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TITEL, ZUSAMMENFASSUNGEN, AUTOREN UND
SCHLÜSSELWÖRTER
DER BEITRÄGE AB AUSGABE 1/2004 |
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| 1/2004 |
Formen der Kontrolle als Puffer der Belastungs-Beanspruchungs-Beziehung
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| 2/2004 |
Wahrnehmung und Bewertung künstlich beleuchteter Räume Zwei Studien zur Rolle des Spektrums bei der Sehleistung Aufzeichnung und Analyse von Ereignissen in direkter Tätigkeitsbeobachtung Beanspruchung und Regeneration: Ein Kommentar zur "u"-förmigen Beanspruchungs-Belastungskurve Atmung, Aufmerksamkeit und Ablenkung als Funktion emotionaler Stimuli Umweltergonomie: Gerüche aus Industriebetrieben Exposition des Menschen gegenüber Partikeln in der Arbeitswelt
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| 3/2004 |
Arbeitsfähigkeit in der stationären Pflege in Deutschland im europäischen Vergleich Zusammenarbeit in Anästhesieteams aus Sicht der Teammitglieder Kooperative Entwicklung von Bildschirmanzeige und Bedienkonzept eines Anästhesierespirators
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| 4/2004 |
Bewertung lernförderlicher Arbeitsgestaltung für Kundenberater in einem Call Center
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Formen der Kontrolle als Puffer der Belastungs-Beanspruchungs-Beziehung (Ausgabe 1 - 2004) Autoren: Klaus-Helmut Schmidt Schlüsselwörter: Kontrollformen · Pufferhypothese · Beanspruchungsindikatoren · Arbeitsorganisation und -gestaltung Zusammenfassung Das von Karasek (1979) entwickelte Belastungs-Kontroll-(job demands-control-) Modell der Arbeitsbeanspruchung geht von der Annahme aus, dass Kontroll- und Einflussspielräume bei der Arbeit die ungünstigen Beanspruchungswirkungen hoher Arbeitsbelastungen in der Funktion eines Puffers abschwächen sollten. Zur Überprüfung dieser Annahme wurden in der vorliegenden Untersuchung bei Pflegekräften in der stationären Altenhilfe zwei spezifische Kontrollmaße zu Grunde gelegt. Die Ergebnisse zeigen, dass von den Möglichkeiten, den zeitlichen Arbeitsablauf beeinflussen zu können, stärkere und breitere Pufferwirkungen ausgehen als von dem Ausmaß, in dem man die Art und Weise der Aufgabenbearbeitung beeinflussen kann. Praktische Relevanz Arbeitsgestalterische Maßnahmen zur Beanspruchungsprävention im Bereich der Altenpflege sollten demnach insbesondere darauf gerichtet sein, die arbeitsablauf-bezogenen Kontrollspielräume zu vergrößern. Hierdurch werden Personen in die Lage versetzt, die Arbeit in einer Weise zeitlich zu organisieren, die an ihre aktuellen Möglichkeiten der Belastungsbewältigung angepasst ist.
Autoren: Marc Baumgartner und Ivars Udris Schlüsselwörter: Call Center Tätigkeit · Aus- und Weiterbildung · Personalentwicklung · Arbeitszufriedenheit Zusammenfassung Untersuchungen in 14 Schweizer Call Centers (CC) erbrachten vier CC-Typen, die sich hinsichtlich Arbeitstätigkeiten der Call Center Agents (CCA), Personalstruktur und Kompetenzentwicklung stark unterscheiden. Dies hat auch Auswirkungen auf das Befinden der CCA. Arbeitszufriedenheit, Commitment mit dem Unternehmen und Fluktuationstendenz sind abhängig vom CC-Typ. Daraus werden Perspektiven für die Zukunft der CC-Arbeit aufgezeigt. Praktische Relevanz Eine typologische Unterscheidung der Arbeitstätigkeiten in Call
Centers zeigt Konsequenzen auf für die Gestaltung und Organisation der
Arbeitsaufgaben, für die Aus- und Weiterbildung und Personalentwicklung. Autoren: Martina Schütze Schlüsselwörter: Konstruieren · Entwerfendes Problemlösen · Freihandskizzieren · Graphiktablett · CAD Zusammenfassung In den frühen Entwurfsabschnitten wird das Unterstützungs-potential der Skizziertätigkeit mit einem klassischen und einem digitalen Arbeitsmittel im Vergleich zum rechnergestützten Entwerfen experimentell geprüft. Bei letzterem zeigen sich starke qualitative und quantitative Leistungseinbußen; die Vorgehens- und Erlebensmerkmale stimmen damit inhaltlich überein und liefern Erklärungsansätze für diese Unterschiede. Praktische Relevanz Graphiktabletts erscheinen als hervorragendes Mittel für eine Unterstützung des Entwerfens durch klassische und digitale Arbeitsmittel im Sinne eines interaktiven und integrierten Kommunikationsverbandes und bergen eventuell ein großes Potenzial hinsichtlich wettbewerbsentscheidender Zeit- und Kosteneinsparungen sowie markterschließender Innovationen für den Produktentwicklungsprozess.
Autoren: Gert Zülch, Mikko Börkircher und Sascha Stowasser Schlüsselwörter: Wissensmanagement · Kommunikationsergonomie · Personaleinsatzplanung · Benutzungsfreundlichkeit · Evaluation · Visualisierung Zusammenfassung Die Visualisierung von prozessorientiertem Erfahrungswissen in einem
wissensbasierten Unterstützungssystem ist Ziel eines Teilprojektes im
Sonderforschungsbereich 346 "Rechner-integrierte Konstruktion und
Fertigung von Bauteilen". Zu diesem Zweck wurden auf Basis
experimenteller Untersuchungen kommunikationsergonomisch günstige
Benutzungsschnittstellen zur Handhabung, Navigation und Bearbeitung von
Aufgaben innerhalb der kurzfristigen Personaleinsatzplanung entwickelt.
Die Erfordernis zu flexiblen und schnellen Entscheidungen über
kurzfristige Neuzuordnungen des Personals wird häufig durch
Maschinenstörungen und Personalabwesenheiten hervorgerufen. Um dem
Benutzer eines Planungstools durch die Prozesse Störungsdiagnose und
Störungsbehebung zu begleiten, wird ihm Erfahrungswissen zur
Entscheidungsunterstützung bzw. Lösungsfindung angeboten. Praktische Relevanz Um die Nutzanwendung von bereitgestelltem Erfahrungswissen im Rahmen
dynamischer Prozesse im Fertigungsbereich zu überprüfen, sind
grundlegende Untersuchungen darüber notwendig, welche
Visualisierungsformen bei der Bereitstellung von Erfahrungswissen für
den Benutzer geeignet sind.
Wahrnehmung und Bewertung künstlich beleuchteter Räume (Ausgabe 2-2004) Autoren: Christoph Schierz Schlüsselwörter: Beleuchtung im Innenraum · Leuchtdichte · Wahrnehmung · affektive Bewertung · Attribuierung · mentales Konzept Zusammenfassung Es wird eine experimentelle Studie vorgestellt, in welcher untersucht wurde, wie die objektive, physikalische Welt mit der subjektiven, psychologischen Welt verknüpft werden kann. Bindeglied und Kern dieser Studie ist dabei das Modell einer sogenannten "mentalen Konzeptstruktur" der visuellen Wahrnehmung. Es wird angenommen, dass in ihr und nicht direkt in der objektiven Welt subjektive Bewertungen stattfinden. Als objektive Welt dienten für die Studie sogenannte Lichtszenarien: Mittels Diapositiven erzeugte Stereobilder eines verschiedenartig beleuchteten Innenraums. Mit unterschiedlichen Methoden konnte die "mentale Konzeptstruktur" mit einer affektiven und attributiven Bewertung erfasst und in Zusammenhang gebracht werden. Es zeichnet sich ab, dass zur Umsetzung der Resultate in die Praxis und damit zur Erzielung eines für den Menschen förderlichen "visuellen Klimas" die Rahmenbedingungen für die Beleuchtungsplanung neu zur Diskussion gestellt werden müssen. Praktische Relevanz Einerseits führen zunehmend restriktivere Forderungen an das
Energiesparen dazu, Licht am Arbeitsplatz immer stärker auf die
Sehaufgabe zu konzentrieren, Raumbegrenzungsflächen aber dunkel zu
lassen. Andererseits weiß man sowohl aus Erfahrung als auch aus der
Grundlagenforschung, dass Licht aus dem ganzen Gesichtsfeld für
gesundheitlich positive biologische und psychologische Wirkungen
notwendig ist. Um diese Bedürfnisse sicherzustellen, müssen nebst der
Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz auch Vorgaben für die Lichtverteilung
im Raum bereit gestellt werden. Zu diesem Zweck wurden in dieser Studie
notwendige Grundlagen zu den psychologischen Lichtwirkungen untersucht.
Zwei Studien zur Rolle des Spektrums bei der Sehleistung (Ausgabe 2 -
2004) Autoren: Marino Menozzi Schlüsselwörter: Gelbglas · Nachtfahrt · Dämmerungssehschärfe · Bildschirm · chromatische Aberration · Akkommodationsdynamik Zusammenfassung Das Forschungsthema "Auge und Arbeit" ist in den 20 Jahren des Wirkens von Prof. H. Krueger am Institut für Hygiene und Arbeitsphysiologie (IHA) aus vielen Blickwinkeln behandelt worden. In einem ersten Teil wird ein kurzer Abriss über die Entwicklungen und Forschungsarbeiten gegeben, die am IHA zum Thema Auge und Arbeit durchgeführt wurden. Im Anschluss daran wird über zwei unveröffentlichte Experimente berichtet, aus denen auch die Breite des methodischen Spektrums der durch Prof. Krueger initiierten Forschung ersichtlich wird. Im ersten Experiment wird mittels eines standardisierten Verfahrens die Wirkung gelb getönter, zur Reduktion der Blendung bei Nachtfahrten gedachter Gläser, auf die Sehfunktion untersucht. Aus den Resultaten kann geschlossen werden, dass die Verwendung dieser Gläser bei Nachtfahrten nicht zu empfehlen ist. Mit einer technisch aufwendigen Eigenentwicklung wurden im zweiten Experiment dynamische Eigenschaften der Akkommodation bei der Stimulation mit spektralreduziertem Licht untersucht. Die Resultate dieser Studie können als Hinweis verstanden werden, dass die Einschränkung des Lichtspektrums auf ein schmales Band keine Auswirkung in Bezug auf die Akkommodationsdynamik zeigt. Moderne Lichtquellen wie Ampeln, Grossbildanzeigen oder Head-mounted-displays sind deshalb nicht unbedingt als Potenzial für Störungen der Akkommodationsdynamik zu sehen. Praktische Relevanz In der einen Studie wird die Praxistauglichkeit eines auf dem Markt
angebotenen Gelbglases in Zweifel gezogen, das zur Reduktion von
Blendung bei Nachtfahrten eingesetzt wird. In der anderen Studie wird
gezeigt, dass das Licht von Anzeigen mit Leuchtdioden (z. B. Ampeln,
Grossbildschirme, Head-mounted-displays), die Akkommodationsdynamik
nicht beeinflusst.
Aufzeichnung und Analyse von Ereignissen in direkter
Tätigkeitsbeobachtung Schlüsselwörter: Arbeitsablaufanalysen · Tätigkeitsbeobachtungen · Zeitstudien Autoren: Jürgen Held Zusammenfassung Der vorliegende Artikel erörtert mobile Verfahren zur direkten Aufzeichnungen von beobachtbaren Ereignissen in der Arbeitsanalyse. Die Verfahrensschritte der Definition eines Kategoriensystem, der Gestaltung des Geräteinterfaces und der Interaktion während der Aufzeichnung werden untersucht, und die Umsetzung von Verbesserungen wird anhand des Verfahrens "FIT-System" (Flexible Interface Technik) beschrieben und mit Projekterfahrungen hinterlegt. Es zeigt sich, dass bei den bisherigen Verfahren der Anwender bei der Erstellung des Kategoriensystems durch vordefinierte Strukturen der Software eingeschränkt ist. Diese Einengung zeigt sich auch in der Symbolik, sowie in der Syntax der Interaktion des Anwenders mit den Erfassungsgeräten. Das Verfahren FIT-System verbessert dies, indem das Interface des Erfassungsgerätes manuell und ohne Vorgaben durch den Computer frei gestaltbar ist. Damit wird es in direkter Beobachtung möglich eine Anzahl von 40-70 Kategorien abzudecken, parallele Tätigkeiten in schneller Abfolge zu registrieren, oder verteilte Tätigkeiten in der direkten Beobachtung eines Arbeitsteams zu dokumentieren. Um die damit erreichbare Detaillierung von Arbeitsablaufsequenzen miteinander vergleichen zu können wird ein Diagramm in Form von Winkelstrahlen als Darstellung vorgeschlagen. Praktische Relevanz Die Durchführung einer detaillierten Tätigkeitsbeobachtung ist
erwiesenermaßen ein sehr bedeutender Bestandteil in Projekten der
ergonomischen Systemgestaltung. Mit dem vorliegenden Artikel soll dazu
beigetragen werden, dass die hierzu einsetzbaren Aufzeichnungsverfahren
den Ergonom oder Arbeitswissenschaftler möglichst optimal unterstützen.
Ergonomie der Interaktion (Ausgabe 2 - 2004) Schlüsselwörter: Mensch-Maschine Interaktion · Usability · Billettautomaten · Entwicklungsprozess Autoren: Daniel Felix Zusammenfassung Moderne Technologie bestimmt zunehmend unser Leben. Wie sie durch die Anwender nutzbringend eingesetzt werden kann, erforscht das Institut für Hygiene und Arbeitsphysiologie der ETH Zürich seit vielen Jahren im Schwerpunktsbereich Mensch-Maschine Interaktion. Die Erkenntnisse, erarbeitet an Beispielen aus Hard- und Software-Projekten, haben zur Definition eines Entwicklungsprozesses für interaktive Systeme und zum Aufbau des zweiten Usability-Labors in der Schweiz geführt. Zudem ist aus diesem Bereich ein Spin-off Unternehmen entstanden, das heute erfolgreich operiert. Praktische Relevanz Moderne Technologie kann nur erfolgreich sein und sinnvoll eingesetzt werden, wenn ihre Anwender sie auch nutzen können. Ein guter benutzungsorientierter Entwicklungsprozess, sowie neutrale Evaluation der Benutzungsqualität trägt massgeblich zur Produktqualität bei.
Autoren: Sissel Guttormsen Schär Schlüsselwörter: Ergonomie · Software Ergonomie · technische Entwicklung · Forschung · Wissensmodelle · Human Factors in der Mensch-Machine Interaktion · Usability Messung Zusammenfassung Dieser Artikel spricht die neuen Herausforderungen für die Ergonomie an, welche durch die schnelle technologische Entwicklung entstehen. Wir können beobachten, wie durch die zunehmende Bedeutung von Software eine Verlagerung des Forschungsschwerpunktes in der Ergonomieforschung von hard factors zu soft factors stattfindet. Infolgedessen scheint die Softwareergonomie die nächste Hürde in der Ergonomieforschung zu sein. Ergonomische Gestaltung im Informationszeitalter stellt andere Herausforderungen als einen Computer nur benutzbar zu machen. Die technologische Entwicklung involviert Herausforderungen bezüglich der Implementierung von Usability durch die Ausnutzung der neuen technischen Möglichkeiten, z.B. durch die Entwicklung von neuen, benutzergerechten Methoden für Zusammenarbeit (z.B. distributed computer supported work), ermöglichen von neuen Interaktionsformen (z.B. basierend auf Gesten) und neue kognitive und emotionale Modelle für die Mensch-Maschinen Interaktion (z.B. emotional computing). Um die neuen Gelegenheiten wahrnehmen zu können, welche die technologische Entwicklung bietet, schlagen wir neue Forschung und Entwicklungen vor, die den folgenden vier Prinzipen und dem Denken der Softwareergonomie folgt: 1. Die Prioritäten der Softwareergonomie müssen neu festgelegt werden Die Entwicklung von Interfaces (HCI) sollte ausgeweitet werden durch die Bestrebung, analoge Interaktion zu ermöglichen, unter anderem durch Einbezug von mehr Sinnen und Verhaltensoptionen als es heute der Fall ist. Es wird dabei vorausgesetzt, dass die potentielle Usability zum Teil auf dem Ausbilden einer offeneren, effizienteren und klareren Kommunikationskultur zwischen human factors Spezialisten und technischen Entwicklern beruht. 2. Das Wissen und die Modelle für Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung (Kognition) brauchen eine regelmässige Evaluation Ein wichtiges Ziel der Softwareergonomieforschung ist die Generierung von neuem Wissen in der kognitiven Ergonomie, welches einen geeigneten Referenzrahmen für das Softwaredesign bietet. Es ist nötig kontinuierlich zu evaluieren, ob bestehende kognitive Modelle als passende Referenz für neue Paradigmen der Arbeit und der Interaktion dienen können. 3. Es sollte eine Verlagerung von technologiegetriebenem zu human factors getriebenem HCI Design stattfinden Sowohl technologiegetriebene Prozesse (z.B. die Suche nach neuen technologischen Möglichkeiten wie innovatives HCI angewendet werden kann) sowie auch human factors getriebene Prozesse (z.B. Definition von human factors Richtlinien für innovative technologische Entwicklungen) sind wechselseitig wichtig für die Softwareergonomie. Ob wir es mögen oder nicht, die Entwicklung der Mensch-Maschinen Interfaces war fast ausschliesslich technologiegetrieben seit dem Aufkommen des Personal Computers. Forscher im Gebiet der Softwareergonomie haben sich an die Veränderungen angepasst mit neuen kognitiven Modellen, Richtlinien und mit dem Interaction Design. Der umgekehrte Weg, d.h. dass human factors Wissen die technologische Entwicklung beeinflusst, wäre optimal vom Standpunkt der Softwareergonomie aus gesehen. 4. Neue Methoden für die Messung von Usability sind nötig Usability Testing ist ohne Zweifel das heute am nahesten bei der Praxis liegende Feld der Softwareergonomie. Traditionelle Usability Testmethoden sollten erweitert werden mit neuen Methoden. Flexiblere Interaktion impliziert dass mehr menschliche Aspekte in das Softwaredesign einbezogen werden. Solches Design verlangt nach dem Einbezug von soft factors – wie Emotionalität und Motivation – sowie flexible Möglichkeiten natürlicher Interaktion (z.B. gestenbasierte Interaktion). Es werden spezielle Testmethoden gebraucht um menschliche Aspekte der Interaktion zu kontrollieren. Realistischerweise ist das Ausmass, in dem innovatives Design auf dem Markt erfolgreich ist, eng verbunden mit ökonomischen Aspekten. In diesem Fall ist Usability - aus dem Blickwinkel eines Ingenieurs – Systeme zu kreieren, welche ein Bedürfnis auf dem Markt abdecken, während sie sparsamen Gebrauch von Ressourcen machen. Also wird innovative Usabilityforschung - zu einem gewissen Teil - sofort realisierbaren Produktentwicklungen immer einen Schritt voraus sein. Die Implementierung der Resultate in wirkliche Produkte wird mehr angetrieben werden von human factors, so bald Technologie-Entwickler (Ingenieure) und human factors Spezialisten eine offenere Kommunikationskultur entwickelt haben. Diese Kommunikation könnte sich ganz natürlich entwickeln, wenn Entwicklung und Interface Design zusammengeführt werden, d.h. wenn Software Engineering beginnt, einen direkten Einfluss auf das Interface Design zu haben. Praktische Relevanz Dieser Beitrag bietet eine Übersicht über aktuelle Herausforderungen und Möglichkeiten der Softwareergonomie, welche durch die technologische Entwicklung hervorgerufen werden. Für die Forschung werden vier leitende Prinzipien vorgeschlagen, welche aktuelle Prioritäten hervorheben und viele Beispiele neuer Formen der Mensch-Maschine Interaktion zeigen.
Beanspruchung und Regeneration: Autoren: Thomas Läubli Schlüsselwörter: Arbeitsbeanspruchung · Muskuloskeletale Beschwerden · Regeneration Zusammenfassung Der wirtschaftliche Wandel führt zu Änderungen der Arbeitsbeanspruchung, die noch kaum quantitativ untersucht wurden. Gesichert ist eine erhöhte Produktivität, sehr wahrscheinlich nahmen die Schwerarbeit und repetitive Montagetätigkeiten ab, und es ist anzunehmen, dass sich die ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze verbesserte. Trotzdem sind Stresssymptome und muskuloskeletale Beschwerden weiterhin sehr häufig. Eine mögliche Erklärung für diese häufigen Beschwerden könnte darin bestehen, dass der oder die Einzelne stärker in den Arbeitsprozess eingebunden ist, und dass organisations- und produktionsbedingte Pausen fehlen. Es wird postuliert, dass die Untersuchung der zeitlichen Struktur der Beanspruchung einzelner Organe und derer Regenerationsperioden zur Erklärung obgenannter Beschwerden beitragen könnte. Praktische Relevanz Die Beachtung der zeitlichen Anforderungen an Pausen und Regenerationsphasen könnte dazu verhelfen, muskuloskeletalen Beschwerden besser vorzubeugen.
Atmung, Aufmerksamkeit und Ablenkung als Funktion emotionaler Stimuli (Ausgabe 2 - 2004) Autoren: Brigitta Danuser & Patrick Gomez Schlüsselwörter: Ablenkung · Atmung · Aufmerksamkeit · Emotion · Erregung · Valenz Zusammenfassung Mittels Bilder, Musikstücken und Geräuschen induzierten wir Emotionen und gingen einerseits der Frage nach, wie emotionale Bewertung und physiologische Vorgänge, insbesondere die Atmung, miteinander verknüpft sind. Andererseits untersuchten wir mit Geruchsexpositionen während einer Mehrfachverrichtung, welche Rolle die Geruchs-Valenz bei der Arbeitsablenkung spielt. Unsere Versuche zeigten, dass die Atmungsantworten auf induzierte Emotionen in einem gewissen Rahmen dem Dimensionsmodell von Valenz und Arousal folgten, insbesondere bildeten sie die induzierte Erregung konsistent ab. Auch das Aufmerksamkeits- Engagement hing von der emotionalen Bedeutung des Stimulus ab, da nur die negativ attribuierten Gerüche eine Leistungsminderung in der Mehrfachverrichtung auslösten. Praktische Relevanz Die modernen Arbeitsformen stellen hauptsächlich an die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis, die mentale Konzentration, die Lernfähigkeit sowie an die emotionale Wahrnehmung und soziale Kompetenz des Menschen erhöhte Anforderungen. Wir haben uns daher in den letzten Jahren mit Emotionen insbesondere mit induzierten Emotionen beschäftigt und gingen der Frage nach wie emotionale Bewertungen und physiologische Vorgänge miteinander verknüpft sind. Zudem interessierte uns auch die Rolle der emotionalen Valenz bei der Entstehung von Arbeitsablenkung.
Umweltergonomie: Gerüche aus Industriebetrieben (Ausgabe 2 - 2004) Autoren: Markus Hangartner Schlüsselwörter: Geruchsmessung · Olfaktometrie · Umweltgerüche · Geruchsbelästigung Zusammenfassung Die Olfaktometrie bedient sich der menschlichen Nase als Geruchsdetektor. Die Verdünnung einer Probe mit Reinluft dient dabei als Mass für die Geruchsstoffkonzentration. Mit dieser Technik lassen sich geruchsmindernde Massnahmen in einem Betrieb bewerten. Aufgrund einer Vielzahl von Messungen bei verschiedenen Anlagen wurde ein Richtwertschema festgelegt, das erlaubt, die Immissionen vorauszusagen. Die topographischen Verhältnisse werden dabei durch eine Klasseneinteilung berücksichtigt. Das Ausmass der Belästigung der Anwohnerschaft wurde mit sozialpsychologischen Methoden ermittelt. Die Übermässigkeit von Geruchsimmissionen kann damit quantifiziert werden. Eine objektive Methode zur Messung der Immissionsbelastung stellt die Probandenbegehung in der Umgebung eines Emittenten dar. Die ermittelten Häufigkeitswerte stellen allerdings nur eine Hilfsgrösse zur Beschreibung der Belästigung dar. Der qualitative Eindruck bezüglich angenehm und unangenehm spielt dabei eine wesentliche Rolle. Praktische Relevanz Wegen zunehmender Siedlungsdichte rücken Wohngebiete immer näher an Industriebetriebe heran und lästige Gerüche können zu Konflikten mit der ansässigen Bevölkerung führen. Die olfaktorische Messtechnik leistet gute Dienste zur schnellen Beurteilung geruchsmindernder Techniken. Das pragmatische Beurteilungssystem für Emissionen erlaubt dem Ingenieur, die möglichen Auswirkungen auf die Wohnumgebung abzuschätzen. Mit der Befragungstechnik haben die Behörden ein Mittel in der Hand, das Ausmaß der Belästigung bei den Anwohnern zu quantifizieren und Auflagen an Betriebe zu erlassen.
Exposition des Menschen gegenüber Partikeln in der Arbeitswelt und Umwelt (Ausgabe 2 - 2004) Schlüsselwörter: Exposition · Partikel · Arbeitswelt · Umwelt · Schadstoffe Autoren: Christian Monn & Michael Riediker Zusammenfassung Partikel sind die Schadstoffgruppe mit grossem gesundheitsgefährdendem Potential. In Umwelt- und Arbeitsplatzstudien wurden deutliche Zusammenhänge zwischen der Exposition und gesundheitlichen Effekten nachgewiesen. Dieser Artikel diskutiert Aspekte der Expositionsmessung anhand von drei Fallbeispielen: biogene Partikel in der Abfallindustrie, Feinstaub in der Aussenluft und am Arbeitsplatz und Auswirkungen von mit Pollenallergenen beladenen Partikeln auf die Gesundheit. Praktische Relevanz Ein gutes Verständnis der Partikeleigenschaften hilft bei der Aufklärung der mit Partikeln assoziierten pathologischen Prozesse und bei der Entwicklung präventiver Strategien. Dieser Artikel ist ein Rückblick auf die Arbeiten am Institut von Prof. Dr. Dr. Helmut Krueger und weist auf zukünftige Trends im Feld der Partikelforschung.
Arbeitsfähigkeit in der stationären Pflege in Deutschland im europäischen Vergleich (Ausgabe 3-2004) Autoren: Bernd Hans Müller und Hans-Martin Hasselhorn Schlüsselwörter: · Arbeitsfähigkeit · Krankenpflegepersonal · Krankenhaus · Altern Zusammenfassung Um den künftigen Pflegebedarf zu decken, ist es erforderlich, Pflegepersonal länger in seinem Beruf zu halten. Der Work Ability Index (WAI) erfasst die Arbeitsfähigkeit von Erwerbstätigen; er hat sich als prädiktiv in Bezug auf u.a. vorzeitigen Berufsausstieg erwiesen. Im Rahmen der europäischen NEXT-Studie (www.next-study.net) wurden die Daten von 23000 examinierten Pflegenden in Krankenhäusern in 10 europäischen Ländern ausgewertet. Die WAI-Mittelwerte waren in Norwegen und den Niederlanden am höchsten und in Polen, Frankreich und Deutschland am niedrigsten. Bereits jüngeres deutsches Pflegepersonal hatte eine vergleichsweise niedrige Arbeitsfähigkeit, diese war in allen Altersstufen deutlich mit dem Wunsch, den Pflegeberuf vorzeitig zu verlassen, assoziiert. Praktische RelevanzDie in Deutschland
niedrigen Werte für Arbeitsfähigkeit sind auf eine relativ große
Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen eigenen Arbeitsfähigkeit und den
Arbeitsanforderungen zurückzuführen; dies in allen Altersstufen. Zur
langfristigen Sicherung des Pflegebedarfs sind Interventionen
erforderlich, die bereits bei jüngerem Pflegepersonal ansetzen müssen.
Andererseits müssen Strategien entwickelt werden, um die
Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass auch weniger leistungsfähigen
Älteren eine ausreichende Arbeitsfähigkeit in der Pflege erhalten
bleibt. Darauf, dass dies möglich ist, deuten die Befunde aus Finnland
hin.
Nicht-erfüllte Werte, emotional erschöpfte Ärztinnen und Ärzte: Kann differentielle Arbeitsgestaltung zur Minderung der Arbeitszeitproblematik beitragen? (Ausgabe 3-2004)Autor: Sandra Peter Schlüsselwörter: · Arbeitsbezogene Werte · Arbeitszeitbedingungen · Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (AA und OA) · Differentielle Arbeitsgestaltung · Emotionale Erschöpfung · Klientenaversion · Strukturgleichungsmodelle Zusammenfassung Der vorliegende Beitrag verfolgt das Ziel, die Konzepte arbeitsbezogene Wertorientierungen und differentielle Arbeitsgestaltung (Ulich et al. 1980, Ulich 2001) am Beispiel von Arbeitszeiten integriert zu betrachten. Konsequenzen nicht erfüllter Wertorientierungen werden am Beispiel von Arbeitszeiterwartungen bei Nachwuchsärzten (N=306) untersucht. Dabei werden Konzepte der psychologischen Stressforschung zu Hilfe genommen, indem nicht erfüllte Arbeitszeiterwartungen als Belastungen verstanden werden. Im Rahmen der Untersuchung werden die beiden Hypothesen geprüft, dass (1) subjektiv erlebte Defizite neben Belastungen einen zusätzlichen Erklärungswert für die Entstehung von emotionaler Erschöpfung haben sowie dass in Anlehnung an Leiters (1993) Prozessmodell (2) emotionale Erschöpfung die Beziehung zwischen Defiziten bzw. Belastungen und Klientenaversion mediiert. Die Ergebnisse der Strukturgleichungsanalysen legen nahe, dass Arbeitsgestaltung mit dem Ziel der Beanspruchungsreduktion nicht nur Abbau von Belastungen und Aufbau von Ressourcen bedeutet, sondern auch die Kenntnis und Berücksichtigung der subjektiven Normativität voraussetzt. Praktische Relevanz
Die
Untersuchung liefert Hinweise dafür, dass die Kenntnis und
Berücksichtigung individueller arbeitsbezogener Wertvorstellungen
wichtige Hebel differentieller Arbeitsgestaltung sind. Die Ergebnisse
der Zusammenhangs- bzw. Wirkungsbetrachtung weisen auf die - für den
vorliegenden Fall überlanger Arbeitszeiten - zentrale Rolle der
gefundenen Defizitfaktoren hin sowie die herausragende Rolle des
„Defizit Arbeitszeitbedingungen“ für die Entstehung bzw.
Erklärung von emotionaler Erschöpfung und Klientenaversion.
Eine Belastungs-Beanspruchungsanalyse – Bereitschaftsdienst leistender Ärzte in sächsischen Krankenhäusern (Ausgabe 3-2004)Autoren: Susanne Merkel, Beate Streit & Peter Richter Schlüsselwörter: · Psychische Belastung · Beanspruchungsverlauf · Bereitschaftsdienste · Ärzte · Krankenhaus Zusammenfassung In Zusammenarbeit mit dem sächsischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit wurde eine Studie zur Belastung und Beanspruchung Bereitschaftsdienst leistender Ärzte (N=87) in zwei sächsischen Krankenhäusern unter dem bisher geltenden Arbeitszeitgesetz durchgeführt. Ziel war es, vor dem Hintergrund der allgemeinen Belastungs-Beanspruchungssituation der Ärzte zu klären, ob Bereitschaftsdienst aus arbeitspsychologischer Sicht als Arbeitszeit zu bewerten ist. Die Analyseergebnisse zeigen, dass die in den untersuchten Krankenhäusern geleisteten Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit bewertet werden sollten, und weisen auf die Notwendigkeit der Einführung neuer alternativer Arbeitszeitmodelle hin. Praktische Relevanz
Die
Umsetzung des EuGH-Urteils wird die deutschen Krankenhäuser vor
erhebliche Kosten und einen Mangel an Ärzten stellen. Andererseits ist
es wichtig, die Gesundheit und Sicherheit der Ärzte (welche nicht selten
30 Stunden und mehr im Einsatz sind) und ihrer Patienten zu schützen.
Die hier vorgestellte Methodik ermöglicht eine kritische Bewertung von
Arbeitszeitregelungen unter dem Aspekt ihrer Auswirkungen auf die
Beschäftigten und weist auf bestehenden Handlungsbedarf und
Gestaltungsmöglichkeiten hin.
Zusammenarbeit in Anästhesieteams aus Sicht der Teammitglieder (Ausgabe 3-2004)Autoren: Enikö Zala-Mezö, Barbara Künzle, Johannes Wacker und Gudela Grote Schlüsselwörter: · Explizite vs. implizite Koordination · Zusammenarbeit in Team · ”heedful interrelating” · Standardisierung · Aufgabenbelastung Zusammenfassung Der Beitrag präsentiert die Resultate einer qualitativen Interviewanalyse, die die Beschreibung von Teamarbeit und Koordinationsformen in Anästhesieteams zum Ziel hatte, insbesondere hinsichtlich des Wechselspiels von Standardisierung, impliziter und expliziter Koordination sowie persönlicher Führung. Zur Auswertung haben wir ein Modell von Zaccaro et al. (2001) verwendet, welches das Zusammenwirken von Führung, Situation und Teamverhalten verdeutlicht und vier (kognitive, motivationale, emotionale und koordinative) Teamprozesse definiert. Die Interviews bestätigen einige Besonderheiten der Anästhesieteams: z. B. die Ähnlichkeit der mentalen Modelle in den verschiedenen Berufsgruppen; die grössere Bedeutung der Aufgabe im Vergleich zu sozialen Faktoren bei den Motivationsprozessen; die Erwartung, dass der Koordinationsprozess und die Führung der Situation und dem Team angepasst werden. Praktische RelevanzAus den Resultaten zeichnen sich verschiedene Hinweise für die praktische Umsetzung ab. Das systematische Feedback und die kollektive Metakognition wurden von vielen Interviewten als wichtig bezeichnet, werden aber in der Alltagspraxis häufig nicht umgesetzt. Die viel Flexibilität fordernden Wechsel zwischen passiver, beobachtender Führung in normalen Situationen und aktiver Führung in Notsituationen muss bewusst vollzogen werden.
Autoren: Barbara Bönisch, Jürgen Held und Helmut Krueger Schlüsselwörter: · Kooperatives Prototyping · Bedienkonzepte · Anzeigengestaltung · Anästhesie · Respirator Zusammenfassung In der vorliegenden Arbeit wurde ein Interface für die komplexe Regelaufgabe zwischen Anästhesist, Patient und Respirator entwickelt, welches als Bedienkonzept einen Touchscreen und einen Dreh-Drück-Regelknopf ohne zusätzliche Funktionstasten aufweist. Die inhaltliche Konzeption des Interfaces wurde durch den Einsatz von Methoden der objektbasierten Benutzerinterviews und des kooperativen Prototypings am Informationsbedarf der Benutzer und ihren Bedürfnissen hinsichtlich der Stellteile und ihrer Bedienung ausgerichtet. Die Interviewergebnisse verweisen in Zusammenhang mit diskrepanten Aussagen der Benutzer auf die Adaption an den gewohnten Respirator. Anhand einer Simulation und im kooperativen Prozess des Prototypings konnte jedoch Akzeptanz für eine Gestaltungslösung erzielt werden. Praktische RelevanzMit dem spezifizierten Interface wird die Entwicklung einer geschlossenen Gestaltung der Bedienoberfläche und einer direkten Interaktionsmöglichkeit dargestellt. Dabei ist relevant, dass besondere Methoden der Ermittlung von Anforderungen, sowie der kooperativen Planung und Gestaltung eingesetzt wurden, die sich auf vergleichbare Vorhaben übertragen lassen. Zusätzlich unterstützen die konkreten Empfehlungen für die Strukturierung des Interface Entwicklungs- und Optimierungsprojekte zur systemischen und benutzergerechten Gestaltung medizintechnischer Geräte.
Autoren: Barbara Hinz, Helmut Seidel, Gerhard Menzel, Lutz Gericke, Ralph Blüthner und Jürgen Keitel Schlüsselwörter: · Pkw-Sitze · scheinbare Masse · Modelle · Geschlecht · Anthropometrie · Biodynamik
Zusammenfassung Praktische Relevanz Die
Sitzgestaltung ist ein entscheidender Faktor für die ergonomische
Gestaltung von Pkw-Arbeitsplätzen. Ausreichende Kenntnisse der
scheinbaren Masse für die Expositions- und Haltungsbedingungen im Pkw
können zur Erweiterung bestehender nationaler und internationaler Normen
beitragen und damit zur Qualifizierung von gegenständlichen und
mathematischen Modellen dienen.
Autoren: Pia Neumann & Günter Eissing Schlüsselwörter: · Haushalt · Belastung · Zeitverwendung · Tätigkeiten Zusammenfassung Es wurde ganztägig die Tätigkeit von Hausfrauen in privaten Haushalten untersucht, unterteilt nach 2 Haushaltstypen mit jeweils 15 Haushalten (nicht erwerbstätige / halbtags erwerbstätige Hausfrauen). Erfasst wurden mit einer Arbeitsablaufstudie die haushälterischen Tätigkeiten, die Körperstellung, die Tätigkeitselemente, der hieraus berechnete Arbeitsenergieumsatz sowie die Herzfrequenz. Ein Vergleich mit den Ergebnissen der Zeitbudgetstudie des statistischen Bundesamtes zeigt zum Teil eine Übereinstimmung hinsichtlich der Zeitverteilung auf die unterschiedlichen Tätigkeiten. Einige Abweichungen sind in dem unterschiedlichen Studiendesign begründet. Die Tätigkeitsstrukturen der beiden untersuchten Haushaltstypen weisen Unterschiede auf; hinsichtlich der Belastung und Beanspruchung sind sie jedoch vergleichbar. Praktische Relevanz
Die
Belastung und Beanspruchung haushälterischer Tätigkeiten ist seit 20
Jahren nicht mehr arbeitswissenschaftlich überprüft worden. Die
aktuellen Daten ergeben aber deutliche Unterschiede im Vergleich mit den
bisherigen Studien.
Autoren: Lothar Buse, Ralf Wegner, Frauke Koops, Xaver Baur Schlüsselwörter: · Richter · kognitive und emotionale Beanspruchung · Adrenalinexkretion · computergestütztes ambulantes Monitoring Zusammenfassung Untersucht wurden 27 Richter an zwei Arbeitstagen mit unterschiedlichen Dienstaufgaben (Kammersitzungen vs. Aktenstudium) nach einem balancierten Cross-Over-Design. Hypothese ist, dass sich die Adrenalinausscheidung an Verhandlungstagen wegen der an diesen Tagen vermuteten größeren emotionalen Belastung erhöht. Dagegen sollte sich an Tagen mit Aktenstudium wegen der dabei vermuteten stärkeren mentalen Beanspruchung die kognitive Leistung verbessern. Zur Prüfung wurde ein Verhaltenstestgerät zur ambulanten Diagnostik im Alltag eingesetzt. Sechs Tests von jeweils ein- bis zweiminütiger Dauer zur Prüfung von Aufmerksamkeit, Arbeitstempo, Kurzzeitgedächtnis und Psychomotorik wurden an jedem der beiden Versuchstage fünfmal im Abstand von ungefähr zwei Stunden dargeboten. Den Versuchstagen ging eine Übungsphase von fünftägiger Dauer voraus. Die individuellen Übungstrends wurden regressionsstatistisch eliminiert. Die Ergebnisse lassen keine systematischen Leistungsunterschiede zwischen den Versuchstagen erkennen, wohl aber eine Abhängigkeit von der Tageszeit. An Sitzungstagen ist - in Übereinstimmung mit der Hypothese - die Adrenalinausscheidung signifikant höher. Praktische RelevanzEine praktikable
Methode zur Abschätzung von Funktionen der kognitiven Aktivierung unter
Alltagsbedingungen wird beschrieben. Es wird gezeigt, dass die
Durchführung psychometrischer Leistungstests auch außerhalb von
standardisierten Testsituationen möglich ist und dass die so erhobenen
Daten über eine zufriedenstellende Sensitivität und Messgenauigkeit
verfügen.
Bewertung lernförderlicher Arbeitsgestaltung für Kundenberater in einem Call Center (Ausgabe 4-2004) Autoren: Falk Richter & Andreas Pohlandt Schlüsselwörter: · Call Center · Kompetenzentwicklung · lernförderliche Arbeitsgestaltung Zusammenfassung Der vorliegende Beitrag bezieht sich auf eine Analyse der Arbeitssituation von Kundenberatern in einem Call Center aus dem Bereich Telekommunikation im Hinblick auf lernförderliche Arbeitsgestaltung. Das verwendete Vorgehen zeichnet sich insbesondere durch einen multimethodischen Ansatz aus. Zum einen wurde die Arbeitssituation der Kundenberater expertenorientiert analysiert und bewertet, um konkrete Defizite feststellen zu können, zum anderen wurden standardisierte Selbstanalyseinstrumente eingesetzt, wobei ein Vergleich der Ergebnisse mit Einschätzungen von Arbeitenden im Face-to-Face-Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen erfolgt. Die Ergebnisse verweisen auf Defizite im Bereich des Tätigkeits- und Entscheidungsspielraums und teilweise geringere Werte im Bereich der arbeitsbezogenen Motivation im Vergleich mit der Referenzgruppe. Praktische RelevanzDie vorliegende
Untersuchung verweist am Beispiel eines spezifischen Call Centers auf
konkrete Mängel bezogen auf lernförderliche Arbeitsgestaltung. Die
Ergebnisse machen deutlich, dass ein einzelnes Unternehmen nicht in ein
bestimmtes Schema oder eine Typologie zur Beschreibung eines
Gegenstandsbereichs passt und zur Ableitung von Gestaltungshinweisen
differenzierte Betrachtungen notwendig sind. Die Ergebnisse der Analysen
bildeten den Ausgangspunkt für die Gestaltung eines Lernarbeitsplatzes
als Maßnahme zur Unterstützung beruflicher Kompetenzentwicklung der
Kundenberater in diesem Call Center. |
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