TITEL, ZUSAMMENFASSUNGEN, AUTOREN UND SCHLÜSSELWÖRTER
DER BEITRÄGE AB AUSGABE 1/2000

 

Ausgabe 1/2000

Ausgabe 2/2000

Ausgabe 3-4/2000

Ausgabe 3-4/2000 Themenheft

Ausgabe 5/2000 Themenheft

 

Der Einfluß der Aufgabenschwierigkeit auf die Leistungs- und Beanspruchungsbezogenen Potentiale aktiver Stellteile (Ausgabe 1/2000)

Autor: Stephan Mücke

Schlüsselwörter: Ergonomie; Mensch-Maschine-Interaktion; (Aktive) Stellteile; Haptische Rückführung; Gestaltungssystematik; Regeltätigkeiten; Tracking

Zusammenfassung: Mit dem Einsatz von By-Wire-Technologie, d.h. einer elektrischen Signalübertragung zwischen Stellteil und Regelstrecke, stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit und der Gestaltung einer haptischen Rückmeldung am Stellteil. Daher wurden die bestehenden ergonomischen Erkenntnisse zum Einsatz und zur Gestaltung sog. "aktiver Stellteile" systematisiert und durch Trackingversuche erweitert. Für einen zweiachsigen aktiven Handstellhebel - Kraft-Eingabe und Weg-Rückführung der Regelgröße - konnte die Zunahme der Leistungsverbesserungen gegenüber passiven Stellteilen mit zunehmender Aufgabenschwierigkeit abgesichert werden. Ausführbarkeits- und Dauerleistungsgrenzen verschoben sich zu höheren Aufgabenschwierigkeiten, die subjektiv erlebte Beanspruchung des Menschen nahm ab.


Subjektive Beanspruchungsermittlung mit SWORD (Ausgabe 1/2000)

Autoren: Claudius Pfendler und Jörg Schweingruber

Schlüsselwörter: Belastung; Beanspruchung; Subjektive Beanspruchungsermittlung; Beanspruchungsverlauf; Flugführungsaufgabe

Zusammenfassung: Nach einer allgemeinen Bewertung der subjektiven Methoden zur Beanspruchungsermittlung folgt eine umfassende Darstellung der Subjective WORkload Dominance Technique (SWORD). SWORD besitzt gegenüber anderen subjektiven Methoden den Vorteil, daß sie auf relativen Be-wertungen beruht. Es wird eine exemplarische Anwendung von SWORD bei einer Flugführungsaufgabe vorgestellt, bei der Piloten und Copiloten im Flugsimulator die sieben Phasen von zwei unterschiedlichen Flügen bezüglich der Beanspruchung bewerten. Die Flugphasen werden miteinander verglichen und die Ergebnisse mit Interviewdaten der Besatzungen in Beziehung gesetzt. Abschließend werden die Aussagekraft sowie Aspekte der Anwendbarkeit dieser Methode diskutiert.


Analyse der Arbeitszufriedenheit nach Einführung eines flexiblen Arbeitszeitmodells bei einem deutschen Flughafen (Ausgabe 1/2000)

Autoren: Yvonne Ferreira und Jens Pfitzinger

Schlüsselwörter: Arbeitszufriedenheit; flexible Arbeitszeit; Arbeitszeit

Zusammenfassung: Für die Beschäftigten des Bodenpersonals eines deutschen Flughafens wurde ein neues, zeitkontengeführtes Arbeitszeitmodell eingeführt. Die Zielsetzungen durch das Unternehmen waren unter anderem die Reduzierung der Personalkosten, die Optimierung der Produktivität, die Senkung der Fehlzeiten und die Schaffung von Freiräumen für Unternehmen und Mitarbeiter. Mit Hilfe eines am Institut für Arbeitswissenschaft, Technische Universität Darmstadt (IAD) entwickelten Längsschnitt-Meßinstrumentes wurde die Arbeitszufriedenheit und die Akzeptanz des neuen Arbeitszeitmodells untersucht, um eventuellen weiteren Handlungsbedarf zur Erreichung der gewünschten Ziele aufzuzeigen. Insgesamt konnten 289 Fragebögen ausgewertet werden. Die Ergebnisse führten zur Erstellung eines Kataloges mit Gestaltungshinweisen.


Management-by-Objectives als Führungskonzept in der betrieblichen Praxis bei Telearbeit (Ausgabe 1/2000)

Autoren: Christian Hager, Christian Stary und Alex Totter

Schlüsselwörter: Management by Objectives; Telearbeit; theoretische Analyse; empirische Prüfung; Total Quality Management

Zusammenfassung: Die in diesem Beitrag beschriebene Untersuchung hatte zum Ziel, fächerübergreifend die Anwendbarkeit des Führungskonzepts Management by Objectives (MbO) bei Telearbeit in der betrieblichen Führungsarbeit zu untersuchen. Aufgrund mangelnder verfügbarer methodischer Ansätze war zunächst auf theoretischer Ebene ein Design zu entwerfen und anzuwenden, um herauszufinden, welche Berührungspunkte die beiden arbeitsorganisatorischen Konzepte tatsächlich besitzen. Diese konzeptionellen Berührungspunkte waren Voraussetzung für die empirische Überprüfung, in welcher Form Management by Objectives aus der Sicht von Führungskräften bei unterschiedlichen Formen der Telearbeit angewendet werden kann und auch tatsächlich wird: Aufbauend auf den Ergebnissen der Analyse der Theorie zur Telearbeit und zum Führungskonzept MbO wurde eine empirische Untersuchung (problemzentrierte Interviews) an Führungskräften durchgeführt. Durch den Vergleich von Charakteristika von Telearbeit einerseits und von MbO andererseits wurden sogenannte hypothetische Berührungspunkte extrahiert, deren Existenz und Ausprägungen im Rahmen der empirische Studie geprüft wurden.
Anhand der Daten von problemzentrierten Interviews konnte empirisch gezeigt werden, daß zur Zeit Management by Objectives nur in einem sehr eingeschränkten Maße im Rahmen der Führung von Telearbeitern Anwendung findet. Auffallend dabei ist vor allem, daß die Zielsetzungen bei der Organisation von Telearbeit nicht aus jenen des Gesamtunternehmens bei Telearbeit abgeleitet werden, sowie kein partizipativer Ansatz bei der Führung von Telearbeitern eingesetzt wird. Auch werden keine Stellenbeschreibungen von Telearbeitsplätzen angefertigt, und Maßnahmen zur Qualitätskontrolle nicht in den üblichen Feedback-Zyklen des MbO kontinuierlich angewandt.


Weiterentwicklung und Konstrukt-Validierung eines Verfahrens zur Messung erlebter Rollenambiguität bei der Arbeit (Ausgabe 1/2000)

Autoren: Daniel Sodenkamp und Klaus-Helmut Schmidt

Schlüsselwörter: Rollenambiguität; Ambiguitätsfacetten bei der Arbeit; Vorgesetztenverhalten; Rückmeldung; fachliches Selbstvertrauen

Zusammenfassung: Unterschieden werden drei Ambiguitätsfacetten bei der Arbeit: die erlebte Unsicherheit über die einzusetzenden Methoden zur Arbeitserledigung, die Unsicherheit über die zeitliche Strukturierung von Arbeitsabläufen und die Unsicherheit über die zu erfüllenden Leistungskriterien. Ein vorhandener Fragebogen zur Messung dieser Facetten (Breaugh & Colihan 1994; Schmidt & Hollmann 1998) wird weiterentwickelt. Es kann gezeigt werden, dass diese Weiterentwicklung zu einer verbesserten Antwortverteilung der Items führt, ohne dass dies etwa zu Lasten der zufrieden stellenden testtheoretischen Gütekriterien des Fragebogens geht. Darüber hinaus finden sich Hinweise darauf, dass sich die Facetten zur Unsicherheit über die Methoden und den zeitlichen Ablauf durch einen Faktor abbilden lassen. Schließlich wird berichtet, welche Charakteristika von Organisationen mit einem ausgeprägten Erleben von Rollenklarheit der Mitarbeiter einhergehen (konvergente Validität), und welche Verhaltensaspekte des unmittelbaren Vorgesetzten in keinem Zusammenhang zur erlebten Rollenambiguität stehen (diskriminante Validität).


Wirtschaftliche Relevanz von Arbeits- und Gesundheitsschutz (Ausgabe 1/2000)

Autor: Gerd Grundel

Schlüsselwörter: Effizienz; Erweiterte Wirtschaftlichkeitsrechnung; Gesundheitsquote; Motivation; Ungestörte Dienstleistung; Wettbewerbsfähigkeit durch Arbeitsschutz

Zusammenfassung: Im Aufsatz wird das Problem der Kosten-/Nutzenanalyse von Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen aufgezeigt. Der Nutzen für die Unternehmen wird mit einigen Beispielen aus der Bewachungsbranche plakatiert. Der darüber hinausgehende Nutzen für die Mitarbeiter, die Sozialversicherungen, den Staat oder auch Mitbewerber wird aufgezeigt. Für die Unternehmen entstehen rechenbare Kostenvorteile durch Verringerung von Fehlzeiten. Motive für sicherheitswidriges Verhalten von Mitarbeitern werden angerissen. Möglichkeiten, Effizienzerfassung durch eine erweiterte Wirtschaftlichkeitsrechnung und ein geeignetes Controlling auf der Grundlage bestehender Problemanalysen und daraus resultierender konkreter Zielvorgaben werden vorgestellt. Eine Möglichkeit der Bewertung von Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen hinsichtlich Wirkungseintritt, Kosten und Eingriff in die Organisationsstruktur wird vorgestellt.


(Ausgabe 2/2000)

Beschäftigungsorientierte Arbeitszeitgestaltung als Positiv-Summen-Spiel

Autor: Helmut Spitzley

Schlüsselwörter: Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarkt, Verteilung von Arbeit, Arbeitszeit,
Arbeitsbedingungen, Arbeitspolitik, Organisationsentwicklung, Positiv-Summen-Spiel, Zukunft
der Arbeit

Zusammenfassung: Kann beschäftigungsorientierte Arbeitszeitgestaltung als Positiv-Summen-Spiel organisiert werden, so dass sowohl Beschäftigte und Arbeitslose, Unternehmen und Gesellschaft gewinnen? Der Beitrag liefert einen theoretischen Rahmen und fünf Praxisbeispiele. Zum Schluss wird eine neue Definition von "Vollbeschäftigung" vorgeschlagen.

Veränderungen des Verhältnisses von Erwerbsarbeit und unbezahlter Arbeit: mehr Autonomie und neuer Sinn?

Autorin: Marianne Resch

Schlüsselwörter: Zukunft der Arbeit, Unbezahlte Arbeit, Eigenarbeit, Haus- und Familienarbeit

Zusammenfassung: Mit dem Rückgang der Erwerbsarbeit nimmt – so eine häufige Annahme – die unbezahlte Arbeit an Bedeutung zu. Zu ihr zählen gemeinnützige oder ehrenamtliche Tätigkeiten, Eigen- oder Hausarbeit. Es wird die These diskutiert, daß diese Formen unbezahlter Arbeit überwiegend durch positive Merkmale – wie etwa Autonomie und Kooperation – gekennzeichnet sind. Ergebnisse der Zeitbudgetstudie des Statistischen Bundesamtes zeigen, daß unbezahlte Arbeit im Haushalt einen erheblichen Anteil der gesellschaftlich geleisteten Gesamtarbeit einnimmt. Abeitspsychologische Analysen in diesem Bereich unterstreichen die Notwendigkeit, Aussagen zur Qualität unbezahlter Arbeit durch Untersuchungen der konkreten Tätigkeitsstrukturen zu fundieren. Selbstbestimmte Arbeitsprozesse beinhalten nicht automatisch Arbeitstätigkeiten, die als förderlich für die psychosoziale Gesundheit oder die persönliche Entwicklung einzuschätzen sind.

Beschäftigungswirksame Arbeitszeitmodelle

Autor: Eberhard Ulich

Schlüsselwörter: Arbeitszeitverkürzung, Stafettenmodell, Alternative Arbeits- und
Lebensmodelle

Zusammenfassung: Ausgehend von Erfahrungen und Vorschlägen aus früheren Jahrzehnten werden Arbeitszeitmodelle beschrieben, deren Ziel es ist, Entlassungen zu vermeiden bzw. zusätzliche Personen zu beschäftigen. Daran anschliessend werden einige Aspekte der Diskussion über alternative Arbeits- und Lebensmodelle erörtert. Dabei spielt die Frage eines Grundeinkommens eine zentrale Rolle

Das Modell Volkswagen.
Beschäftigte auf dem Weg in die atmende Fabrik

Autorin: Kerstin Jürgens

Schlüsselwörter: Arbeitszeit, Flexibilisierung, Lebensführung, Volkswagen

Zusammenfassung: Die 28,8-Stunden-Woche bei der Volkswagen AG gilt in wissenschaftlichen und öffentlichen Debatten als ein vorbildliches Modell betrieblicher Umverteilung von Arbeit. Erstmals reduzierten ganze Belegschaften, Arbeiter ebenso wie Angestellte, Einkommen und tarifliche Regelarbeitszeit und konnten so eine  solidarische Überwindung der Absatz- und Unternehmenskrise bei VW herbeiführen. Dennoch zeigt ein genauerer Blick auf das Modell, dass sich zwischen den eher offenen Formulierungen im Tarifvertrag und den konkreten Veränderungen für die Beschäftigten ein weites Feld aufspannt: Leistungsintensivierung und Arbeitszeitflexibilisierung sind ebenso Begleiterscheinungen des neuen Abkommens wie werksspezifische Umsetzungsmodelle des Tarifvertrags. Gemeinsam münden sie in einer Pluralisierung und voranschreitenden Ausdifferenzierung von Arbeits(zeit)realitäten und beeinflussen die Akzeptanz des Tarifvertrags und den Umgang  mit betrieblichen Anforderungen. Der folgende Beitrag zeigt die Eckpfeiler des VW-Modells auf und resümiert die  Forschungsergebnisse aktueller Untersuchungen, die aus je unterschiedlicher Perspektive die Folgewirkungen des "Tarifvertrags zur Beschäftigungssicherung" auf ausserbetriebliche Lebenszusammenhänge von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Blick genommen haben. Dabei wird offenkundig, dass die "atmende Fabrik" – wie VW sein flexibles, an Marktrhythmen angepasstes Produktions- und Personalkonzept nennt – im ausserbetrieblichen Alltag seine Spuren hinterlässt.

Beschäftigungsorientierte Arbeitszeitgestaltung in Frankreich

Autoren: Katrin Soll, Heinz Schüpbach und Martina Zölch

Schlüsselwörter: Arbeitszeitverkürzung, Beschäftigungssicherung, Frankreich, Loi Aubry,
Loi-35-Heures

Zusammenfassung: Im Rahmen einer vergleichenden Studie im Elsaß und in Südbaden wurde der Frage nachgegangen, ob und welche Massnahmen beschäftigungsorientierter Arbeitszeitgestaltung – in Abhängigkeit von den politischen, gesellschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen – in der Öffentlichkeit und in den Unternehmen diskutiert bzw. umgesetzt werden. Die Loi Aubry und die damit gesetzlich festgelegte Einführung der 35-Stunden-Woche in Frankreich ab dem Jahr 2000, ein weitreichender staatlicher Eingriff in die betriebliche Arbeitszeitgestaltung, der im In- und Ausland viel Aufsehen erregte, standen im Zentrum der Studie. Dazu wurde vorab eine Literatur-, Internet- und Presserecherche durchgeführt, dann wurden Vertreter von Regierungsstellen, Ämtern und Verbänden um Informationen gebeten und schliesslich im Rahmen von Fallstudien Personalverantwortliche in elsässischen Betrieben zur Einführung der 35-Stunden-Woche und in südbadischen Betrieben zu beschäftigungsorientierten Formen der Arbeitszeitgestaltung befragt. Geklärt werden sollte die Frage, ob die jeweiligen gesetzlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den Unternehmen offen aufgenommen und diskutiert und gewissermassen zu ‘Bündnissen für Arbeit im Kleinen‘ führten. Die Studie wurde gefördert durch: Institut für Arbeitsforschung und Organisationsberatung (Prof. Dr. Eberhard Ulich), Zürich. Für die Unterstützung bei der Einarbeitung in die gesetzlichen Grundlagen sowie bei der Kontaktaufnahme mit Unternehmen im Elasaß bedanken wir uns bei Dr. Didier Raffin, Louis Pasteur Université, Strasbourg, Dr. Eric Davoine, Université de Haute-Alsace, Mulhouse sowie Caroline Läufer und Corinne Nal, (Freiburg).

Öffentlich geförderte Personal- und Organisationsentwicklung als beschäftigungswirksames Instrument – Aspekte des dänischen Jobrotationsmodells

Autorin: Herrad Höcker

Schlüsselwörter: Jobrotation, Organisationsentwicklung, Umverteilung, öffentlich finanzierte
Weiterbildung

Zusammenfassung: Das dänische Instrument der Jobrotation kann als Win/Win-Modell bezeichnet werden, das sowohl den Interessen der Unternehmen wie Beschäftigten wie Arbeitslosen entgegenkommt. Die Umsetzung des komplexen Modells wird durch ein ausgefeiltes öffentliches Weiterbildungssystem und die starke Konsensorientierung der dänischen Gesellschaft begünstigt. Anhand von Fallbeispielen wird gezeigt, wie flexibel dieses System reagiert und auch neuen Anforderungen im Bereich der Organisationsentwicklung oder bei Unternehmensnetzwerken gerecht wird.

Beschäftigungsorientierte Arbeitszeitmodelle in der Schweiz

Autoren: Eberhard Ulich, Sandra Peter und Mirko Degener

Schlüsselwörter: Beschäftigungsorientierte Arbeitszeitmodelle - Beschäftigungswirkung -
Auswirkungen auf Unternehmen und beteiligte MitarbeiterInnen

Zusammenfassung: In der Schweiz existiert eine Reihe von Beispielen für beschäftigungsorientierte Arbeitszeitgestaltung, die von den Autoren vorgeschlagen und/oder evaluiert wurden. Über einige dieser Beispiele wird im vorliegenden Beitrag berichtet.

Beschäftigungswirksame Arbeitszeitmodelle - Erfahrungen aus dem Gesundheitsbereich

Autoren: Sandra Peter und Oliver Strohm

Schlüsselwörter: Arbeitszeitmodelle, Beschäftigungswirkung, Gesundheitsbereich

Zusammenfassung: Im Rahmen des Pilotprojektes "Beschäftigungswirksame Arbeitszeitmodelle (BAM)" der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich wurden Erfahrungen in 5 Gesundheitsbetrieben gesammelt. Mit der Beteiligung von über 170 Beschäftigten sämtlicher Berufsgruppen bzw. der Ärzteschaft, der Pflege, dem medizinisch-therapeutischen Fachpersonal sowie dem Personal aus Technik, Hauswirtschaft und Verwaltung wurden 14 Stellen erhalten oder geschaffen. Die Erfahrungen wurden in einer Längsschnittstudie analysiert und bewertet.

Kompetenzentwicklung im Arbeitsprozeß

Autorin: Bärbel Bergmann

Schlüsselwörter: Arbeitsgestaltung, Lernen, Kompetenz. Kompetenzentwicklung

Zusammenfassung: Veränderungen in der Arbeitswelt, die mit Globalisierung, zunehmender Beschleunigung der Produktentwicklung, wachsender Produktvielfalt, zunehmender Technisierung, steigenden Anforderungen an eine ökologische Produktion und anderen Trends gekennzeichnet sind, begründen, daß Lernen ein wesentlicher Bestandteil von Berufsarbeit ist. Dieses Lernen in der Arbeit wird mit beruflicher Kompetenzentwicklung bezeichnet. Unter Kompetenz wird die Befähigung zu selbstorganisiertem Lernen verstanden. Kompetenzentwicklung findet zum großen Teil im Prozeß der Arbeit durch die Auseinandersetzung mit Aufgaben statt. Empirische Untersuchungen weisen aus, daß Personen, deren Berufsaufgaben problemhaltiger sind und mit Kooperationsanforderungen ein dialogisches Lernen herausfordern, und die in Organisationen tätig sind, die Lernen unterstützen, höhere Kompetenzgrade aufweisen. Aber Veränderungen in der Arbeitswelt führen auch zu Konflikten für die Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter. Diese werden erläutert.

Möglichkeiten zur Bewältigung schwankender Auftragslagen durch flexiblen Personaleinsatz

Autoren: Hartmut Enderlein und Marion Sager

Schlüsselwörter: Flexible Arbeitszeiten, Flexibler Personaleinsatz, Simulation

Zusammenfassung: Schwankende Auftragslagen haben schwankende Personalbedarfe zur Folge. Diesen Bedarf zeitgleich abzudecken, setzt die Kenntnis der Schwankungen und Wirkungen von Flexibilisierungsmaßnahmen voraus. In diesem Beitrag wird gezeigt, wie mit dem Mittel der Simulation der Fertigungsprozesse diese Kenntnis erzeugt werden kann.

Flexible Arbeitszeiten sind eine Form, das Personal entsprechend dem Bedarf einzusetzen, der flexible Einsatzort ist die andere. Die Kombination beider Möglichkeiten erhöht die Flexibilität. Vorgestellt werden hier die Möglichkeiten der örtlichen Einsatzflexibilität innerhalb von Unternehmen und zwischen Unternehmen.


Ausgabe 3/2000

Arbeit neu entdecken und Arbeit neu bewerten - eine zentrale Zukunftsaufgabe der Arbeitswissenschaft (Ausgabe 3-4/2000)

Autor: Wolfgang Quaas

Schlüsselwörter: Arbeitsbegriff, neue Handlungsfelder der Arbeitswissenschaft, Arbeitsanalyse und -bewertung, Selbstverwirklichung, Ethik in der Arbeitsbewertung

Zusammenfassung: Ausgehend von Veränderungstendenzen in der Arbeitswelt werden einige aktuelle Probleme der arbeitswissenschaftlichen Entwicklung dargestellt und aus persönlicher Sicht diskutiert.

Diese betreffen die Definition bzw. das Verständnis von Arbeit und die Zuwendung der Arbeitswissenschaft und Arbeitsgestaltung zu bestimmten Bereichen der Arbeitswelt.

Des Weiteren geht es um Aspekte neuer Anforderungen bzw. des Abbaues von Defiziten bezüglich der Bewertung von Arbeit, wie die Definition/Neudefinition von Analyse- und Bewertungseinheiten, die Kompatibilität von Gestaltungskonzepten und Analyse/Bewertung, Klärungen zum Konzept der Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung und die notwendige Integration der Ethikdimension der Arbeit in die Analyse und Bewertung.

Verfahren zur Bewertung der menschlichen Zuverlässigkeit (Ausgabe 3-4/2000)

Autoren: Klaus Heinz, Andreas Lolling und Jochen Menk

Schlüsselwörter: menschliche Zuverlässigkeit, menschlicher Fehler, Fehlhandlungswahrscheinlichkeit, Verfahrensbewertung

Zusammenfassung: Die Betrachtung der menschlichen Zuverlässigkeit bzw. ihres Komplements, der menschlichen Fehlhandlungswahrscheinlichkeit, spielt in den sogenannten Risikoindustrien eine wichtige Rolle. Der Einsatz von Verfahren zur Bewertung der menschlichen Zuverlässigkeit sollte jedoch nicht auf diese Bereiche beschränkt bleiben, sondern auch für die diejenigen industriellen Produktionsprozesse geprüft werden, bei denen der menschliche Fehler die Qualität von Erzeugnissen und Prozessen entscheidend mitbestimmen kann. Zu diesem Zweck wurden am Lehrstuhl für Fertigungsvorbereitung der Universität Dortmund 11 Verfahren zur Bewertung der menschlichen Zuverlässigkeit zusammengestellt, klassifiziert und bewertet. Mit diesen Verfahren ist es möglich, die Fehlhandlungswahrscheinlichkeiten der Mitarbeiter zu quantifizieren. Die Ergebnisse, die mit diesen Verfahren erzielt werden, versetzen den erfahrenen Planer in die Lage, Gestaltungs-maßnahmen zur Fehlerreduzierung und Fehlervermeidung abzuleiten. Eines der Verfahren wurde anhand dieser Untersuchung ausgewählt und wird gegenwärtig am Lehrstuhl für Fertigungsvorbereitung für den Einsatz in manuellen Kommissioniersystemen erweitert.

Individuelle Ausführung und Ökonomie von oszillierenden Arbeitsbewegungen bei einer Simulation von Freischneidetätigkeiten (Ausgabe 3-4/2000)

Autor: Felix Klimmer

Schlüsselwörter: Ökonomie, Arbeitsbewegungen, Kinematik, Leistung, Energieumsatz, Wirkungsgrad

Zusammenfassung: Zur Ökonomie von praxisrelevanten Arbeitsbewegungen wurde untersucht, ob und inwieweit sich individuell unterschiedliche Ausprägungen bei deren Ausführung ergeben und wodurch sie beeinflusst sind. Dazu wurde die forstwirtschaftliche Tätigkeit des mechanisierten Freischneidens herangezogen. Gemessen wurden kinematische Größen, die Leistung, der benötigte energetische Aufwand sowie der Wirkungsgrad während der Durchführung oszillierender Bewegungen um die Körperhauptachse mit verschieden großen Bewegungssektoren.
Gefunden wurde nicht eine einheitliche 'bevorzugte' Bewegungsfrequenz sondern eine große interindividuelle Variabilität in der Bewegungsdurchführung. Gleiches gilt für die erbrachte Leistung und den Wirkungsgrad, mit dem die Bewegungen durchgeführt wurden. Ein Einfluss individueller anthropometrischer Variablen konnte aufgezeigt werden. Höchste Wirkungsgrade im Sinne eines Ökonomieindikators zeigten sich für Personen mit mittleren spontanen Bewegungsfrequenzen. Zu der asymmetrischen Konstruktion des Freischneiders ließ sich aus den Daten ein Verbesserungsvorschlag ableiten.

Anthropometrische Analyse und Gestaltung des Fahrerarbeitsplatzes eines Seitenlader- Abfallsammelfahrzeugs (Ausgabe 3-4/2000)

Autoren: Matthias Hillecke, Martin Schütte und Wolfgang Laurig

Schlüsselwörter: Seitenlader-Abfallsammelfahrzeug, Fahrerarbeitsplatz, Anthropometrie, Menschmodell, Arbeitsplatzgestaltung, Änderungs- und Neukonzeption

Zusammenfassung: Auf Basis einer anthropometrischen Analyse des Fahrerarbeitsplatzes eines typischen Seitenlader-Abfallsammelfahrzeugs wurden Gestaltungsalternativen zur Reduzierung der Belastung der Fahrer erarbeitet. Seitenlader verfügen über einen vom Fahrerarbeitsplatz mit Hilfe eines Joysticks zu steuernden Auslegerarm, der auf der rechten Fahrzeugseite hinter dem Fahrerhaus angebracht ist und die Entleerung der Abfallgefäße übernimmt.
Bei der Istzustandsanalyse wurde der Fahrerarbeitsplatz auf insgesamt fünf unterschiedliche anthropometrische Beurteilungskriterien hin untersucht. Dabei erwiesen sich insbesondere die während der Behälterentleerung gegebenen Sehbedingungen und Körperhaltungen der Fahrer als defizitär. Zwei Gestaltungsalternativen, eine Änderungs- und eine Neukonzeption, wurden entwickelt und alle relevanten Gestaltungsaspekte durch entsprechende CAD-Darstellungen vorgestellt. Beispielhaft für die Kriterien Sehbedingungen und Körperhaltung erfolgte abschließend der Nachweis, dass durch eine derartige Gestaltung die in der Istzustandsanalyse festgestellten Defizite vermieden werden.

Empirische Untersuchung eines Groupware-Basierten Unterstützungs-Systems für Verfahrentechnische Entwickler (Ausgabe 3-4/2000)

Autoren: Martin Wolf, Christian Foltz, Christopher Schlick und Holger Luczak

Schlüsselwörter: Groupware, verfahrenstechnische Entwicklung, Requirements Engineering, Rapid Prototyping

 Zusammenfassung: In diesem Beitrag wird das Konzept eines Groupware-Systems vorgestellt, das insbesondere für den Einsatz in frühen Phasen verfahrenstechnischer Entwicklungsprozesse geeignet ist. Im Rahmen der Entwicklung dieses Systems wurde zunächst eine Anforderungsanalyse durchgeführt. Sie bestand sowohl aus einer Untersuchung verschiedener bereits existierender Groupware-Systeme und deren zugrundeliegenden theoretischen Interaktionsmodelle, als auch aus einer Feldstudie bei einem internationalen Chemiekonzern. Auf der Basis dieser Analysen wurde, ein neues Groupware-Konzept zur Entwicklungsunterstützung verfahrenstechnischer Anlagen (EVA) entwickelt, das die Eigenschaften dieser Arbeitsprozesse berücksichtigt. Dabei besteht die wesentliche Unterstützungsleistung von EVA darin, komplexe Projektsituationen bzgl. entwicklungsrelevanter Kriterien mental kompatibel abzubilden und gleichzeitig eine Plattform für den strukturierten Austausch notwendiger Informationen zur Verfügung zu stellen. Mit einer Evaluation konnten zum einen die Validität und Utilität des Konzepts gezeigt werden und zum anderen konnten weitere Gestaltungserfordernisse an das Groupware-System erhoben werden.

Auswirkungen von Prozesslaufzeit und Prozessindikatoren beim Multi-Tasking auf Arbeitsstrategie und Beanspruchung des Benutzers (Ausgabe 3-4/2000)

Autoren: Florian Schaefer, Ralf Schäfer und Wolfram Boucsein

Schlüsselwörter: Multi-Tasking, Belastung-Beanspruchung, Scheduling, Mensch-Computer-Interaktion, Anzeigengestaltung

Zusammenfassung: Im Anschluss an eine frühere Untersuchung mit einer komplexen CAD-Aufgabe wurden die Wirkungen von unterschiedlichen Prozesslaufzeiten und Anzeigenbedingungen beim Multi-Tasking in einer einfachen simulierten Leitwartentätigkeit getestet. In 6 verschiedenen Durchgängen hatten 48 Probanden abwechselnd keine, statische und dynamisch-relative Anzeigen in permutierter Abfolge zur Verfügung, wobei die rozesslaufzeiten entweder 10 oder 30 s betrugen. Zur Beanspruchungsmessung wurden die Bearbeitungszeit, verschiedene Maße der Arbeitsstrategie, elektrodermale und kardiorespiratorische Parameter sowie Eigenschaftswörter- und Symptomlisten verwendet.
Wie in der früheren Untersuchung wurde mit zunehmender Prozessdauer vermehrt vom Multi-Tasking Gebrauch gemacht. Die Prozessindikatoren stellten allerdings nicht, wie erwartet, eine Scheduling-Hilfe dar, sondern wirkten für den Einsatz effektiver Arbeitsstrategien eher störend, was sich insbesondere in einer erhöhten physiologischen Beanspruchung bei den kurzen Prozesslaufzeiten niederschlug. Bei der Gestaltung von Multi-Tasking- enutzeroberflächen wird daher empfohlen, die kritische Prozessdauer sowie den Grad zeitlicher Ungewissheit zu ermitteln, durch die Einführung von Prozessindikatoren eine für die Beanspruchungsreduktion zu erwarten ist.

Diese Arbeit wurde mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft durchgeführt,
Az. Bo 554/2-1.


Ausgabe 3-4/2000 Themenheft

Fachlaufbahnen für Ingenieure - ein Vorgehen zur systematischen Kompetenzentwicklung 1 (Ausgabe 3-4/2000)

Autoren: Ekkehart Frieling, Sven Grote und Simone Kauffeld

Schlüsselwörter: Kompetenz, Kompetenzentwicklung, Fachlaufbahn, Forschung und Entwicklung

Zusammenfassung: Ausgehend von der Diskussion um die Interessensverschiebung vom seminaristischen Weiterbildungs- zum anforderungsorientierten Kompetenzbegriff wird ein systematisches Vorgehen zur Entwicklung von Mitarbeiterkompetenzen beschrieben.
Die Erläuterung erfolgt exemplarisch am Beispiel der Entwicklung von Fachlaufbahnen für Ingenieure im F&E- ereich eines Automobilunternehmens. Dieses Konzept ist auf andere Branchen, Unternehmen, Unternehmensbereiche und betriebliche Situationen übertragbar.
Es lässt sich von der Annahme leiten, dass zukünftig benötigte Kompetenzen in Unternehmen nur für einen begrenzten zeitlichen Horizont planbar sind. Daraus ergibt sich die Aufgabe, ein für einen Zeithorizont von jeweils zwei bis drei Jahren rollierendes Entwicklungskonzept zu implementieren. Die Implementierung lässt sich anhand von zehn Schritten beschreiben: 1. Analyse der aktuellen Personalsituation, 2. Definition zukünftiger Kernkompetenzen aus Sicht des Managements, 3. Erfassung von Problemen aus Sicht der Mitarbeiter und des Managements, 4. Erstellung einer Aufgaben- bzw. Teiltätigkeitsliste, 5. Beschreibung der aktuell vorhandenen Tätigkeitsbilder, 6. Entwurf und Diskussion neuer Tätigkeitsbilder, 7. Abstimmung der Tätigkeitsbilder mit den betroffenen Mitarbeitern, 8. Bewertung von Arbeitssituationen zum Kompetenzerwerb durch die Mitarbeiter, 9. Erarbeitung von Fachlaufbahnen mit den betroffenen Mitarbeitern und 10. Ableitung individueller Personalentwicklungspläne für die betroffenen Mitarbeiter.

Die Lernhaltigkeit der Arbeitsaufgabe - Entwicklung und Erprobung eines Fragebogens zu lernrelevanten Merkmalen der Arbeitsaufgabe (FLMA) (Ausgabe 3-4/2000)

Autoren: Falk Richter und Barbara Wardanjan

Schlüsselwörter: Lernen in der Arbeit, subjektive Arbeitsanalyse, Arbeitsgestaltung

Zusammenfassung: Berufliches Lernen findet in großem Umfang in der täglichen

Auseinandersetzung mit den Arbeitsaufgaben statt. Die Möglichkeiten und das Ausmaß für ein Lernen im unmittelbaren Arbeitsprozess werden von den Eigenschaften einer Arbeitsaufgabe, z. B. dem Tätigkeitsspielraum, mitbestimmt. Im vorliegenden Beitrag wird die Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung lernrelevanter Eigenschaften der Arbeitsaufgabe vorgestellt.
Die Eigenschaften der Arbeitsaufgabe wurden theoriegeleitet unter dem Aspekt ihrer Lernhaltigkeit ausgewählt. Den Fragebogen bearbeiteten in einer Voruntersuchung 270, in der Hauptuntersuchung 1278 Erwerbstätige. Im Ergebnis von Item- und Faktoranalysen verbleiben in der Endvariante 24 Items, die zu den Faktoren Tätigkeitsspielraum und Vollständigkeit der Tätigkeit, Anforderungsvielfalt und Transparenz zusammengefasst werden können. Im weiteren werden die Überprüfung der Gütekriterien und Möglichkeiten des Einsatzes des Fragebogens in Unternehmen und der Forschung vorgestellt. Abschließend werden noch einmal der theoretische Hintergrund des Fragebogens und der differentielle Aspekt der Lernhaltigkeit von Eigenschaften der Arbeitsaufgabe kritisch diskutiert.

Lernförderung durch die Organisation - Erfassung mit dem Fragebogen zum Lernen in der Arbeit (LIDA) (Ausgabe 3-4/2000)

Autoren: Barbara Wardanjan, Falk Richter und Katja Uhlemann

Schlüsselwörter: Lernen in der Arbeit, Arbeitsgestaltung, Unternehmenskultur

Zusammenfassung: Die Möglichkeiten für ein Lernen in der Arbeit werden wesentlich durch die Lernkultur einer Organisation mitbestimmt. Im vorliegenden Beitrag wird die Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung der Lernförderung durch die Organisation aus Sicht der Beschäftigten vorgestellt. Ausgewählt wurden zum einen Bedingungen, die über ihre motivationsfördernde Wirkung das Lernen im Arbeitsprozess unterstützen. Zum anderen wurde in einem zweiten Fragebogenabschnitt nach dem Vorhandensein konkreter Lernunterstützungen gefragt. An der Befragung beteiligten sich in der Voruntersuchung 119, in der Hauptuntersuchung 1278 Beschäftigte. Im Ergebnis von Item- und Faktoranalysen verbleiben in der Endvariante für die Bedingungen und Unterstützungsformen je 15 Items. Für die Bedingungen gruppieren sich die Items in den vier Faktoren Partizipationsmöglichkeiten, Anerkennung von Selbständigkeit und soziales Klima, Entwicklungsmöglichkeiten sowie zeitliche Bedingungen für Lernen. Für die Lernunterstützungen kann für weitere Auswertungen ein Summenwert gebildet werden. Es werden die Überprüfung der Gütekriterien und Möglichkeiten des Einsatzes des Fragebogens vorgestellt.

Zusammenhänge zwischen Alter und dem Selbstkonzept beruflicher Kompetenz bei Facharbeitern (Ausgabe 3-4/2000)

Autoren: Bärbel Bergmann und Susan Wilczek

Schlüsselwörter: Alter, Arbeitsgestaltung, Lernförderlichkeit, Kompetenz

Zusammenfassung: Die Beschleunigung der Entwicklung in vielen Bereichen der Wirtschaft hat zur Folge, dass auch die Berufsarbeit von Facharbeitern wachsende Lernanforderungen enthält. Das spezifische Fach- und Methodenwissen wird in jedem Beruf aufgrund seiner Halbwertszeit laufend entwertet. Dieser so entstehende Verlust an aktuell brauchbarem Wissen muss durch selbstorganisiertes Lernen in der Arbeit kompensiert werden. Vor dieser Aufgabe stehen angesichts der demographischen Entwicklung zunehmend auch Ältere. Die Annahme wird geprüft, dass selbst organisiertes Lernen von der Aufgaben- und Organisationsgestaltung abhängig ist. In einer korrelativen Studie an 362 Facharbeitern wird für jede Person die Lernförderlichkeit der Arbeitssituation und das Selbstkonzept der beruflichen Kompetenz erhoben. Zwischen beiden Variablen gibt es Zusammenhänge. Für Facharbeiter aus lernförderlichen Arbeitssituationen existieren zwischen Indikatoren des Selbstkonzepts der  beruflichen Kompetenz und dem Alter mehrheitlich keine systematischen Zusammenhänge. Für  Facharbeiter aus wenig lernförderlichen Arbeitssituationen gibt es hingegen negative Alterskorrelationen von Indikatoren des Selbstkonzepts beruflicher Kompetenz.
Insbesondere die Eigenaktivität, mit der eine motivationale Komponente abgebildet wird, sinkt bei Facharbeitern aus wenig lernförderlichen Arbeitssituationen mit zunehmendem Alter. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für selbst organisiertes Lernen bei diesen älteren Facharbeitern schlechter ausgeprägt.

Arbeitsplatznahe Kompetenzentwicklung durch einen aufgabenorientierten Informationsaustausch in der Chemieindustrie (Ausgabe 3-4/2000)

Autor: Niclas Schaper

Schlüsselwörter: Arbeitsplatznahes Lernen, Selbsteinschätzung beruflicher Kompetenzen, aufgabenorientierter Informationsaustausch, kooperatives Lernen

Zusammenfassung: Im Kontext moderner Arbeitsformen verändern sich auch die Anforderungen an das arbeitsbezogene Lernen. Anspruchsvolle, auf die Förderung fachübergreifender Kompetenzen gerichtete arbeitsplatznahe Lernformen werden in diesem Zusammenhang als eine Möglichkeit angesehen, solche Lernanforderungen wirkungsvoll zu bewältigen und selbst organisiertes Lernen im Arbeitsprozess zu unterstützen. Der Aufgabenorientierte Informationsaustausch (AI) nach Neubert und Tomczyk (1986) ist ein entsprechendes Konzept zum arbeitsbezogenen Lernen. Es wird eine Evaluationsstudie vorgestellt, in der überprüft wurde, ob mit Hilfe eines AIs bei Anlagenfahrern (N = 29) in der Chemieindustrie nicht nur fachliche, arbeitsplatzspezifische, sondern auch übergreifende methodische, soziale und personale Kompetenzen gefördert werden. In einem quasiexperimentellen Untersuchungsansatz mit Prä- und Posttestmessungen sowie einer Kontrollgruppe (N = 22) wurden die Lerneffekte anhand von schriftlichen Testaufgaben sowie Selbsteinschätzungen zu verschiedenen Facetten beruflicher Kompetenzen ermittelt. Weiterhin wurde der Einfluss lernrelevanter personaler und organisationaler Merkmale auf den Lern- und Kompetenzzuwachs analysiert.

Diagnose der beruflichen Handlungskompetenz bei der Bewältigung von Optimierungsaufgaben in Gruppen (Ausgabe 3-4/2000)

Autoren: Simone Kauffeld, Sven Grote und Ekkehart Frieling

Schlüsselwörter: Kompetenz, Kompetenzentwicklung, Organisationsdiagnose, Gruppe

Zusammenfassung: Im Zentrum neuer Managementkonzepte, wie Total Quality Management (TQM), Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP), Gruppen- und Projektarbeit steht die berufliche Handlungskompetenz der Mitarbeiter. Die selbständige Bewältigung von Problemstellungen des eigenen Arbeitsbereiches sowie abteilungsübergreifender Themen wird zunehmend von angestellten und gewerblichen Mitarbeitern gefordert.
Doch wie lässt sich die berufliche Handlungskompetenz von Mitarbeitern bei der Bewältigung von Optimierungsaufgaben messen und wie lassen sich Ansatzpunkte für Kompetenzentwicklungsmaßnahmen finden? Anhand der Gegenüberstellung der Kompetenzprofile von kommunalen Versorgungsunternehmen und Industrieunternehmen wird das Kasseler-Kompetenz-Raster, ein Verfahren zur Kompetenzdiagnose, verdeutlicht. Es wird aufgezeigt, wie es um die Kompetenz von Mitarbeitern in Unternehmen steht, Probleme in ihrem Arbeitsbereich zu lösen, Optimierungen zu planen und an Veränderungen mitzuwirken.
Kompetenzentwicklungsmaßnahmen werden aus den Ergebnissen abgeleitet.

FUSSNOTE: Der Artikel entstand im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), vom Bundesministerium für Arbeit (BMA) und von der Europäischen Union (EU) geförderten Projektes "Flexible Unternehmen und ihr Beitrag zur Entwicklung von Mitarbeiternkonzepten"


Ausgabe 5/2000 Themenheft

Innovative Arbeitszeitgestaltung: Wirtschaftlichkeit und Humanität? (Ausgabe 5/2000)

Autor: Peter Knauth

Schlüsselwörter: Arbeitszeit, Schichtsystem, Flexibilität, Wirtschaftlichkeit, Humanität

Zusammenfassung: Dieser Artikel ist der Frage gewidmet, ob eine hohe Flexibilität eines Arbeitszeitmodells (zur Erreichung einer hohen Wirtschaftlichkeit) nur auf Kosten der Humanität erreicht werden kann. Zunächst wird dargestellt, dass alle Arbeitszeitmodelle auf der Basis dieser beiden Dimensionen "Wirtschaftlichkeit" und "Humanität" in vier Kategorien eingeteilt werden können.
Arbeitswissenschaftler sind daran interessiert, Arbeitszeitsysteme so zu gestalten, daß diese in diejenige Kategorie fallen, die eine "win-win"-Situation für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer darstellt. Fünf solcher günstigen Arbeitszeitmodelle, die in Deutschland und der Schweiz realisiert wurden, werden vorgestellt:

  • ein flexibles diskontinuierliches Schichtsystem in der chemischen Industrie
  • ein flexibles Arbeitszeitmodell bei einem Sportartikel-Einzelhändler
  • ein Jahresarbeitszeitmodell in der Metallindustrie
  • eine zeitautonome Arbeitsgruppe in einem Maschinenbauunternehmen
  • eine variable Arbeitszeit auf Vertrauensbasis in einem Unternehmen, das Sicherheitssysteme produziert

Die Einführung innovativer Arbeitszeitmodelle kann zu erheblichen Akzeptanzproblemen führen. Daher ist die Einführungsstrategie ebenso wichtig wie die Konstruktion eines maßgeschneiderten Arbeitszeitmodells. Abschließend werden Erfolgsfaktoren diskutiert, die aus unseren Erfahrungen in mehr als 50 Arbeitszeitprojekten abgeleitet wurden, und die helfen, eine Akzeptanz innovativer Arbeitszeitmodelle zu erreichen.

Einführung selbst gewählter Arbeitszeiten im Einzelhandel – Auswirkungen auf Arbeitszufriedenheit, Gesundheit und Sozialleben (Ausgabe 5/2000)

Autoren: Arne Lowden, Torbjörn Åkerstedt

Schlüsselwörter: Flexibilität, Personalbesetzung, Software, individuelle Unterschiede, Schichtarbeit

Zusammenfassung: Eine Studie untersuchte die Einführung selbst gewählter Arbeitszeiten im Einzelhandel. Das  Ziel der Studie war die Messung der Auswirkungen der Arbeitszeit auf Arbeitszufriedenheit, Wohlbefinden, Gesundheit und Sozialleben. In sechs Kaufhäusern konstruierten 104 Beschäftigte monatlich persönliche Dienstpläne mit Hilfe des Computerprogramms TimeCareTM (TC). Sie wurden mit einer Gruppe von 39 Beschäftigten ohne Veränderung der Arbeitszeit verglichen. Ein Fragebogen wurde vor und zehn Monate nach der Veränderung verteilt. Die Ergebnisse zeigten, dass TC die Möglichkeit, die Arbeitszeit zu beeinflussen und gewünschte Dienstpläne zu erhalten, verbesserte. Allerdings gaben die Arbeiter auch an, dass der Personalstand verringert wurde. Soziale Beziehungen, Gesundheit, Lebensstil und Erholung waren durch die Veränderung wenig beeinflusst. Vor  allem jüngere Personen schätzten den vergrößerten Einfluss auf die Dienstplangestaltung, das TC-Experiment und sie nutzten seine Optionen häufiger. Eine kleine Gruppe konnte sich leichter über die Dienstplanung einigen, aber die Personalbesetzung war stärker reduziert als in größeren Gruppen. Es bestand ein Zusammenhang zwischen einer positiven Einstellung zu selbstgewählter Arbeitszeit und den Faktoren  Vorhandensein kleiner Kinder, Zufriedenheit mit den Arbeitszeiten und gegebenen Dienstplänen, bessere Möglichkeiten Arbeit/Freizeit zu planen und Anwendung der Veto-Option innerhalb des TC-Programms. Bei den retrospektiven Fragen wurden längere Feizeitblöcke am positivsten bewertet. Im Vergleich zur traditionellen Dienstplanung bevorzugten die Arbeiter selbst gewählte Arbeitszeiten.

Psychosoziale Aspekte flexibler Diensteinteilung für das Pflegepersonal in Krankenanstalten (Ausgabe 5/2000)

Autoren: Michael Kundi, Gerda Wöckinger

Schlüsselwörter:· Schichtarbeit, flexible Dienstpläne, Flexibilisierung, Pflegepersonal, Familie, Schlaf

Zusammenfassung: Mittels einer Fragebogenerhebung, bei der 134 Krankenschwestern befragt worden waren, wurde untersucht, inwiefern die in den letzten Jahren verstärkt eingesetzten flexiblen Dienstpläne im Vergleich zu den traditionellen Diensten günstige Auswirkungen im Hinblick auf Interferenz mit Anforderungen aus Familie und Freizeit sowie Erholung und Schlaf haben.
Es zeigte sich, dass flexible Dienste, trotz etwa gleicher Anzahl von Nachtdiensten im Vergleich zu 12-Stunden Tag/Nachtdiensten bzw. 8-Stunden 3-Schichtdiensten durch statistisch signifikant weniger Beeinträchtigungen der Freizeit und des Familienlebens durch den Dienst charakterisiert waren, weiter war die Zufriedenheit mit dem Dienst höher. Darüber hinaus war bei Krankenschwestern mit flexibler Diensteinteilung die durchschnittliche Schlafdauer und die Schlafqualität höher. Im Hinblick auf eine mögliche gegenseitige Verstärkung von Problemen in der Familie und Problemen mit Erholung und Schlaf ist besonders hervorzuheben, dass im Gegensatz zu den Gruppen mit fixer Diensteinteilung die Schwestern mit flexiblen Diensten keine signifikanten Korrelation zwischen diesen Problembereichen aufweisen.

Partizipative Gestaltung der Arbeitszeit im Fahrdienst von Betrieben des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) durch individualisierte Dienstpläne (Ausgabe 5/2000)

Autoren: Patric C. Gauderer, Peter Knauth

Schlüsselwörter: Arbeitszeit, Flexibilisierung, Individualisierung, ÖPNV, Dienstleister, Schichtplangestaltung

Zusammenfassung: In vielen Betrieben des ÖPNV arbeiten die Fahrer nach starren fest vorgegebenen Schicht- bzw. Dienstplänen. Der vorliegende Artikel beschreibt einen Ansatz mit dessen Hilfe diese starren Strukturen durchbrochen werden können. Er ermöglicht eine chronologische Flexibilisierung der Arbeitszeitgestaltung nach den Anforderungen der Mitarbeiter. Zu diesem Zweck wird in regelmäßigen Planungsperioden für jeden Fahrer ein individueller, nach seinen Präferenzen gestalteter Plan erstellt. Bei der Planung werden sämtliche im ÖPNV- ereich geforderten Rahmenbedingungen berücksichtigt. Zur Unterstützung der Vorgehensweise und der Umsetzung im Betrieb wurden ein EDV-Tool und ein Umsetzungskonzept entwickelt. Diese sind an die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Betriebe anpassbar. Der Ansatz wurde in einem Pilotbetrieb umgesetzt und in einer einjährigen Pilotphase erprobt. In der Erprobungsphase konnten unter anderem eine Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit und eine Verbesserung der Arbeitsqualität festgestellt werden.

Innovative Ansätze für längere Arbeitsschichten können Arbeitern zugute kommen (Ausgabe 5/2000)

Autoren: Ronald J. Heslegrave, Lawrence Reinisch, Joanne Beyers, Gordon Hall

Schlüsselwörter: Schichtarbeit, Nachtarbeit, 10-Stunden-Schichten

Zusammenfassung: In einer neueren Studie berichteten Arbeiter nach dem Wechsel zu 12-Stunden Schichten von signifikant größeren Leistungsverschlechterungen am Ende der langen Schichten, größerer Müdigkeit und stärkerem Absinken der Aufmerksamkeit, dem Gefühl nach dem Schlaf weniger ausgeruht zu sein, mehr Störungen des Schlafes und im Magen-Darm-Trakt sowie mehr Probleme beim Fahren zum und vom Arbeitsplatz. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wurden die Möglichkeiten negativer Auswirkungen von verlängerten Arbeitsschichten einen Monat nach dem innovativen Wechsel zu 10-Stunden-Schichten in einem Untertage- rbeitsplatz eines Bergwerks untersucht.
Die Ergebnisse zeigten unterschiedliche Effekte der Schichtverlängerung auf 10 Stunden bei den Tag- und Nachtschichten. Die 10-Stunden Tagarbeiter berichteten von signifikant größeren Leistungsverschlechterungen bei der Arbeit, weniger Schlaf und weniger erholsamem Schlaf.
Dagegen berichteten die Nachtarbeiter von weniger Leistungsverschlechterungen, mehr erholsamem Schlaf und weniger Problemen bei der Fahrt von und zur Arbeit (weniger Aufmerksamkeitsschwächen, weniger Einschlafen am Steuer und weniger Beinahunfälle).
Allerdings wurden sowohl bei der Tag- als auch bei der Nachtschicht die Lage der Arbeitszeit innerhalb der 24 Stunden verschoben. Die Ergebnisse zeigten, dass die Auswirkungen der Verlängerung der Schichten im Vergleich zu den Auswirkungen der Verschiebung der Anfangs- und Endzeiten nebensächlich waren. Außerdem legen die Ergebnisse nahe, dass bei einem angemessenen Management von Müdigkeit und Schichtarbeit durch Experten verlängerte Schichten und komprimierte Wochenarbeitszeiten sowohl Vorteile für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer bieten können.

Schlaf- und Wachzyklen von Assistenzärzten mit langen Arbeitszeiten in Israel (Ausgabe 5/2000)

Autoren: Rachel Epstein, Orna Tzischinsky, Tov Nave, Chillag Nela, Zohar Dov, Lavie Peretz

Schlüsselwörter: Assistenzärzte, Schichtarbeit, Aktigraph, Schlafentzug

Zusammenfassung: Chronischer partieller Schlafentzug, hohe Arbeitsbelastung und lange bis zu 32-stündige Schichten charakterisieren die Arbeitsbedingungen israelischer Assistenzärzte. Ziel dieser Studie war die Beschaffung spezifischer Informationen über die Schlaf-Wach-Zyklen der Assistenzärzte, vor allem während der Nachtschicht. 78 Assistenzärzte nahmen an der Studie teil: 53 Männer und 25 Frauen, Durchschnittsalter 30,7 ± 2,7 Jahre. Die Studie wurde in 15 medizinischen Stationen in vier Krankenhäusern durchgeführt. Alle Assistenzärzte füllten Fragebogen aus und ihre Schlaf-Wach-Zyklen wurden mit Hilfe von am Handgelenk getragenen Aktigraphen dreimal - zu Beginn der Assistenzarztzeit sowie sechs und zwölf Monate danach - jeweils eine Woche lang ermittelt. Wir fanden, dass die Assistenzärzte während der Nachtschicht signifikant kürzer schliefen als während eines Nachtschlafes zu Hause. Eine Differenzierung nach den medizinischen Stationen ergab keine signifikanten Unterschiede. Während des ersten Jahres der Assistenzarztzeit arbeiteten die Assistenzärzte lange Schichten (mindesten 9 - 10 pro Monat) und litten unter chronischem partiellem Schlafentzug. Dies sollte geändert werden, um das Wohlbefinden der Assistenzärzte und die Betreuungsqualität der Patienten zu verbessern.

Meta-Analyse Epidemiologischer Literatur über Schichtarbeit und Herzerkrankungen (Ausgabe 5/2000)

Autoren: Henrik Bøggild, Anders Knutsson

Schlüsselwörter: Schichtarbeit, Herzerkrankung, Meta-Analyse, Risiko, Epidemiologie·

Zusammenfassung: Schichtarbeit wird mit einem höheren Risiko für Herzerkrankungen in Verbindung gebracht. Die epidemiologische Literatur ist uneinheitlich mit einigen Studien, die für Schichtarbeit ein doppelt so hohes Risiko als für Tagarbeiter fanden, während andere Studien kein höheres Risiko für Schichtarbeiter ermittelten. Wir haben die Literatur mit Hilfe eines meta-analytischen Ansatzes untersucht, um sowohl eine genauere Schätzung des Risikos als auch Gründe für die offensichtliche Uneinheitlichkeit zu ermitteln.
Die Analyse deutet darauf hin, dass unter den Längsschnittstudien, die individuelle Expositionsklassifizierungen verwendeten, aufgrund statistischer Überprüfungen mindestens zwei verschiedene Populationen existierten, eine, die ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen mit einer Meta-Risikoschätzung von 1,31 (95% Konfidenzintervall: 1,17 - 1,45) aufwies und die andere, die mit einem Schätzwert von 0.96 (95% Konfidenzintervall: 0,85 - 1,08) kein erhöhtes Risiko hatte. Untersuchungsmerkmale wie Jahr der Veröffentlichung, geographischer Bereich, Expositionsschätzung, Ergebnis, Untersuchungszeitraum, Confounding-Kontrolle oder Gesamtqualität der Studie erklärten die Uneinheitlichkeit nicht.
Abschließend scheint Schichtarbeit in einigen Fällen, die nicht durch Untersuchungsmerkmale erklärt werden konnten, das Risiko für Herzerkrankungen zu erhöhen.