TITEL, ZUSAMMENFASSUNGEN, AUTOREN UND SCHLÜSSELWÖRTER
DER BEITRÄGE AB AUSGABE 1-2/2002

 
1-2/2002

Vom Sinn und Unsinn der Messung psychischer Belastung und Beanspruchung

Über einige aktuelle Probleme der Erfassung, Messung und Beurteilung der psychischen Belastung und Beanspruchung

Zur Reliabilität, Validität, Sensitivität und Diagnostizität von Herzfrequenz-und Herzfrequenzvariabilitätsmaßen als Indikatoren psychischer Beanspruchung

Bestimmung der bedingungsbezogenen Messgenauigkeit der Anstrengungsskala

Untersuchung der Sensitivität des Nasa-Tlx und Nasa-Tlx-Zeis bei einer Flugführungsaufgabe

Multivariate Analyse der bedingungsbezogenen Messgenauigkeit von Beanspruchungsindikatoren

Diagnostik von Arbeitsanforderungen und Kumulativen Beanspruchungsfolgen am Beispiel eines Call Centers

Psychische Belastung und Beanspruchung aus der Sicht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Laborversuche zur Analyse von Menschlichen Fehlern in der Kommissionierung

Belastung der Lendenwirbelsäule beim Heben und Umsetzen von Lasten

 

3/2002 Studie zum Erwerb von Ortskenntnissen in grossräumigen Landschaften durch Schulungen in virtuellen Simulationsumgebungen

Wirkung der Elemente virtueller Realität bei Havarietraining und Schulung

Einsatz eines Fragebogens (D-MEQ) zur Bestimmung des Chronotyps bei der Zuweisung eines Schichtarbeitsplatzes

Hand-Auge-Koordination und Training bei simulierter Monitor-Endoskopie

Untersuchung der Druckverteilung an der Kontaktstelle Mensch-Sitz in Abhängigkeit von Sitzen, Haltungen und Körpermassen

 

4/2002 Die Belastung zukünftiger Büroarbeit

Einkaufsführer für PC-Bildschirme

Tastaturen – Eine Auswahlhilfe

Bewertung der Gebrauchstauglichkeit von Software

Prüfung der ergonomischen Qualität von Software in Büroumgebungen

Schwachstellenanalyse von Software mit Hilfe der Kriterien der Gebrauchstauglichkeit

Sitzen im Büro – Last oder Lust

Ergonomie am Bildschirm-Arbeitsplatz – Ad-hoc Massnahmen direkt bei der Arbeitsplatzbegehung

Flächenplanung von Büroarbeitsplätzen – Berücksichtigung von Ergonomie und Organisation

Beteiligungsorientierte Büroraumgestaltung

Flächenwirtschaft versus Kommunikation – DZ Bank AG-Projekt "Neue Bürokonzepte" am Beispiel des Westend1-Hochhauses

Lärmschutz und akustischer Komfort im Büro

Vor- und Nachteile intensiver Beleuchtung am Büroarbeitsplatz

Light@Work – Licht für das Büro

Blendschutz und Beleuchtung am Bildschirmarbeitsplatz

Innovative Arbeitskonzepte zur Steigerung von Kreativität und Produktivität im Büro

Arbeitsbedingungen in Call Centern

Vernetzte Büroarbeit – Gestaltung von Telekooperation

Arbeitsmedizinische Aufgaben und Probleme bei Büroarbeit

 

5/2002 Gibt es Vorgehensmerkmale erfolgreichen Entwickelns von Produkten?

Analyse der Vorgesetzten-Mitarbeiter-Beziehung - Methode zum Verständnis von Ursachen und Wirkungszusammenhängen

Die Job-Exposure-Matrix als Instrument für eine arbeitsweltbezogene Auswertung von Morbiditätsdaten der Krankenkassen

Der immerwahrende Traum vom Ende des Fliessbands: Überlegungen zu den Arbeitsweisen der Zukunft

 

Ausgabe 1-2/2002

Vom Sinn und Unsinn der Messung psychischer Belastung und Beanspruchung (Ausgabe 1-2/2002)

Autor: Heinz Schmidtke

Schlüsselwörter: Belastung, Beanspruchung, Meßmethoden, Bewertungskriterien

Zusammenfassung: Es wird dargelegt, dass zahlreiche der in jüngerer Zeit vorgelegten Untersuchungen zum Problemkreis der psychischen Belastung und Beanspruchung auf Methoden zurückgreifen, die sich in der Vergangenheit als untauglich erwiesen haben.
Daher sind die so erhobenen Befunde ungeeignet, als Bezugssystem für zulässige Beanspruchung zu dienen.

Praktische Relevanz: Die Flut an Publikationen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Arbeitswissenschaft derzeit über keinen verlässlichen Methodensatz zur Messung der psychischen Belastung und Beanspruchung verfügt, selbst wenn enthusiasmierte Autoren häufig eine Bewertung mit einer Messung verwechseln.
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Über einige aktuelle Probleme der Erfassung, Messung und Beurteilung der psychischen Belastung und Beanspruchung (Ausgabe 1-2/2002)

Autor: Friedhelm Nachreiner

Schlüsselwörter: psychische Belastung, psychische Beanspruchung, Messverfahren, Gütekriterien

Zusammenfassung: Die zunehmende Bedeutung der psychischen Belastung und Beanspruchung als Komponente der Gesamtbelastung erfordert Messverfahren, die eine messtheoretisch befriedigende Erfassung dieser Konstrukte erlauben, und zwar unter praktischen wie wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Die Diskussion einiger der mit der Erfassung dieser Konstrukte verbundenen Probleme zeigt, dass dabei sowohl konzeptuelle - was soll gemessen werden - wie methodische Probleme - wie kann das gemessen werden - sowie Probleme der Bestimmung der Messgüte - wie lässt sich eine angemessene Messgüte bestimmen und sicherstellen - auftreten.
Unter Bezug auf generalisierungstheoretische Ansätze wird gezeigt, wie Verfahren zur Erfassung dieser Konzepte überprüft und beurteilt werden können.

Praktische Relevanz: Die Diskussion der bestehenden Probleme begrifflicher Unschärfe und ihre Bedeutung für die Erfassung und Beurteilung psychischer Belastung und Beanspruchung soll zu einer kritischen Beurteilung der Gebrauchstauglichkeit verschiedener Messverfahren anregen und ihrem unreflektierten Einsatz vorbeugen.
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Zur Reliabilität, Validität, Sensitivität und Diagnostizität von Herzfrequenz- und Herzfrequenzvariabilitätsmaßen als Indikatoren psychischer Beanspruchung (Ausgabe 1-2/2002)

Autoren: Peter Nickel, Karin Eilers, Liane Seehase, Friedhelm Nachreiner

Schlüsselwörter: Herzfrequenzvariabilität, psychische Beanspruchung, Reliabilität, Validität, Sensitivität, Diagnostizität

Zusammenfassung: Maße der Herzschlagfrequenz oder ihrer Variabilität werden mittlerweile als valide Standard- ndikatoren psychischer Beanspruchung empfohlen und in Feld- und Laborstudien eingesetzt. Dem widersprechen Ergebnisse verschiedener systematischer Evaluationsstudien, wonach einerseits mit den Indikatoren eher unterschiedliche Personen als unterschiedliche Belastungsbedingungen differenziert werden können. Andererseits weisen die Ergebnisse nicht etwa auf aufgabenspezifische Effekte, sondern auf eine Indikation aufgabenunspezifischer Aktivierung (z.B. durch Tageszeiteffekte, Pacing-Effekte) hin. Eine vermeintliche Indikation psychischer oder mentaler Beanspruchung ist auf Konfundierungen mit emotionalen Beanspruchungskomponenten (z.B. durch Zeitdruck, Bedrohung des Scheiterns, Frustration) rückführbar.

Praktische Relevanz: Zur Untersuchung von Zusammenhängen psychischer Belastung und Beanspruchung in Arbeitssystemen mit dem Ziel der Verhältnisprävention sind solche Indikatoren unzureichend. Es besteht die Gefahr, stark psychisch und insbesondere mental beanspruchende Situationen, in denen keine emotionalen oder Stress-Reaktionen auftreten, als akzeptabel zu beurteilen, während es tatsächlich bereits in normalen Situationen zu psychischer Ermüdung und Fehlern durch mentale Beanspruchung gekommen sein kann, die nicht indiziert wird.
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Bestimmung der bedingungsbezogenen Messgenauigkeit der Anstrengungsskala (Ausgabe 1-2/2002)

Autor: Martin Schütte

Schlüsselwörter: Generalisierbarkeitstheorie, Belastungskombination, Anstrengungsskala

Zusammenfassung: Die durchgeführte Untersuchung zielte auf eine Überprüfung der Empfindlichkeit der Anstrengungsskala bei Kombination von wahrnehmungs- sowie gedächtnisbezogenen Anforderungen. Dazu fanden aus Buchstaben und Ziffern bestehende Zufallsketten unterschiedlicher Länge Verwendung, deren Erkennbarkeit jeweils verändert wurde. Die Aufgabe verlangte zunächst eine Zufallskette zu lernen. Daran schloss sich die Darbietung weiterer Folgen derselben Länge und Kodierungsstufe an, wobei jeweils zu entscheiden war,  ob die präsentierte der zuvor gelernten Sequenz entsprach.
Nach Abschluss eines Durchgangs hatten die Probanden (N=19) ihr Anstrengungserleben einzuschätzen. Die auf Basis der Generalisierbarkeitstheorie vorgenommene Auswertung belegt, dass die Anstrengungsskala auf Unterschiede in der Lesbarkeit dargebotener Zeichen anspricht, allerdings erreicht der ermittelte relative G- oeffizient in seiner Höhe den für Messverfahren allgemein üblichen Standard nicht. Die Variation des mit der Informationsspeicherung verbundenen Aufwands führt dagegen nur zu einem unbedeutend bleibenden Effekt, der als Indiz für die Diagnostizität des Verfahrens gelten kann, das somit bei Belastungsüberlagerungen der hier realisierten Form - wenn auch nicht vollständig befriedigend - auf divergierende Anforderungen bei der Informationsaufnahme reagiert.

Praktische Relevanz: Das vorliegende Experiment liefert Aufschluss über die bedingungsbezogenen Messeigenschaften sowie die Einsatzmöglichkeiten der Anstrengungsskala. Die Ergebnisse zeigen, dass das Verfahren auf mit der Informationsaufnahme verbundene Belastungen reagiert, hier allerdings nur zwischen niedrigen und hohen Anforderungen zu trennen erlaubt. Damit eignet sich das Instrument im wesentlichen nur für orientierende Erhebungen.


Untersuchung der Sensitivität des Nasa-Tlx und Nasa-Tlx-Zeis bei einer Flugführungsaufgabe (Ausgabe 1-2/2002)

Autoren: Claudius Pfendler und Martin Schütte

Schlüsselwörter: Beanspruchungsmessung, Sensitivität, Generalisierbarkeitstheorie, Flugführungsaufgabe

Zusammenfassung: In diesem Experiment wurden die zwei subjektiven Beanspruchungsmessmethoden NASA- LX und NASA-TLX-ZEIS bei einer simulierten Flugführungsaufgabe mit Hilfe der Generalisierbarkeitstheorie auf ihre Sensitivität überprüft.
Die Ergebnisse zeigen, dass - im Vergleich zur modifizierten Version - die Originalform des NASA-TLX insgesamt auf die vorgenommene Manipulation der Belastungshöhebedingungen empfindlicher anspricht. Allerdings eignet sich das Verfahren ausschließlich für Screening Zwecke, da es nur in ihrem Niveau niedrige und hohe Anforderungen deutlich zu trennen erlaubt.

Praktische Relevanz: Praktische Messungen der Beanspruchung setzen voraus, dass die dabei eingesetzten Methoden eine hinreichende Sensitivität besitzen. Die Ergebnisse zeigen, dass NASA-TLX und NASA-TLX-ZEIS bei Beanspruchungsmessungen in Flugführungsaufgaben für Screening Zwecke benutzt werden können. Aufgrund der höheren Sensitivität sollte dabei jedoch NASA-TLX bevorzugt werden.


Multivariate Analyse der bedingungsbezogenen Messgenauigkeit von Beanspruchungsindikatoren (Ausgabe 1-2/2002)

Autoren: Martin Schütte und Peter Nickel

Schlüsselwörter: Psychische Beanspruchung, Herzschlagfrequenzvariabilität, Leistungsqualität, Leistungsquantität, multivariate Generalisierbarkeitstheorie

Zusammenfassung: Ausgehend von dem Postulat, dass eine angemessene Bestimmung psychischer Beanspruchung einen verschiedene Verhaltensebenen gleichzeitig einbeziehenden Untersuchungsansatz notwendig macht, zielte das vorliegende Experiment auf die Analyse der bei einem sowohl psychophysiologisch als auch leistungsbezogen ausgerichtetem Erhebungskonzept insgesamt zu erreichenden Messgenauigkeit.
Zur Herstellung informatorischer Belastung wurden insgesamt 8 Aufgaben der AGARD-STRES Batterie benutzt. Die Beanspruchungsermittlung erfolgte über die Aufzeichnung der Dauer der Aufgabenbearbeitung, des Anteils fehlerhafter Lösungen und der 0,1 Hz Komponente der Herzschlagfrequenzvariabilität. An der Studie nahmen 7 männliche und 7 weibliche Mitarbeiter der Carl von Ossietzky Universität-Oldenburg teil, die den Versuch zweimal durchführten, um Aufschluss über die zeitliche Stabilität der gewonnenen Messwerte zu erhalten.
Die auf Grundlage der sogenannten multivariaten Generalisierbarkeitstheorie vorgenommene Überprüfung der bedingungsbezogenen Reliabilität der drei Indikatoren belegt, dass bereits allein auf Basis der Bearbeitungsdauer der Aufgaben generalisierende Aussagen zu den auftretenden Belastungswirkungen mit hoher Zuverlässigkeit möglich sind. Darüber hinaus zeichnen sich alle drei Variablen durch eine hohe Wiederholungsgenauigkeit aus.

Praktische Relevanz: Die durchgeführte Studie beschreibt die Anwendung der multivariaten G-Theorie im Rahmen der Bestimmung der Zuverlässigkeit eines mehrere abhängige Variablen berücksichtigenden Ansatzes zur Erfassung psychischer Beanspruchung und liefert damit Verfahrensentwicklern Hinweise auf die Reliabilitätsprüfung von Instrumenten mit bedingungsbezogenem Messanspruch.


Diagnostik von Arbeitsanforderungen und Kumulativen Beanspruchungsfolgen am Beispiel eines Call Centers (Ausgabe 1-2/2002)

Autoren: Peter Richter, Uwe Debitz Und Frank Schulze

Schlüsselwörter: Belastungs-Beanspruchungsmessung, Anforderungsanalyse, Kumulative Beanspruchungsfolgen, Call Center-Tätigkeiten

Zusammenfassung: Gesundheitsförderung in einer sich wandelnden Arbeitswelt bedarf in wachsendem Maße einer prospektiven Gestaltung räumlich und zeitlich flexibler Aufgabensegmente. Erforderlich sind Weiterentwicklungen von Bewertungs- und Gestaltungsmethoden im Rahmen einer Auftrags- Auseinandersetzungs-Konzeption von Belastungen. In diesem Beitrag wird hierzu eine Anwendung des TBS/REBA-Verfahrens bei Tätigkeiten mit verstärkter Interaktionsarbeit im Umgang mit moderner IuK-Technologie, die Erfassung von Beanspruchungsfolgen mittels des BMS-Fragebogens sowie die faktorielle Struktur monopolarer Ratingskalen vorgestellt.

Praktische Relevanz: Eine praktikable Methode zur Abschätzung kurzzeitiger (stündlicher) Beanspruchungsfolgen, orientiert an der DIN EN ISO 10 075-1, wird beschrieben. Anhand eines Beispiels aus einem Call Center wird gezeigt, dass viel stärker als bislang realisiert, zur Diagnostik von Fehlbeanspruchungen Verläufe über eine Woche erfasst werden sollten, um Kumulationen von Fehlbeanspruchungen erfassen zu können.


Psychische Belastung und Beanspruchung aus der Sicht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Ausgabe 1-2/2002)

Autoren: Peter Ullsperger und Armin Windel

Schlüsselwörter: psychische Belastung, psychische Beanspruchung, menschengerechte Arbeitsgestaltung, Arbeitsschutz, Normung

Zusammenfassung: Die Ermittlung und Vermeidung psychischer Fehlbelastung bei der Arbeit sowie die präventive Gestaltung der Arbeitsbedingungen zählen zu den Handlungsschwerpunkten des modernen Arbeitsschutzes, um die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten, aber auch die Leistungserstellung in den Unternehmen zu fördern. Vor dem Hintergrund noch immer vorhandener Missverständnisse und Verständnisprobleme schafft die Normung zu diesem Themenbereich national wie international eine geeignete Verständigungsgrundlage.
Darüber hinaus sieht die BAuA - weiterhin - einen hohen Beratungs- und Forschungsbedarf, zu dem sie anhand von praxisnahen Handlungshilfen und Methoden sowie durch die Initiierung entsprechender Forschungsprojekte Beiträge leistet.


Laborversuche zur Analyse von Menschlichen Fehlern in der Kommissionierung (Ausgabe 1-2/2002)

Autor: Andreas Lolling

Schlüsselwörter: Kommissionierung, menschliche Zuverlässigkeit, menschlicher Fehler, Kommissionierfehler, Fehlhandlungswahrscheinlichkeit, Gestaltungshinweise

Zusammenfassung: Das Ziel der Laborversuche ist die Untersuchung ausgewählter Einflussgrößen hinsichtlich ihres Zusammenhangs mit der Fehlerrate in manuellen Kommissioniersystemen.

Der Kommissionierfehler (Pickfehler) wird definiert, und es wird eine Klassifizierung der Pickfehler in vier Fehlerarten vorgestellt.

Die Versuche wurden in einem zu diesem Zweck eingerichteten Kommissionierlager für Kleinteile durchgeführt.
Nach der Auswertung der Versuchsdaten werden aus den Ergebnissen zu den einzelnen Einflussgrößen - hinsichtlich der Ablauforganisation, der Informationsgestaltung und der verwendeten (technischen) Hilfsmittel - Gestaltungshinweise abgeleitet.

Praktische Relevanz: Aufgrund der Flexibilität des Menschen wird in der Praxis überwiegend manuell kommissioniert. Der Pickfehler hat deshalb eine hohe Bedeutung für die Qualität, die bei der Zusammenstellung der Kundenbestellungen erreicht wird. Da es zur Reduzierung der Kommissionierfehler erforderlich ist, die entscheidenden zur Fehlerentstehung beitragenden Einflussgrößen und ihre Auswirkungen zu kennen, hilft die vorgenommene Untersuchung, einige dieser Einflussgrößen zu bewerten und Gestaltungsmaßnahmen abzuleiten.


Belastung der Lendenwirbelsäule beim Heben und Umsetzen von Lasten (Ausgabe 1-2/2002)

Autoren: Matthias Jäger, Rainer Göllner, Claus Jordan, Andreas Theilmeier und Alwin Luttmann

Schlüsselwörter: Heben, Umsetzen, Belastung der Lendenwirbelsäule, Biomechanik, Richtwerte

Zusammenfassung: Bei logistischen Problemstellungen wie dem Kommissionieren von Waren sind manuelle Lastenhandhabungen unvermeidbar. Zur Berücksichtigung der resultierenden Belastung für die ausführenden Personen sollte insbesondere die mechanische Belastung der Lendenwirbelsäule erfasst und hinsichtlich möglicher Überlastung beurteilt werden, da bei beruflich entsprechend exponierten Personen eine erhöhte Erkrankungshäufigkeit im Rückenbereich mit erheblichem Arbeitsausfall vorliegt.
In dieser Arbeit werden systematische Belastungserhebungen zu zwei typischen Handhabungstätigkeiten, Heben und Umsetzen von Lastobjekten, vorgestellt. Die sogenannten Dortmunder Richtwerte, die auf Basis der strukturellen Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule abgeleitet wurden, erlauben Hinweise zu eventuellen Überlastungen bei Handhabungsaktionen. Als mögliche Anwendung der Belastungsangaben zu Einzeltätigkeiten wird für eine Kommisioniertätigkeit die kumulative Wirbelsäulenbelastung für einen komplexeren Tätigkeitsablauf mit Hilfe von Dosisansätzen exemplarisch beschrieben.

Praktische Relevanz: Überlastungen der Wirbelsäule stellen eine der wesentlichen Ursachen einerseits für Erkrankungen und andererseits für Ausfallzeiten dar. Zur Identifizierung von Arbeitssituationen mit zu hoher Wirbelsäulenbelastung werden quantitative Angaben zur Höhe der Belastung bei typischen Handhabungsvorgängen sowie Bewertungskriterien  vorgestellt, so dass derartige Überlastungen im Sinne der Prävention zukünftig vermieden werden können.


Ausgabe 3/2002

Studie zum Erwerb von Ortskenntnissen in grossräumigen Landschaften durch Schulungen in virtuellen Simulationsumgebungen (Ausgabe 3/2002)

Autoren: Dirk Schlender, Olaf H. Peters

Schlüsselwörter: Ortskenntnisse, Navigation, virtuelle Umgebungen

Zusammenfassung: Virtuelle Umgebungen können zur Nachbildung grossräumiger Landschaften eingesetzt werden. In einem Experiment wurde überprüft, inwieweit eine Schulung in einer simulierten Nachbildung einer Landschaft das Navigieren in der realen Umgebung fördern kann. Ein Vergleich mit Kartenmaterial wurde durchgeführt.

Praktische Relevanz: Zukünftige Einsatzfelder von virtuellen Umgebungen für private, industrielle und militärische Aufgaben werden untersucht. Weiterhin können Erkenntnisse zur Gestaltung zukünftiger Telematik- und Navigationssysteme gewonnen werden.
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Wirkung der Elemente virtueller Realität bei Havarietraining und Schulung (Ausgabe 3/2002)

Autor: Ludwig Hub

Schlüsselwörter: Prozesssicherheit, Havarietraining, Schulung, Prozesssimulation, virtuelle Realität

Zusammenfassung: Anwendung eines Prozesses aus der täglichen Praxis, richtige Wiedergabe der zeitlichen Abläufe und realitätsnahe Reaktionen der simulierten Anlage auf die Eingriffe des Teilnehmers sind die wichtigsten Parameter für eine effiziente Verwendung der Elemente virtueller Realität in Simulatoren.

Praktische Relevanz: Training und Ausbildung von Operatoren in der chemischen Industrie mit Hilfe von Simulatoren reduzieren das Risiko hoher Verluste, die durch vermeidbare Havarien entstehen können. Die Ausbildung selbst ist oft mit beachtlichen Kosten verbunden. Studium der Effizienz der Elemente virtueller Realität ermöglicht es, die Entwicklung von Trainingssimulatoren zu optimieren.
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Einsatz eines Fragebogens (D-MEQ) zur Bestimmung des Chronotyps bei der Zuweisung eines Schichtarbeitsplatzes (Ausgabe 3/2002)

Autorin: Barbara Griefahn

Schlüsselwörter: Schichtarbeit, zirkadiane Phasenlage, Fragebogen

Zusammenfassung: Die individuelle zirkadiane Phasenlage spielt bei der Bewältigung von Schichtarbeit eine wesentliche Rolle. Morgentypen entwickeln bei Nachtarbeit, Abendtypen bei Frühschichten erhebliche Schlafdefizite. Deshalb sollte der Chronotyp bei der Zuweisung eines Schichtarbeitsplatzes berücksichtigt werden. Ein zuverlässiges Instrument ist der schon 1976 von Horne und Östberg entwickelte Morningness-Eveningness Questionaire, der für den deutschen Sprachraum aufbereitet und validiert wurde.

Praktische Relevanz: Dieser Artikel stellt ein Messinstrument vor, um den wichtigen Aspekt der individuellen zirkadianen Phasenlage zu erfassen und gibt somit nicht nur Betriebsärzten und –psychologen sondern auch Betroffenen und Entscheidungsträgern relevante zusätzliche Informationen zur Schichtplangestaltung.
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Hand-Auge-Koordination und Training bei simulierter Monitor-Endoskopie (Ausgabe 3/2002)

Autor: Felix Klimmer

Schlüsselwörter: Monitor-Endoskopie, Hand-Auge-Koordination, Werkzeugtransformation, Training

Zusammenfassung: Es wird eine Untersuchung zum Training endoskopischer Techniken vorgestellt. Mit einer hierfür erstellten Simulator-Box ist die korrekte Endoskopeinführtiefe und die Schnelligkeit der Zielbewegung sowie deren radiale Abweichung vom Ziel erfassbar.
Damit wurde ein Lernen von Hand-Auge-Transformationen ermöglicht. In einem Lernexperiment ergab sich bei einem Vergleich verschiedener Lernvorgaben für das alternierte Lernen, bei dem in jedem Versuchsdurchgang eine andere Aufgabe gelernt wurde, ein besserer Lernerfolg als für das geblockte Lernen. Zudem war der Lernerfolg abhängig von der räumlichen Lage (Winkel und Tiefe) der Zielbereiche. Eine der möglichen Ursachen hierfür  könnte die Positionierung des Körpers vor dem "Operationsgebiet" sein.
Zur weiteren Klärung der Ursachen sollte die Körperhaltung während endoskopischer Tätigkeit verstärkt beachtet werden.

Praktische Relevanz: Beim Einsatz moderner Endoskope in der klinischen Praxis wird die Beobachtung anstatt direkt durch das Okular verstärkt via Kamera auf einem Videomonitor durchgeführt. Die sich dabei ergebenen Probleme der unterschiedlichen Bewegungen von Hand und Monitorbild, können durch das Lernen entsprechender Transformationen bewältigt werden. Dazu ist die Entwicklung von Versuchsaufbauten notwendig, die dafür verwendet werden können. Anhand von Untersuchungen zum optimalen Lernen können Vorschläge für die Ausbildung endoskopischer Tätigkeiten, z. B. Training angehender Urologen, entwickelt werden.


Untersuchung der Druckverteilung an der Kontaktstelle Mensch-Sitz in Abhängigkeit von Sitzen, Haltungen und Körpermassen (Ausgabe 3/2002)

Autoren: Barbara Hinz, Lutz Gericke, Jürgen Keitel, Gerhard Menzel, Helmut Seidel

Schlüsselwörter: Druckverteilung, Fahrersitz, Rückenlehne, Haltung, Anthropometrie

Zusammenfassung: Die Kontaktflächencharakteristik Mensch-Sitz wurde bisher vorwiegend unter dem Gesichtspunkt des Komfortempfindens qualitativ betrachtet. In einer experimentellen Studie werden die Einflüsse von Sitzen, Haltungen und Körpermaßen auf statische Druckverteilungen an den Kontaktflächen von Sitz und Rückenlehne quantifiziert.
 
Praktische Relevanz: Quantitative Kenntnisse der Druckverteilung an Sitz- und Rückenlehnenpolster können zu einer verbesserten ergonomischen Gestaltung von Fahrerarbeitsplätzen beitragen.


Ausgabe 4/2002

Die Belastung zukünftiger Büroarbeit (Ausgabe 4/2002)

Autoren: Peter Kurtz, Gunnar Sievers

Zusammenfassung: Neue Technologien und Arbeitsformen im Büroalltag, eingesetzt zur Effektivitätssteigerung, können zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit... führen. Ursache ist die kumulative Wirkung mehrerer Umgebungs- und Organisationsfaktoren. Wie kann man den auslösenden Faktoren, die zur Effektivitätssenkung beitragen, in Zukunft begegnen? Maßgebliche Belastungen physischer und psychischer Art werden in diesem Artikel angesprochen und praxisorientierte Hinweise zur Linderung oder Vermeidung gegeben.
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Einkaufsführer für PC-Bildschirme (Ausgabe 4/2002)

Autor: Markus Neumann

Zusammenfassung: "Wer die Wahl hat, hat die Qual!". Dies gilt auch für die Beschaffung eines Computermonitors. Die folgenden Informationen sollen Ihnen daher als Entscheidungshilfe bei der Auswahl eines für Ihre Anwendungen passenden Monitors dienen. Prinzipiell gilt – eine zu gute Qualität gibt es bei Bildschirmen nicht. Leider wird beim Kauf eines PC-Systems häufig zu sehr auf innere Werte wie Prozessortakt und Festplattenkapazität geachtet. Die wichtige Peripherie wie Tastatur, Maus und Bildschirm werden als notwendiges Übel mitgekauft, da sonst der Rechner nutzlos wäre.
Dabei stellen diese Schnittstellen gerade auch die wertstabilsten Elemente einen PC-Systems dar, so dass hier eine qualitativ höherwertige Anschaffung langfristig lohnt.
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Tastaturen – Eine Auswahlhilfe (Ausgabe 4/2002)

Autorin: Yvonne Ferreira

Zusammenfassung: Dauernutzung von Tastaturen bei der Bildschirmarbeit kann gesundheitliche Schäden hervorrufen. Welche Schäden das sind, worauf sie zurückzuführen sind und auf was der Käufer einer Tastatur achten muss, um diesen Schäden vorzubeugen, zeigt dieser Artikel auf.
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Bewertung der Gebrauchstauglichkeit von Software (Ausgabe 4/2002)

Autoren: Gert Zülch, Sascha Stowasser

Zusammenfassung: Sehr häufig beklagen sich Software-Benutzer über die mangelnde Gebrauchstauglichkeit von Software, wie zum Beispiel schwierige Erlernbarkeit von Anwendungsprogrammen, unzureichende Funktionalität, undurchschaubare Programmabläufe. Die Verwirklichung und Bewertung der Gebrauchstauglichkeit von Software ist daher von der Entwicklung bis zur Auswahl, Kauf und Nutzung der Software unbedingt durchzuführen und für den Einsatzerfolg der Software maßgeblich. Der Beitrag geht auf die verschiedenen Anlässe der Bewertung ein und zeigt die Vorgehensweise und Methoden, die zur Auswahl von Software herangezogen werden können.
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Prüfen der ergonomischen Qualität von Software in Büroumgebungen (Ausgabe 4/2002)

Autor: Ahmet Cakir

Zusammenfassung: Dieser Artikel stellt Arbeitsplatzanalysen vor, die vornehmlich dazu dienen, langfristig die Belastung der Mitarbeiter durch die Beschaffenheit von Software zu mindern, indem ergonomische Mängel der vorhandenen Software beseitigt werden und ähnliche Mängel bei Planungen vermieden werden. Es werden mehrere erfolgreich eingesetzte Analysemethoden vorgestellt und Erfahrungen mit diesen beschrieben.


Schwachstellenanalyse von Software mit Hilfe der Kriterien der Gebrauchstauglichkeit (Ausgabe 4/2002)

Autoren: Jochen Mussgnug, Markus Neumann

Zusammenfassung: In diesem Beitrag wenden wir uns dem Thema Softwareergonomie zu.
Zunächst geben wir einige Hinweise, die bei der Auswahl der für den Anwendungsfall passenden Software hilfreich sein können. Anschließend gehen wir auf die Einrichtung der Software am Arbeitsplatz ein.


Sitzen im Büro – Last oder Lust (Ausgabe 4/2002)

Autoren: Yvonne Ferreira, Rolf Helbig

Zusammenfassung: Der Mensch verbringt an einem Büroarbeitsplatz etwa 70.000 Stunden seines Lebens in sitzender Position – Grund genug, sich mit der richtigen Arbeitsposition auseinanderzusetzen. Der Beitrag stellt die Probleme des häufigen und falschen Sitzen dar und geht auf die hierbei relevanten physiologischen Gegebenheiten des Menschen ein.
Auf dieser Basis werden Lösungsvorschläge und konkrete Fallbeispiele dargestellt, die dem Sitzmarathon entgegenwirken können. Den Abschluss bildet eine Checkliste zur Überprüfung des vorhandenen Sitzmöbels und zur Anschaffung eines neuen. Die genannten Firmen sind exemplarisch dargestellt. Andere Firmen haben sicherlich ebenso geeignete Büromöbel in ihrem Programm.
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Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz – Ad-hoc-Massnahmen direkt bei der Arbeitsplatzbegehung (Ausgabe 4/2002)

Autoren: Christoph Spelten, Verena Bopp

Zusammenfassung: "Endlich mal jemand, der gute Vorschläge macht, die vernünftig und schnell umgesetzt werden können.". Diese Antwort erhielten Analytiker des Instituts für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt (IAD) sehr häufig bei der Analyse von Arbeitsplätzen, hier speziell Büroarbeitsplätze. Der wesentliche Grund war, dass bei allen durchgeführten Analysen nicht nur Mängel festgestellt und notiert, sondern immer sofort Lösungsvorschläge angeboten wurden. Und bei diesen Vorschlägen stand stets das Ziel "Einfache und schnelle Problemlösung" im Vordergrund. Der vorliegende Beitrag stellt einige dieser Lösungen vor, beispielsweise für die verbesserte Plazierung des Bildschirms oder die Veränderung der Tischhöhe. Die Vorschläge, die hier dargestellt werden, regen dazu an, die  ergonomischen Mängel, die am eigenen Arbeitsplatz vorherrschen, zu erkennen, und zum anderen mit einfachen Mitteln zu beseitigen.


Flächenplanung von Büroarbeitsplätzen – Berücksichtigung von Ergonomie und Organisation (Ausgabe 4/2002)

Autor: Ralf Neuhaus

Zusammenfassung: Bei Neu- oder Umbaumaßnahmen ist oftmals festzustellen, dass der notwendige bzw. zu veranschlagende Flächenbedar4f für Bildschirmarbeitsplätze konträr diskutiert wird. Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die Berufsgenossenschaften verweisen auf die Sicherheitsregeln der Berufsgenossenschaften mit einem Flächenbedarf von 8 bis 10 m2 pro Person in Büroräumen herkömmlicher Art (vgl. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 1976 und 1980). Demgegenüber beziehen sich Architekten bzw. Innenarchitekten vielfach auf Erfahrungswerte, wodurch sich Werte von 6 bis 14 m2 pro Person ergeben können.
Beide Sichtweisen ignorieren jedoch, dass die Entscheidung über den Flächenbedarf von Bildschirmarbeitsplätzen nicht pauschal, sondern unter Beachtung ergonomischer und organisatorischer Notwendigkeiten erfolgen sollte, um letztendlich kontraproduktive Büroräume zu vermeiden. Der vorliegende Beitrag soll deutlich machen, dass der in den Sicherheitsregeln der Berufsgenossenschaften geforderte Flächenbedarf von 8 bis 10 m2 pro Person, lediglich ein Richt- oder Mindestwert bei der Planung von Büroräumen darstellen kann.


Beteiligungsorientierte Büroraumgestaltung (Ausgabe 4/2002)

Autor: Ekkehart Frieling

Zusammenfassung: Wie bei allen Maßnahmen der Organisationsentwicklung so ist es auch bei der Neu- und Umgestaltung von Büroräumen sinnvoll und notwendig, die beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Gestaltung einzubeziehen. Dieser Beitrag beschreibt, wie man dabei am besten vorgehen kann und erklärt Vor- und Nachteil. In vielen Praxisbeispielen geht dieser Beitrag auf Gestaltungsmöglichkeiten ein.


Flächenwirtschaft versus Kommunikation – DZ Bank AG-Projekt "Neue Bürokonzepte" am Beispiel des Westend1-Hochhauses (Ausgabe 4/2002)

Autoren: Reinhard H. Jost, Achim Kriegeis, Bernd Britzke

Zusammenfassung: Die Diskussion um Vor. Und Nachteile der beiden konkurrierenden Bürokonzepte Zellen- und Großraumvariante ist schon über 100 Jahre Alt: Ob es "die" allgemeingültige Lösung für Büroplanung gibt, diskutieren die Autoren am Praxisbeispiel der DZ Bank in Frankfurt und leiten Handlungshinweise zur Umsetzung in anderen Büros ab.


Lärmschutz und akustischer Komfort im Büro (Ausgabe 4/2002)

Autoren: Helmut Fuchs, Xueqin Zha, Horst Drotleff

Zusammenfassung: Anspruchsvolle Büroarbeit verlangt geistige Konzentration und vielfältige Kommunikation im Raum selbst und über Telefone, um produktiv und effizient zu sein. Die von außen eindringenden und von Arbeitsgeräten erzeugten Geräusche, aber vor allem die im Raum konkurrierenden Stimmen stellen eine oft vernachlässigte Belastung dar. Innovative bau- und raumakustische Maßnahmen können nach neuen Erkenntnissen des FraunhoferInstituts für Bauphysik IBP, die am Office Innovation Center in Stuttgart praxisgerecht zu Gehör gebracht werden können, den akustischen Komfort nachhaltig verbessern, ohne die architektonische und klimatische Raumgestaltung einzuschränken. Voraussetzung ist allerdings, dass bei Investoren, Bauherren, Planern und Nutzern das Bewusstsein für die akustische Qualität von Arbeitsumgebung als herausragender Ergonomie-Faktor endlich wächst. Vielleicht kann die demnächst erscheinende Neuausgabe der DIN 18 041 (Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen für Sprache und Musik) mithelfen, einem weit verbreiteten Missstand beim Neu- und Umbau sowie bei der Einrichtung von Büros zu   beheben, indem sie eindeutige Anforderungen hinsichtlich des Nachhalls im gesamten Frequenzbereich zwischen 63 und 4000 Hz festlegt. Bauteile-Herstellern und Montage- Firmen stehen inzwischen geeignete Werkzeuge und attraktive Materialien zur Verfügung, die sich in zahlreichen Sanierungs-Fällen bewährt haben.


Vor- und Nachteile intensiver Beleuchtung am Büroarbeitsplatz (Ausgabe 4/2002)

Autoren: Christoph Schierz, Helmut Krueger

Zusammenfassung: Beleuchtung wirkt nachweislich auf den menschlichen Körper. Es gibt sowohl positive Wirkungen von Beleuchtung am Arbeitsplatz als auch negative. Der Beitrag diskutiert die unterschiedlichen Aspekte und macht klar, dass die Optimierung der Beleuchtung alleine keine ganzheitliche arbeitswissenschaftliche Arbeitsplatzgestaltung ersetzt.


Ligth@Work – Licht für das Büro (Ausgabe 4/2002)

Autor: Thomas Spillmann

Zusammenfassung: Für die Augen bedeutet das Lesen am Bildschirm Schwerstarbeit.
Besonders bei dieser Tätigkeit ist gute Bürobeleuchtung notwendig, um überanstrengte Augen, Ermüdung,   Kopfschmerzen und Haltungsbeschwerden vorzubeugen. Im folgenden Beitrag wird erklärt, was Blendung ist und was man dagegen tun kann, welche Beleuchtung vorteilhaft ist, wie man diese umsetzt und wie man modernen Lichttechnik für sich nutzen kann.


Blendschutz und Beleuchtung am Bildschirmarbeitsplatz (Ausgabe 4/2002)

Autorin: Anja Winter

Zusammenfassung: Viele Bildschirmarbeitsplätze sind hinsichtlich der Beleuchtung nicht optimal eingerichtet.
Der Beitrag arbeitet die Bedeutung der Augen am Arbeitsplatz heraus und stellt unter anderem praktische Tipps zur Vermeidung von Blendung vor.


Innovative Arbeitskonzepte zur Steigerung von Kreativität und Produktivität im Büro (Ausgabe 4/2002)

Autoren: Wilhelm Bauer, Peter Kern

Zusammenfassung: Der Trend zur Globalisierung und verstärkten Nutzung von Informations- und Kommunikationstechniken verändert auch die Arbeit im Büro und am Büroarbeitsplatz.
Es wird vermehrt in Projektstrukturen und Teams gearbeitet, was zu einer hohen Veränderungsdynamik und einem steigenden Bedarf an räumlicher Flexibilität führt. Hierfür bedarf es nutzungsflexibler Raum- und Arbeitsplatzlösungen mit einem höheren Anteil kommunikationsorientierten Flächen für formelle und informelle Kommunikation.
Die flexible Nutzung von Büroressourcen im Shared-Desk-Modus erfordert neue Arbeitsplatzmöblierungen, die sich mittels einfacher und schneller Anpassungsmöglichkeiten den wechselnden Anforderungen unterschiedlicher Nutzer anpassen könne. Ein professionelles Change Management bezieht die Nutzer in die Veränderungsprozesse optimal ein.


Arbeitsbedingungen in Call Centern (Ausgabe 4/2002)

Autorin: Beate Pflugk

Zusammenfassung: Die Arbeitsbedingungen, unter denen Beschäftigte in Call Centern arbeiten, sind hoch und gehen in der Regel über das im klassischen Büro übliche Niveau hinaus. Dauerkonzentrationsleistungen bei zeitgleicher Kommunikation mit Kunden am Telefon und Bildschirmarbeit sind kennzeichnend für die Tätigkeit. Problembelasteter Gesprächsstoff kann Stresssituationen auslösen und die Tätigkeit ist in hohem Maße kontrollierbar. Hinzu kommt die starke Arbeitsplatzbindung: Dauersitzen verlangt dem Körper Höchstleistungen ab. Diese typischen Belastungen gilt es im Sinne einer langfristigen Gesunderhaltung und Motivation der Call Center Agenten entsprechende präventive Maßnahmen entgegenzusetzen. Denn im Call Center ist es besonders wichtig, die Leistungsvoraussetzungen der Beschäftigten durch eine optimal Gestaltung der Arbeitsbedingungen zu erhalten und zu fördern. Nur so sind arbeitsbedingte Erkrankungen und das allgemein bekannte Fluktuationsproblem als in hohem Maße zu Buche schlagende Kostenfaktoren in den Griff zu bekommen. Eine Reihe bereits bewährter Gestaltungsvarianten lassen sich vorzugsweise im Planungsprozess berücksichtigen. In bestehenden Call Centern können Defizite über komplexe Arbeitsplatzanalysen unter wirksamer Mitarbeiterbeteiligung erkannt werden. Bewährtes Instrument dafür ist die Durchführung von Mitarbeiterbefragungen. Aus den Ergebnissen werden gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der objektiv und subjektiv ermittelten Situationen abgeleitet.
Die Analysen und die Abfrage der aktuell wirkenden Einflussfaktoren sollte in regelmäßigen Zeitabständen bzw. jeweils nach der Umsetzung von Gestaltungsmaßnahmen wiederholt stattfinden, um einen Wirkungskontrolle vornehmen zu können. Sie bilden damit sowohl ein Präventions- als auch ein Motivationsinstrument und erzeugen Nachhaltigkeit. Die Betrachtung des Call Center Büros und der darin arbeitenden Mitarbeiter im System birgt entscheidende Vorteile. Arbeitsplatz, Umgebungsfaktoren und Arbeitsorganisation lassen sich bis zu dem Punkt optimieren, wo Kosten für weitere Investitionen sich nicht mehr in einem adäquaten Nutzen wiederspiegeln. Hier setzt die Einflussnahme auf das Gesundheitsbewusstsein der Mitarbeiter an, Maßnahmen der Gesundheitsförderung sind angezeigt.


Vernetzte Büroarbeit – Gestaltung von Telekooperation (Ausgabe 4/2002)

Autoren: Holger Lkuzak, Christian Foltz, Manfred Mühlfelder

Zusammenfassung: Telekooperation ist die mit Hilfe von Informations- und Kommunikationssystemen unterstütze Zusammenarbeit zwischen räumlich verteilten Organisationen sowie Organisationseinheiten. Arbeitswissenschaftliche Kenntnisse können dazu beitragen, Probleme bei standortübergreifenden kooperativen Arbeitsprozessen zu erkennen und Lösungsvorschläge zu deren Beseitigung zu entwickeln. Anhand der vier Gestaltungsfelder "Mitarbeiter", "Arbeitsaufgaben", "Arbeits- und Betriebsorganisation" und "Informations- und Kommunikationstechnik" werden Probleme und Möglichkeiten der Telekooperation diskutiert und Handlungsanleitungen für betriebliche Praktiker entwickelt, die sich mit der Analyse, Bewertung und Gestaltung von neuen Formen der standortübergreifenden Arbeitsorganisation auseinandersetzen.


Arbeitsmedizinische Aufgaben und Probleme bei Büroarbeit (Ausgabe 4/2002)

Autoren: Hanns C. Korus, Klaus Scheuch

Zusammenfassung: Büroarbeitsplätze und Gesundheit sowie Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten spielen in den letzten Jahren zunehmend eine Rolle und rücken damit auch stärker in das Blickfeld der Arbeitsmedizin. In diesem Beitrag sollen die rechtlichen Rahmenbedingungen und Aufgabenstellungen sowie die auftretenden Probleme einer arbeitsmedizinischen Betreuung bei Arbeitnehmern bei Bürotätigkeiten dargestellt werden.
Dabei wird auch "neuen", möglicherweise arbeitsbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen wie dem Sick-Building- Syndrom und der psychischen Belastung und Fehlbelastung unter arbeitsmedizinischen Gesichtspunkten Aufmerksamkeit geschenkt. Betriebsärztlichen Handeln realisiert sich gerade in diesem Bereich vor allem im interdisziplinären Handeln.
Aus vielen Bereichen unseres heutigen Lebens ist der Personal Computer (PC) nicht mehr wegzudenken. In der Bundesrepublik arbeiten rund 18 Millionen Menschen in verschieden Branchen und Unternehmensgrößen an Büroarbeitsplätzen. Sie sind in der Regel in ganz normalen Büros eingerichtet. Zur Zeit erlebt das Großraumbüro eine gewisse Renaissance. Eine besondere Form von Großraumbüros sind sogenannte Call Center, für die wiederum eigene Regeln gelten. Zunehmende Bedeutung erlangt auch das Home-Office. Dabei handelt es sich um einen Büroarbeitsplatz, der zu Lasten des Arbeitsgebers in der Privatsphäre des
Beschäftigten eingerichtet wird: die Umsetzung des Arbeitsschutzes ist hier nur mit dem
ausdrücklichen Einverständnis des Mitarbeiters möglich. Im folgenden wollen wir einige
Aspekte arbeitsmedizinischer Tätigkeit im Zusammenhang mit Büroarbeit allgemein
darstellen.


Ausgabe 5/2002

Gibt es Vorgehensmerkmale erfolgreichen Entwickelns von Produkten? (Ausgabe 5 – 2002)

Autor: Winfried Hacker, Annekatrin Wetzstein und Anne Römer

Schlüsselwörter: Problemlösen beim Entwurfsdenken · Strategien · Vorgehensmerkmale

Zusammenfassung

In drei Studien (n1= 71, n2= 73, n3= 60) werden Vorgehensmerkmale beim Entwerfen eines Alltagsgegenstands und deren Einfluss auf die Lösungsgüte des zeichnerischen Entwurfs bei Personen ohne Entwurfsausbildung untersucht.

In der Literatur sind bisher keine vorherrschenden Strategien des Entwerfens und keine Beziehungen zwischen bestimmten komplexen Strategien und hoher Lösungsgüte bekannt. Jedoch wurden in Fallstudien wiederholt Einzelmerkmale des Vorgehens erfolgreicher Konstrukteure berichtet. In experimentellen Studien mit naiven Entwerfern wurden einzelne Vorgehensmerkmale identifiziert (u. a. eingehende Aufgabenanalyse; Entwerfen von Lösungsalternativen; wiederholter Wechsel zwischen der Arbeit am Gesamtsystem und an Komponenten), die mit hoher Lösungsgüte in signifikanter Beziehung stehen. Das Vorschreiben komplexer "reiner" Strategien (systematisch vs. opportunistisch) führt nicht zu unterschiedlicher Lösungsgüte; es gibt Hinweise auf Vorzüge hybrider Vorgehensweisen.

Praktische Relevanz

Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchungen tragen zum einen wichtige Merkmale für die Konstruktions- bzw. Entwurfsausbildung zusammen, welche in einem didaktischen Konzept der Ausbildung berücksichtigt werden sollten. Zum anderen werden bedeutsame Faktoren für die tätigkeitsgerechte Auslegung von Arbeitsmitteln, z. B. die CAD-Software ermittelt.
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Analyse der Vorgesetzten-Mitarbeiter-Beziehung - Methode zum Verständnis von Ursachen und Wirkungszusammenhängen (Ausgabe 5 – 2002)

Autor: Dirk Mackau, Matthias Brüggmann und Holger Luczak

Schlüsselwörter: Führungsverhalten · Mitarbeiterbefragung · Kennzahlensystem · Evaluation

Zusammenfassung

Eine der wesentlichen Schwierigkeiten bei der Neugestaltung von Organisationsstrukturen und -abläufen ist die Identifikation und Beschreibung bisheriger Schwachstellen oder Leistungslücken sowie die Ableitung geeigneter Gestaltungsmaßnahmen. Neue Managementinstrumente, wie z. B. die Balanced Scorecard, unterstützen diesen Prozess durch den Einsatz von Kennzahlen. Heute werden häufig leicht zu quantifizierende Kennzahlen herangezogen; Wechselwirkungen - speziell durch das Interagieren von Personen auf unterschiedlichen Hierarchieebenen - bleiben weitgehend unberücksichtigt. In diesem Beitrag wird aufgezeigt, dass auch Größen, die nur schwer oder nicht zu quantifizieren sind, wie z. B. die Vorgesetzten-Mitarbeiter-Beziehung, wichtige Regelgrößen darstellen. Weiterhin wird verdeutlicht, welche Kennzahlen zur Beschreibung dieser Abhängigkeit eingesetzt werden können, welche Probleme bei der Ermittlung der Kennzahlen auftreten und wie Informationen zum Anstoßen eines Lernprozesses gewonnen werden können.

Praktische Relevanz

Dieser Beitrag stellt ein Instrumentarium vor, welches es ermöglicht, Auswirkungen komplexer Sachverhalte wie die Vorgesetzen-Mitarbeiter-Beziehung in Organisationseinheiten zu analysieren.
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Die Job-Exposure-Matrix als Instrument für eine arbeitsweltbezogene Auswertung von Morbiditätsdaten der Krankenkassen (Ausgabe 5 – 2002)

Autor: Wolfgang Boedeker

Schlüsselwörter: Job-Exposure-Matrix · Arbeitsunfähigkeitsdaten · Arzneimitteldaten · Epidemiologie der Arbeitswelt · statistische Modelle

Zusammenfassung

Leistungsdaten der Krankenkassen stellen Morbiditätsinformationen bereit, die routinemäßig für die Analyse arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren herangezogen werden können. Die Daten müssen aber zunächst um Belastungsinformationen ergänzt werden. Es wird hierfür eine Job-Exposure-Matrix, also eine Zusammenstellung von durch Experten standardisiert erfassten Belastungsmerkmalen für vorab definierte Arbeitsplatztypen vorgestellt. Für die statistische Auswertung werden geeignete Modelle verglichen und Auswahlkriterien abgeleitet.

Praktische Relevanz

Ein einfaches Verfahren zur arbeitweltbezogenen Gesundheitsberichterstattung mit Daten der Krankenkassen wird vorgestellt. Arbeitsplatztypen werden hinsichtlich der zugrunde liegenden körperlichen und psychischen Belastungen eingestuft. Mit geeigneten statistischen Verfahren können sodann die Assoziationen zwischen Belastungen und Morbidität routinemäßig quantifiziert werden.
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Der immerwährende Traum vom Ende des Fliessbands: Rückblick – Gegenwart – Blick in die Zukunft
(Ausgabe 5 – 2002)

Autor: Ben Dankbaar

Schlüsselwörter: Fliessband · Arbeitsorganisation · Automatisierung · Humanisierung · Dienstleistungsarbeit · Automobilindustrie

Zusammenfassung

Das Fliessband war fast ein Jahrhundert lang Leitbild in der Arbeitsorganisation, nicht nur in der Automobilindustrie sondern weit darüber hinaus. Wirksame Alternative zum Fliessband sind trotz der mangelnden Arbeitsqualität zumindest für die Endmontage von Automobile nicht gefunden. Als Leitbild für die Arbeitsorganisation im 21. Jahrhundert ist das Fliessband aber nicht brauchbar. Neuere Modelle der Arbeitsorganisation orientieren sich eher an die Praktiken im Dienstleistungsbereich. Langfristig werden dadurch auch die Bedingungen für eine profitable Montage am Fliessband in Deutschland untergraben.

Praktische Relevanz

Dieser Beitrag diskutiert aktuelle Fragen der Arbeitsgestaltung in einer historischen Perspektive. Er zeigt, dass eine überzeugende Alternative zum Fliessband trotz vieler Bemühungen nicht vorhanden ist. Das Modell der Fliessbandarbeit ist aber trotzdem gefährdet, weil es nicht passt zu der Entwicklung einer post-industriellen Dienstleistungsgesellschaft.