[Volltext]
Psychische Belastungen bei Pflegekräften und Ärzten im Krankenhaus
(Ausgabe 02/2005)
Autoren: Jürgen Glaser, Thomas Höge und Matthias Weigl
Schlüsselwörter:
·
Psychische Belastungen · Pflegekräfte · Ärzte · Krankenhaus
Zusammenfassung
Der Beitrag beschreibt eine vergleichende Untersuchung zur psychischen
Belastungssituation von Pflegekräften und Ärzten in Krankenhäusern.
Untersuchungsteilnehmer waren N = 160 Krankenpflegekräfte und N =599
Krankenhausärzte. Die Ergebnisse belegen deutliche Unterschiede in der
Belastungskonstellation der beiden Berufsgruppen.
Praktische Relevanz
Zu den psychischen Belastungen von Krankenhausärzten liegen bisher nur
wenige empirische Studien vor. Die vorliegende Studie liefert hier
weiterführende Erkenntnisse. Durch den
Vergleich der Belastungssituation zwischen Pflegekräften und
Ärzten wird eine Grundlage für die gemeinsame Verbesserung
der Arbeitssituation der beiden Berufsgruppen im komplexen
System „Krankenhaus “ geschaffen..
Belastung und Arbeitsunfähigkeit – eine explorative
Längsschnittuntersuchung am Beispiel des Pflegepersonals eines
Allgemeinkrankenhauses
(Ausgabe 02/2005)
Autoren: Matthias Paul, Peter Nickel und Friedhelm Nachreiner
Schlüsselwörter:
· Belastung · Arbeitsunfähigkeit · Zeitserienanalysen ·
Personaleinsatzplanung · Krankenpflege · Krankenhaus
Zusammenfassung
Eine Vielzahl von Studien setzt sich mit der spezifischen Belastung des
Krankenpflegepersonals auseinander, wobei die gegenüber
Industriearbeitnehmern höheren krankheitsbedingten Ausfallzeiten immer
wieder im Fokus des Interesses stehen. In der hier vorgelegten
Untersuchung kann unter Einsatz eines zeitserienanalytischen Ansatzes
gezeigt werden, dass die Varianz der Personalausstattung im Zeitverlauf
(unabhängige Variable)und die damit einhergehende Varianz der Belastung
ursächlich und signifikant einen erheblichen Teil der Varianz der
krankheitsbedingten Ausfallzeiten (abhängige Variable)der Beschäftigten
im Pflegebereich bestimmt (r =-.43). Diese Ausfallzeiten verursachen
ihrerseits wieder einen Teil der anfallenden Mehr- und Überstunden (r
=.38) und führen damit zu einer weiteren Erhöhung der Belastung des
Personals. Die Ergebnisse belegen damit, dass eine unzureichende
Personalausstattung mit erhöhten Belastungen für das verbleibende
Personal verbunden ist, die zeitversetzt zu erhöhten Ausfallzeiten
führt, woraus sich ein Aufschwingen des Problems im Sinne einer
positiven Rückkopplung ergibt.
Praktische Relevanz
Der auf den Krankenhäusern lastende ökonomische Druck führt bei ohnehin
steigenden Anforderungen an das Pflegepersonal vielfach zu Bestrebungen,
Kosten durch eine Personalreduktion zu reduzieren. Die Studie zeigt,
dass solche einseitig ökonomisch ausgerichteten Modelle nicht
ziel-führend sind, da sie eine Zunahme von Krankheitsausfällen und
Überstunden verursachen und so Mehrkosten an anderer Stelle produzieren.
Der gewählte methodische Ansatz erscheint geeignet, zur Verbesserung der
Personaleinsatzplanung unter ökonomischen wie ergonomischen Aspekten
beizutragen.
Messtechnisch gestützte Erfassung von Körperhaltungen und Aktionskräften
zur Erhebung der Wirbelsäulenbelastung bei Pflegetätigkeiten
(Ausgabe 02/2005)
Autoren: Andreas Theilmeier, Claus Jordan, Alwin Luttmann und
Matthias Jäger
Schlüsselwörter:
· Pflegetätigkeiten · Wirbelsäulenbelastung · Aktionskräfte ·
Körperhaltung · Biomechanische Modellierung · Prävention
Zusammenfassung
Für die Untersuchung von hinsichtlich der Wirbelsäule vermutlich hoch
belastenden Pflegetätigkeiten wurden Systeme zur messtechnischen
Erfassung von Körperhaltungen und Aktionskräften entwickelt, die
Eingangsdaten für biomechanische Modellrechnungen der
Lendenwirbelsäulenbelastung dreidimensional und in hoher zeitlicher
Auflösung zur Verfügung stellen. Die erhobenen vertikalen Komponenten
von Aktionskraft bzw. Wirbelsäulenbelastung und die asymmetrische
Körperhaltung belegen, dass eine dreidimensionale Analyse die
untersuchten Tätigkeiten realitätsnäher wiedergibt als eine
zweidimensionale Betrachtung. Die Druckkraftwerte liegen teilweise weit
über in der Literatur empfohlenen Richtwerten, was die Notwendigkeit
belegt, Alternativen zur “konventionellen” Transfertechnik zu
untersuchen.
Praktische Relevanz
Das in Teilen beschriebene Forschungsvorhaben dient dazu, belastbare
Daten über die Wirbelsäulenbelastung von Pflegepersonen zu erhalten.
Diese werden unter anderem von der Berufsgenossenschaft für
Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege in Verfahren zur Anerkennung von
Berufskrankheiten (BK 2108), aber auch für präventive Maßnahmen zur
Vermeidung von Erkrankungen der Lendenwirbelsäule genutzt.
Prospektive Simulation:Ein Konzept zur methodischen Ergänzung von
medizinischen Simulatorsettings
(Ausgabe 02/2005)
Autor: Peter Dieckmann, Theo Wehner, Marcus Rall und Tanja
Manser
Schlüsselwörter:
· Simulation · Simulator · Setting · Anästhesiologie · Medizin ·
Antizipation · Failure Mode and
Effects Analysis
Zusammenfassung
In medizinischen Simulatorsettings können Teilnehmer Feedback über
patientensicherheitsrelevante Handlungen bekommen, das in der klinischen
Praxis nicht zu erhalten ist, und haben damit die Möglichkeit, ihre
Antizipationsweite und -tiefe zu verbessern. Ausgehend von einer
Beschreibung der aktuellen Praxis beim Simulatoreinsatz wird in diesem
Beitrag ein an die Failure Mode and Effects Analysis angelehntes Konzept
zur systematischen Stärkung prospektiver Elemente beim Simulatoreinsatz
vorgeschlagen und skizziert, wie dieses in das Simulatorsetting
integriert werden kann. Durch die prospektiv konstruktive Arbeit im
Simulatorsetting lassen sich Antizipationsweite und -tiefe deutlicher
steigern, als mit der aktuell hauptsächlich verbreiteten rekonstruktiven
Entwicklung von Szenarien. Anforderungen des vorgeschlagenen Konzeptes
und seine möglichen Schwachstellen werden diskutiert.
Praktische Relevanz
Der Beitrag schlägt ein direkt umsetzbares Konzept zur methodischen
Ergänzung von Patientensimulationen vor, das auch für andere
Simulationsanwendungen relevant ist. Mit dem vorgeschlagenen Konzept
soll sich die sicherheitsrelevante Antizipation von im Gesundheitswesen
tätigen Personen verbessern lassen. Das vorgeschlagene Konzept
ermöglicht es auch, Datensammlungen über sicherheitsrelevante Probleme
der klinischen Praxis (z.B. Incident Reporting Systeme) und Simulatoren
enger zu verknüpfen.
Arbeit, was ist das eigentlich? Eine Betrachtung über den Zusammenhang
von Entropie, Energie und Ergonomie (Ausgabe 3-4/2005)
Autor:
Heiner Bubb
Schlüsselwörter:
· Arbeit · Arbeitswissenschaft · Ergonomie ·
Turingmaschine · Entropie · Beschäftigungswandel
Zusammenfassung
Die Betrachtung des Turingprozesses
und des Arbeitszyklus bei einem manuellen Montagevorgang lassen Arbeit
generell als Ordnungsvorgang sichtbar werden.Da Arbeit ein
Ordnungsprozess ist,der einer Zunahme von Information entspricht,was
entgegen der natürlichen Tendenz eine Abnahme
der Entropie bedeutet,ist mit ihr immer der Umsatz von
Energie verbunden.Die Revolutionen in der technischen Entwicklung,die
die Arbeit wesentlich verändert haben,erklären sich aus den
verschiedenen Formen der Energiebereitstellung und zuletzt des
Informationswandels.Daraus leitet sich zwangsläufig der Wandel von
produzierender Arbeit zu Dienstleistungsarbeit ab.Es ist mit einer
Schwerpunktsverschiebung von der reinen Erwerbsarbeit zu einer stärkeren
Betonung der Familien-und Bürgerarbeit zu rechnen,worauf sich die
Administration einzustellen hätte.
Praktische Relevanz
Heuristischer Wert für zukünftige
Forschungsgebiete der Arbeitswissenschaft
[Volltext]
Abschätzung der durch Schwingungsbelastungen hervorgerufenen
Gelenkkräfte mit Hilfe von biomechanischen Modellen
(Ausgabe 3-4/2005)
Autor:
Martin Fritz
Schlüsselwörter:
· Ganz-Körper-Schwingungen · Hand--Arm-Schwingungen · Simulation ·
Übertragungsfunktionen
Zusammenfassung
Langandauernde Schwingungsbelastungen des
Hand-Arm-Systems oder des ganzen Körpers können zu degenerativen
Veränderungen in den Armgelenken oder der Lendenwirbel-
säule führen.Es wird allgemein angenommen,dass die in den
Gelenken übertragenen Kräfte den Schädigungsmechanismus zur Entstehung
der Erkrankungen auslösen.Die Kräfte lassen
sich während der Schwingungsbelastungen nicht messen.Sie
können jedoch mit Hilfe von biomechanischen Modellen ermittelt
werden.Zur Abschätzung des Gesundheitsrisikos müs-
sen die Kräfte mit der mechanischen Belastbarkeit der
Gelenke oder der Wirbelsäule verglichen werden.
Praktische Relevanz
Anhand der ermittelten Kräfte sollte eine bessere
Abschätzung des mit den Schwingungsbelastungen verbundenen
Gesundheitsrisikos möglich sein.Auch lassen sich aus den Kräften neue
Faktoren zur kraftbezogenen,also die Krankheitsursache
berücksichtigenden Bewertung der Schwingbeschleunigungen herleiten.
[Volltext]
Autoren:
Issachar Gilad und Moran Elnekave
Schlüsselwörter:
· Arbeits--Beobachtung · Körperhaltungs--Analyse · Bemessung von
Arbeitsrisiken
Zusammenfassung
Ergonomie als
Disziplin basiert auf Datenerhebungen in Arbeitsbereichen mit
Arbeitsanalyse-Methodiken.Zweck solcher Studien ist die Ableitung von
Verbesserungsvorschlägen. Besuche der Arbeitsbereiche und Anschauen
einiger Arbeitszyklen ist zumeist nicht hinreichend.Analysten und
Wissenschaftler nutzen daher Video-Aufzeichnungen. Hier wird eine
Methode beschrieben, ergonomische und arbeitsanalytische Datenerhebungen
zu verbinden.Fallstudien erläutern die Wirkungsweise der Methodik.
Detailanalysen der Gelenkstellungen des Oberkörpers werden mit einer
schnellen Abtastsequenz mit Hilfe einer PC-basierten digitalen
Video-Scenario-Klassifikation durchgeführt. Die Methodik führt zur
Identifikation von Faktoren eventueller Schädigung. Damit werden Risiken
in Arbeitssituationen einfachst eingeschätzt.
Praktische Relevanz
Einfaches Abtastverfahren zur PC-basierten Videoanalyse
von Körperhaltungen zur Abschätzung der Risiken.
[Volltext]
Autoren:
Matthias Göbel
Schlüsselwörter:
· Elektromyografie · integriertes Elektromyogramm ·
Signal-Rausch-Verhältnis · motorische Koordination · sensorische
Rückkopplung
Zusammenfassung
Das integrierte
Elektromyogramm (bzw.die elektrische Aktivität) stellt eine weit
verbreitete Ableitungsgröße zur Analyse der Höhe der Muskelaktivität
dar.Die Auswertung schneller
zeitlicher Schwankungen der Muskelaktivität,z.B.zur
Analyse motorischer Koordinationsprozesse,wird durch die Überlagerung
stochastischer Komponenten aus dem Roh-Elektromyogramm jedoch stark
gestört.Aus der Analyse,wie solche Störungen entstehen,können Maßnahmen
zu deren Minimierung abgeleitet werden.An Beispielen wird gezeigt,wie
mit einer solchermaßen bereinigtem Aktivierungsfunktion motorische
Koordinationsprozesse und sensorische Kontrollprozesse analysiert werden
können.
Praktische Relevanz
Die Expression energetischer und informatorischer
Leistungsprozesse erfolgt fast ausschließlich über motorische
Tätigkeiten. Zur Gestaltung solcher Tätigkeiten unter dem Gesichtspunkt
genauer motorischer Koordination und Kontrolle werden ein Verfahren zur
zeitgenauen Analyse der Muskelaktivität aus Oberflächenelektromyogrammen
sowie eine Methode zur Analyse sensorischer Rückkopplung,die auch bei
komplexen Bewegungen angewendet werden kann, gezeigt
Autoren:
Klaus Hecktor und Matthias Jäger
Schlüsselwörter:
· Belastung · Beanspruchung · Tätigkeitsanalyse · Gestaltung
Zusammenfassung
Die Ausübung von Tätigkeiten,deren Tätigkeitsprofil
vorwiegend durch muskulären Einsatz bestimmt ist,erfordert zur
Vermeidung von Überlastungen und damit verbundenen Beeinträchtigungen
eine Analyse der auftretenden Belastungen und Beanspruchungen.Diese
Forderung impliziert die Ermittlung energetischer Belastung und
Beanspruchung der bei Ausübung körperlicher Tätigkeiten besonders
aktiven Körpersysteme Herz-Kreislauf-und Muskel-Skelett-System.Eine
Bewertung dieser Ergebnisse mit individuell für zulässig definierten
Indikatoren der die Belastung und Beanspruchung der einzelnen
Körpersysteme kennzeichnenden Indikatoren und anschließender Beurteilung
einschließlich eines eventuell notwendigen Umgestaltungsvorschlages
ermöglicht dem Anwender bei der Arbeitsgestaltung notwendige Maßnahmen
zur Verringerung der Belastung sowie zur Vermeidung von eventuellen
Beeinträchtigungen zu beachten.
Praktische Relevanz
In der Arbeitswelt sind weiterhin Arbeiten mit
körperlicher Belastung zu finden,die insbesondere
Gesundheitsbeeinträchtigungen von Herz-Kreislauf-und Muskel-
Skelett-System zur Folge haben können.Zur Vermeidung dieser negativen
Folgen empfiehlt sich daher eine Arbeitsanalyse durchzuführen,die durch
den Einsatz von geeigneten prognostischen Analysemethoden die bei der
Tätigkeitsausführung auftretenden Belastungen und Beanspruchungen im
Vorfeld zu ermitteln und geeignete Maßnahmen einzusetzen erlaubt.
Autoren:
Matthias Jäger und Alwin Luttmann
Schlüsselwörter:
· Handhaben von Lasten · Biomechanische Modellierung · Belastung der
Lendenwirbelsäule · Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule · Richtwerte ·
Kumulierte Dosis
Zusammenfassung
Der Dortmunder
Denkansatz zielt auf eine biomechanisch orientierte Beurteilung der
Belastung der Wirbelsäule bei beruflichen Tätigkeiten mit
Lastenhandhabung. Die Vorgehensweise bei biomechanischen Modellierungen
zur quantitativen Ermittlung der Belastung der Lendenwirbelsäule wird
erläutert,und die Anwendung anhand eines Ganzschicht-Monitorings in
verschiedenen Berufsfeldern wird exemplarisch vorgestellt. Die Vielfalt
beruflicher Expositionen erfordert in der Regel eine dreidimensional
dynamische Methodik einschließlich der Bestimmung verschiedener
Belastungskenngrößen, insbesondere zur Beschreibung der jeweilig
aktuellen und der kumulativen Belastung.Zur Beurteilung hinsichtlich
biomechanischer Überlastungsrisiken sollten verschiedenartige Richtwerte
der lumbalen Belastbarkeit bei kurz-und langzeitigen Expositionen
genutzt werden.
Praktische Relevanz
Lastenhandhabung
und Krafterzeugung sind Kennzeichen einer großen Zahl beruflicher
Tätigkeiten. Als Folge der dabei auftretenden hohen Belastung des
Muskel-und Skelettsystems und insbesondere der Lendenwirbelsäule treten
Erkrankungen und Beschwerden und dadurch bedingte Fehlzeiten mit großer
Häufigkeit auf. Mit dem Dortmunder Denkansatz wird die Bestimmung der
biomechanischen Belastung der Lendenwirbelsäule und deren Beurteilung
sowohl hinsichtlich kurzzeitiger als auch langjähriger beruflicher
Tätigkeiten mit Lastenhandhabungen ermöglicht. Mit dieser
Vorgehensweise können präventive Gestaltungsmaßnahmen begründet
abgeleitet werden.
Physiologische Kosten bei der Arbeit an der Discounter-Kasse –
Linksabweiser-Scannerkasse versus traditionelle Kasse mit manueller
Preiseingabe
(Ausgabe 3-4/2005)
Autoren:
Karsten Kluth und Helmut Strasser
Schlüsselwörter:
· Produkt-Ergonomie · Kassenarbeitsplatz · Körperliche Beanspruchung ·
Elektromyographie
Zusammenfassung
In einer
Laborstudie wurde mit arbeitsphysiologischen Methoden die muskuläre
Beanspruchung objektiviert,die sich bei der Arbeit an einer neu
entwickelten Linksabweiser-Scannerkasse im Vergleich zu einer
traditionellen Kasse mit manueller Preiseingabe ergab. Zehn
professionelle Kassier-kräfte wurden als Probanden im change-over an
beiden Kassensystemen in einem Test und Retest eingesetzt. Mit Hilfe der
Oberflächen-Elektromyographie war es möglich,die physiologischen Kosten
von insgesamt 8 Muskeln des linken und rechten Hand-Arm-Schulter-Systems
bei der Preisregistrierung mittels eines Scanners und einer Tastatur zu
quantifizieren. Aus den Ergebnissen kann die Schlussfolgerung gezogen
werden,dass der Einsatz der ergonomisch gestalteten
Linksab-weiser-Scannerkasse zu einer objektiv nachweisbaren deutlichen
Reduktion der muskulären Beanspruchung führt.
Praktische Relevanz
In der hier beschriebenen Studie wird die Notwendigkeit
für die Ladenausstatter deutlich, nutzerfreundliche Kassensysteme
herzustellen,die allerdings einer ergonomischen Evaluierung bedürfen,um
vom Markt angenommen zu werden. Zudem eröffnen die Ergebnisse dem
Arbeitsgestalter die Möglichkeit,die Höhe der Muskelbeanspruchung bei
der Preiseingabe und beim Warenhandling an der Kasse abzuschätzen.
Ferner erleichtern sie dem Produktgestalter,Änderungen im Kassenlayout
durchzusetzen,die zu einer Reduzierung der Muskelbeanspruchung in den
oberen Extremitäten bis hin zum Rücken führen.
Autoren:
Günter Eissing und Pia Neumann
Schlüsselwörter:
· Haushalt · Belastung · Beanspruchung · Tätigkeiten · Prognose
Zusammenfassung
Die Belastung und
Beanspruchung durch die Tätigkeit im Haushalt ist seit etwa 20 Jahren
nicht mehr untersucht worden,obwohl sich die Einsatz der
Haushaltstechnik und der Lebensstils deutlich verändert haben. Es wurde
eine ergonomische Untersuchung in 30 Privathaushalten durchgeführt;
15 Hausfrauen waren nicht erwerbstätig,die anderen
halbtags erwerbstätig. Erfasst wurden die haushälterische Tätigkeit,die
Tätigkeitselemente,die Körperhaltung sowie die Herzfrequenz. Aus den
gewonnenen Daten wurde ein Prognosemodell zur Vorhersage des
Arbeitspulses entwickelt. Für das multiple lineare Modell wurden nur
Tätigkeiten mit einer Dauer von mehr als 5 Minuten verwendet. Den
größten Einfluss besitzen die Tätigkeitselemente sowie die Kombination
von Körperhaltung und Tätigkeitselement. Das Bestimmtheitsmaß beträgt
24,8 Prozent.
Praktische Relevanz
Die Belastung und Beanspruchung haushälterischer
Tätigkeiten ist seit 20 Jahren nicht mehr arbeitswissenschaftlich
überprüft worden. Die aktuellen Daten ergeben aber deutliche
Unterschiede im Vergleich mit den bisherigen Studien. Die Erstellung
einer Prognose für die Tätigkeiten im Haushalt liefert Referenzwerte für
weitere Untersuchungen zur Analyse des Arbeitspulses bei Tätigkeiten
sowie zur Betrachtung der Beanspruchung von Tätigkeiten.
Evaluierung des Einsatzes von Darstellungstechniken der virtuellen
Realität in einem eLearning-Modul zur ergonomischen Gestaltung von
Arbeitssystemen (Ausgabe 3-4/2005)
Autor:
Dietmar Gude
Schlüsselwörter:
· eLearning · virtuelle Realität · Evaluierung · Akzeptanz · Nutzung ·
Nachhaltigkeit
Zusammenfassung
Am Beispiel einer eLearning-Anwendung zur ergonomischen
Gestaltung von Arbeitssystemen werden die Möglichkeiten zum Einsatz von
Darstellungstechniken der virtuellen Realität vorgestellt. Zudem werden
die Ergebnisse einer Evaluierung dieser Anwendung berichtet,aus denen
hervorgeht,dass so-wohl im universitären Bereich als auch in der
betrieblichen Praxis ein nachhaltiger Bedarf für entsprechende
Lernangebote besteht. Aus der Analyse des Interaktionsverhaltens ergaben
sich Hinweise,dass die Anwender häufig eine explorative gegenüber einer
systematischen Lernstrategie bevorzugten,wie dies nach der
konstruktivistischen Lerntheorie zu erwarten ist.
Praktische Relevanz
Im Kontext der Initiative der Europäischen Union,zur
führenden wissensgestützten Wirtschaft der Welt zu werden,ist das
Konzept des eLearning ein wichtiges Instrument zur Modernisierung der
Bildungssysteme. Mit dem Einsatz von Techniken der virtuellen Realität (VR)können
Lerninhalte in anschaulicher und interaktiver Form vermittelt werden,mit
positiven Auswirkungen auf die Nutzungshäufigkeit und –intensität von
eLearning-Angeboten.Aus der Evaluierung prototypischer Anwendungen
lassen sich Hinweise ableiten, wie das mit VR-Technologien verbundene
Potential in geeigneter Weise für dieses Anwendungsfeld erschlossen
werden kann.
Autor:
Wilhelm Bernhard Kloke
Schlüsselwörter:
· Head--up-Display · Kraftfahrzeug · Geschwindigkeitsanzeige ·
Blickabwendungsdauer · Augenbewegung · Ergonomie
Zusammenfassung
Zur Bestimmung
der Zeit,die zum Ablesen der Geschwindigkeit im Kraftfahrzeug
erforderlich ist,können Daten aus der arbeitsphysiologischen Literatur
herangezogen werden. Mittels Zerlegung in Teilzeiten werden konkrete
Berechnungen der Blickabwendungsdauern bei der Gestaltung als
Head-up-Display im Vergleich zum konventiellen Rundinstrument im
Armaturenbrett aufgezeigt. Auf die Frage,ob Head-up-Displays Vorteile
gegenüber der konventionellen Anzeige der Geschwindigkeit bieten,ergibt
sich,dass die zeitlichen Vorteile relativ zu anderen Aufgaben der
Fahrzeugführung gering
sind.
Praktische Relevanz
Vielfach werden in der Werbung ergonomische Argumente für
Neugestaltungen vorgebracht,die auf plausibel erscheinenden Annahmen
beruhen. Unter Verwendung von Daten der arbeitsphysiologischen Literatur
wird gezeigt,dass damit die Ausgestaltung der Geschwindigkeitsanzeige im
Personenkraftfahrzeug als Head-up-Display nicht überzeugend begründet
werden kann.
Autoren:
Shrawan Kumar, Mircea Fagarasanu,Yogesh Narayan aund
Narasimha Prasad
Schlüsselwörter:
· Muskelermüdung · vastus lateralis · vastus medialis ·
Maximalkontraktion · Relativkraft · Variablenvergleich · isometrische
Ermüdung
Zusammenfassung
Ermüdungssymptome
im Kniestrecker (quadriceps)wurden bei Maximalkraft und 40 %Relativkraft
in 90 °-Position des Knies an 20 Probanden gemessen.Meßgrößen waren der
Kraftabfall,EMG ’s , Blutvolumen und dessen Sauerstoffabnahme,
Herzschlagfrequenz.Ergebnisse: Der Kraftverlauf war signifikant mit
allen Variablen korreliert,maximal aber mit der EMG-Amplitude.Eine ANOVA
zeigte signifikante Differenzen zwischen den Geschlechtern.Keine
abhängige Variable konnte als „beste “ zur Kennzeichnung muskulärer
Ermüdung (Kraftabfall) identifiziert werden.
Praktische Relevanz
Zur Ermüdungsdiagnose bei statischer Muskelarbeit können
aufgrund der hohen Interkorrelation von Variablen verschiedene
Meßzugänge ohne hohen Informationsverlust gewählt werden.
Autor:
Martin Schütte
Schlüsselwörter:
· Entscheidungskriterium · visuelle Qualitätsprüfung · Rückmeldung
Zusammenfassung
In der
vorliegenden Studie wurde bei einer simulierten visuellen
Qualitätsprüfungsaufgabe der Einfluss der Art der gegebenen
Leistungsrückmeldung und der Regelmäßigkeit des Feedbacks (Feedbackzyklus)bei
konstant bleibendem sowie an-und absteigendem Fehleranteil im Los auf
den die Lage des Entscheidungskriteriums beschreibenden sogenannten
c-Index untersucht. Die Ergebnisse zeigen,dass bei wachsender Anzahl
fehlerhafter Objekte -abhängig von der Regelmäßigkeit der
Leistungsrückmeldung – entweder ein liberales oder umgekehrt
konservatives Entscheidungskriterium resultiert. Damit erfolgen die
Prüfungen jedoch nicht mehr nach einem einheitlichen,gleichbleibenden
Maßstab. Maßnahmen zur Stabilisierung des Entscheidungskriterium werden
vorgestellt und diskutiert.
Praktische Relevanz
Die Untersuchung
gibt Hinweise auf die Gestaltung der Rückmeldebedingungen bei visuellen
Qualitätsprüfungsaufgaben.
Beitrag der elektrophysiologischen Untersuchungsmethoden zur
beanspruchungsgerechten Gestaltung von handbetätigten Werkzeugen
(dargestellt am Beispiel Scheren für Rebschnitt) (Ausgabe 3-4/2005)
Autoren:
Jurij Wakula und Kurt Landau
Schlüsselwörter:
· Rebschere · Evaluierung · Beanspruchungsanalyse ·
Feld--und Laborstudie · Produktgestaltung
Zusammenfassung
Handbetätigte
Rebscheren von vier Herstellern wurden in den Feld-und Laborstudien mit
objektiven elektrophysiologischen Meßmethoden (HSF-Messung und EMG)
evaluiert. In Felduntersuchungen wurden die Beanspruchungsgrößen
(Herzschlagfrequenz (Arb.HSF) und relative elektrische Aktivität (rEA)
von drei Muskeln:m.flexor digitorum superficialis, m.biceps brachii und
m.deltoideus pars spinalis) bei sieben Arbeitspersonen erhoben und
analysiert. Die Laborstudie umfasste drei verschiedenen
Untersuchungszyklen,dabei wurden vier Typen von Scheren bei acht
Probanden analysiert. Der Schnitt in die Rebe verursachte im Vergleich
zum Leerschnitt einen Anstieg der lokalen Muskelbeanspruchung um das
Zwei-bis Vierfache je nach Versuchsperson und Schere. Bei den meisten
Versuchspersonen liegt der Schnitt in die Rebe im Beanspruchungsgrad des
Muskels zwischen 20% und 40%des Wertes bei Maximalkontraktion. Die
geringste Beanspruchung wurde beim Rebschnitt mit der Schere mit dem
„Scherschneid “-Prinzip (Fe7,Fi.-Erg) gemessen. Die höchste
Beanspruchung produzierte die Schere mit dem „Keilschneid “- Prinzip.
Praktische Relevanz
Gestaltungsvorschläge weisen auf mögliche Richtungen und
Verbesserungen einer neuen Scherenkonstruktion hin, müssen aber auf ihre
genaue Wirkung überprüft werden.
Autoren:
Martina Ziefle,
Olaf Oehme und Holger Luczak
Schlüsselwörter:
· Virtuelle Realität · erweiterte Realität · kopfbasierte
Display--Technologie · LCD · visuelle Suche · Reizgröße · Displaygröße ·
visuelle Ermüdung
Zusammenfassung
Mit so genannten
Head-Mounted Displays (HMDs)kann dem Nutzer arbeitsbegleitend visuelle
Informationen direkt auf die Netzhaut projiziert werden, so dass dem
Nutzer zusätzliche visuelle Informationen zur Verfügung stehen. Im
vorliegenden Experiment wurde eine Evaluation der Güte der
Informationsdarstellung im HMD-Display unter
visuell-ergonomischen Gesichtspunkten vorgenommen. Geprüft wurde,
welchen Einfluss die Dichte und die Größe der darzustellenden
Information auf die Lesbarkeit hat. Die visuelle Leistung
(Suchgeschwindigkeit und Genauigkeit) am HMD wurde mit der bei einem
herkömmlichen LCD-Bildschirm verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die
HMD-Technologie im Hinblick auf eine leistungsoptimale Darstellung noch
nicht uneingeschränkt als Lesemedium empfohlen werden kann.Hervorzuheben
ist, dass das HMD bereits im jetzigen Entwicklungsstadium dann ohne
größere Leistungsminderung und Einschränkungen nutzbar ist, wenn nur
wenig Information dargestellt wird und ausreichend große Reize verwendet
werden. Eher ungünstig sind die Bedingungen jedoch,wenn viel Information
in einer kleinen Fontgröße dargeboten wird.
Praktische Relevanz
Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen,unter
welchen Bedingungen das HMD in seiner jetzigen Ausgestaltung ohne
Einschränkungen verwendbar ist und wann mit Leistungsminderungen
gerechnet werden muss.Weiterhin werden Optimierungsvorschläge
abgeleitet.
Personalwirtschaft und Arbeitswissenschaft: Notwendigkeit integrativer
Konzepte (Ausgabe 5/2005)
Autor:
Klaus J. Zink
Schlüsselwörter:
·
Arbeitswissenschaft · Personalwirtschaftslehre · Integrative Konzepte
Zusammenfassung
Das betriebliche Personalwesen und die arbeitswissenschaftlichen
Funktionen in der betrieblichen Praxis sehen sich vor ähnliche
Herausforderungen gestellt. Es erscheint daher sinnvoll, ein
integratives Konzept zu entwickeln, das dazu beitragen kann, beide
Bereiche (wieder) aufzuwerten. Dies hat auch erhebliche Konsequenzen für
die universitäre Aus- und Weiterbildung.
[Volltext]
Physiologische
Kosten energie-äquivalenter akustischer Belastungen
durch „Weißes Rauschen“, Industrielärm, Heavy Metal-Musik und Klassische
Musik (Ausgabe 5/2005)
Autoren:
Helmut Strasser, Hartmut Irle und Roland Scholz
Schlüsselwörter:
·
Musikschall- und Lärmbelastung · Zeitweilige Hörschwellenverschiebungen
(TTS) · Restitutionszeit (t(0 dB)) · Integrierte
Hörschwellenverschiebungen (IRTTS) · Physiologische Kosten
Zusammenfassung
Gegenüber „Weißem Rauschen“ führte eine gleiche akustische Belastung von
94 dB (A) über 1 Stunde durch Industrielärm zu etwas höheren
Vertäubungen und zu etwas längeren Restitutionszeiten, die an 10
otologisch unauffälligen Probanden gemessen wurden. Typische energie-
äquivalente Heavy Metal-Musik unterschied sich von Industrielärm weder
in den maximalen Vertäubungen und den Restitutionszeiten, noch in der
Summe aller, nach der akustischen Belastung gemessenen Vertäubungen, den
Integrated Restitution Temporary Threshold Shifts (den IRTTS- Werten).
Die IRTTS- Werte als globale Indikatoren der Gehörgefährdung beliefen
sich nach klassischer Musik jedoch lediglich auf etwa 25% der Werte für
Heavy Metal- Musik und Industrielärm.
Praktische Relevanz
Übereinstimmend mit früheren Studien zeigen die hier vorgestellten
Ergebnisse erneut, dass eine energie-äquivalente Beurteilung akustischer
Belastungen zu Fehleinschätzungen der zu erwartenden spezifischen
Wirkungen auf das Gehör führen kann. Bei viermal so hohen
physiologischen Kosten, die das Gehör für Heavy Metal-Musik gegenüber
Klassischer Musik zu bezahlen hat, gilt offensichtlich auch die
Schlussfolgerung „Der Ton macht die Musik“. Die besondere Gefährlichkeit
moderner Musikproduktionen, wie Heavy Metal, Hardrock oder Techno liegt
darüber hinaus aber darin, dass sie in Diskotheken, Open-Air-Konzerten
oder über Walkman bei wesentlich höheren Lautstärken gehört werden als
Kompositionen, die bei Symphoniekonzerten oder Opernaufführungen dem
Publikum dargeboten werden.
[Volltext]
Durch den Fahrer selbst erfasste Oberkörperbeschwerden beim
Lenken:Einfluss von Fahrerfahrung,Geschlecht und Alter auf die Bewertung
(Ausgabe 5/20
Autoren:
Joseph
Giacomin und Antonio Screti
Schlüsselwörter:
·
discomfort · driving · automobile · experience · gender · Borg
Zusammenfassung
This study investigated the human upper body discomfort caused by
automobile driving. Both global and local discomfort estimates were
achieved by means of a selfadministered questionnaire. The geographic
area surveyed was the city of Turin, Italy, and data from a total of 269
drivers was analysed. The back region was reported to suffer the
greatest discomfort, followed in order of decreasing discomfort by the
neck, shoulder, arm, hand-wrist, forearm, head, chest and mandible.
Female drivers provided higher discomfort responses than male drivers.
Subdividing the data according to driving experience lead to large and
statistically significant differences in both global and local
discomfort.
Praktische Relevanz
Vehicle development programmes make extensive use of test juries and of
subjective evaluation methods. This research provides a first evaluation
of the differences between global analysis and local analysis of upper
body discomfort, and of the effect of the factors: driving experience,
gender and vehicle age.
[Volltext]
Autorinnen:
Rosina
M.Gasteiger, Christina Rautenstrauch und Verena Stengel
Schlüsselwörter:
·
Interkulturelles Lernen · online-Lernen · Modell interkulturellen
Lernens · Internationale Personalentwicklung
Zusammenfassung
Die Auslandstätigkeit internationaler Unternehmen − selbst im
Mittelstandsbereich − weitet sich in Form von Mitarbeiterentsendungen
und vor allem über virtuellen Kontakt zunehmend aus. In der Literatur
bleibt allerdings das Thema „interkulturelles online-Lernen“ nahezu
unerwähnt. Es gilt zu klären, in welchen Bereichen und mit welchen Vor-
und Nachteilen interkulturelles Lernen durch virtuelle Elemente ergänzt
werden kann. In diesem Artikel wird anhand eines Models zum
interkulturellen Lernen analysiert, inwieweit in den einzelnen Phasen
des interkulturellen Lernprozesses eine Integration von online-Lernen
möglich ist. Abschließend wird ein Praxisbeispiel interkulturellen
online-Lernens vorgestellt.
Praktische Relevanz
Es werden Möglichkeiten der Integration von E-Learning in
interkulturellen Trainings anhand eines Modells interkulturellen Lernens
aufgezeigt und kritisch hinterfragt. Zudem werden erforderliche
Bedingungen und Faktoren für die Gestaltung von Blended Learning in
interkulturellen Trainings benannt. Ein Praxisbeispiel interkulturellen
online-Lernens zeigt, wie PE-Maßnahmen zum interkulturellen Lernen
sinnvoll durch online-Lernangebote ergänzt werden können.
|