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Ausgabe 2/1999
Ausgabe
3/1999
Ausgabe
4/1999
Ganzschichtige Feldstudien
zur Belastung der Lendenwirbelsäule bei berufsbedingten Lastenhandhabungen (Ausgabe 2/99)
Autoren: Matthias Jäger, Alwin Luttmann, Claus Jordan und Wolfgang Laurig
Schlüsselwörter: Belastung der Lendenwirbelsäule; Lastenhandhabung;
Biomechanik; Schichtdosis; Überlastungsrisiko; Feldstudien
Zusammenfassung: Untersuchungen zur Belastung der Lendenwirbelsäule bei
Lastenmanipulationen liegen bisher vorrangig für kurze Tätigkeitsabschnitte oder für
ausgewählte Handhabungsarten vor. Deshalb wurden Feldstudien über ganze Arbeitsschichten
durchgeführt, und zwar in den Bereichen Hochbau, Gesenkschmiede, industrielle
Fleischverarbeitung und Müllentsorgung. Dazu wurden Videodokumentationen von jeweils 2
Schichten in Hinsicht auf auftretende Körperhaltungen, ausgeübte Aktionskräfte und
resultierende Wirbelsäulenbelastungen ausgewertet. Mit Hilfe eines eigens entwickelten
detaillierten Klassierungsschemas wurden die Körpersegmentstellungen sowie Betrag und
Richtung der Aktionskräfte für jede Arbeitssituation beschrieben. Anschließend wurden
durch biomechanische Modellrechnungen Schichtverläufe für acht Kenngrößen der
Belastung der Lendenwirbelsäule erstellt. Die Belastung überschreitet in zahlreichen
Arbeitssituationen empfohlene Richtwerte, insbesondere für ältere Personen. Zur
Beschreibung der kumulierenden Wirkung von Einzelbelastungen wurde ein
"Dosisverfahren" mit überproportionaler Wichtung der Bandscheibenkompression
relativ zur Einwirkungsdauer entwickelt und angewendet.
Zur "sogenannten" körperlichen Leistungsfähigkeit und deren Bedeutung
für die Betriebsärztliche Praxis* (Ausgabe 2/99)
Autor: Hans-Volkhart Ulmer
Schlüsselwörter: Komplexität der Leistungsfähigkeit; körperliche
Leistungsfähigkeit; ergometrische Leistungsfähigkeit; Ergometrie;
berufsgenossenschaftliche Grundsätze; Test-
und Trainingssimulatoren
Zusammenfassung: Die "körperliche Leistungsfähigkeit" stellt in der
Arbeits- und Sportmedizin sowie der Ergonomie einen geläufigen Begriff dar. Er ist wie
die fünf motorischen Beanspruchungsformen Koordination, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit
und Beweglichkeit zur Systematisierung von Erscheinungsformen menschlichen Leistens sehr
gut geeignet. Mit Tests mißt man aber nur die körperliche Leistungsfähigkeit für eine
bestimmte Aufgabe und nicht die körperliche Leistungsfähigkeit an sich. Wegen der
Komplexität des Leistens und der Spezifität der Anpassungsprozesse erfaßt man mit
Ergometern letztlich nur die ergometrische Leistungsfähigkeit, mit der besonders aus
Gründen von Aufgaben-spezifischer Koordination und Erfahrung eine berufliche
Leistungsfähigkeit nur unvollständig oder gar nicht abgebildet werden kann. Konsequenzen
für die Ergometrie nach BG-Grundsätzen, die Einarbeitung in neue motorische Aufgaben,
den Umgang mit Simulatoren sowie der Lastenhandhabungsverordnung werden abschließend
hergeleitet.
Hörschwellenverschiebungen nach Impulsschall - Einfluß der Impulsanzahl und
Impulsdauer (Ausgabe 2/99)
Autoren: Hartmut Irle, Günther Hinzmann und Helmut Strasser
Schlüsselwörter: Impulsschallexposition; Impulsanzahl; Impulsdauer; Zeitweilige
Hörschwellenverschiebungen TTS2; Restitutionszeit
Zusammenfassung: Bei energie-äquivalenten Impulsschallbelastungen führt die
Zunahme der Impulsanzahl bei einer Verkürzung der Impulsdauer zu drastischen Erhöhungen
der TTS2, der Restitutionszeit und des Integrals der Hörschwellenanhebungen IRTTS. Ob
aber dieses Mehr an "physiologischen Kosten" durch die Wirkzeit der Impulse oder
durch die Impulsanzahl bedingt ist, blieb bisher ungeklärt. Deshalb wurden sowohl die
Auswirkungen der Impulsanzahl bei konstanter Impulsdauer als auch des umgekehrten Falles
analysiert. Bei Verdopplung bzw. Halbierung der Impulsanzahl - und damit einer Variation
der Schallexposition um ±3 dB - ergaben sich deutliche Erhöhungen bzw. Verringerungen in
allen 3 Meßparametern. Bei Variation der Impulsdauer stellten sich allgemein geringere
Veränderungen ein. Korrigiert man schließlich die Ergebnisse, die durch den um ±3 dB
veränderten Beurteilungspegel mitbestimmt werden, so zeigt sich, daß trotz nunmehr
energie-gleicher Expositionen die Zunahme der Impulsanzahl immer noch mit einer deutlichen
Erhöhung der IRTTS-Werte verbunden ist. Die Zunahme der Impulsdauer führt jedoch nicht
mehr zu einem Anstieg der IRTTS-Werte, sondern sogar zu einer Abnahme.
Zur Effektivität persönlicher Gehörschutzmittel bei verkürzter Tragedauer aus
energie-äquivalenter und arbeitsphysiologischer Sicht (Ausgabe 2/99)
Autoren: Helmut Strasser, Hartmut Irle und Thorsten Siebel
Schlüsselwörter: Dämmung von Gehörschutz; Verkürzte Tragedauer;
Prognostizierte und tatsächliche Dämmwertverluste; Temporary Threshold Shifts
(Hörschwellenverschiebungen)
Zusammenfassung: Wenn Gehörschutz nur kurze Zeit nicht getragen wird, führt das
nach internationalen Normen angeblich zu drastisch reduzierten Dämmwerten. Ob das
tatsächlich so ist, sollte in einer Studie untersucht werden. In jeweils 1 Stunde langen
Versuchsreihen wurden 10 Personen mit Lärm von 94 dB(A) beschallt. In einem weiteren
Versuch wurden sie unter Verwendung eines Gehörschutzstöpsels mit einem Dämmwert von 30
dB 1 Stunde lang Lärm eines Pegels von 106 dB(A) ausgesetzt. Der Gehörschutz wurde
jedoch erst 3¾ min nach Beginn der Lärmphase eingesetzt. Rein rechnerisch wird damit die
Schalldämmung von 30 dB (um 18 dB) auf lediglich noch 12 dB reduziert. In einem weiteren
Versuch galt es, die Auswirkungen des mehrmaligen kurzzeitigen Abnehmens des
Gehörschutzes zu analysieren. Gemessen wurden die zeitweiligen
Hörschwellenverschiebungen TTS2, die Zeit bis zur vollständigen Restitution und der
IRTTS-Wert. Kurzzeitiges Abnehmen des Gehörschutzes zieht den Ergebnissen zufolge
keineswegs den immensen Protektionsverlust nach sich, der in den Normen prognostiziert
wird.
Berechnungsmodelle zur rechnergestützten Ermittlung aktueller Klimasummenmaße
für wärmebelastete Arbeitsplätze (Ausgabe 2/99)
Autoren: Bernd Hans Müller und Hansjürgen Gebhardt
Schlüsselwörter: Klimabewertung; Berechnungsmodelle; Hitzearbeit;
Klimasummenmaße
Zusammenfassung: Die Normal-Effektivtemperatur, die Basis-Effektivtemperatur
ebenso wie der WBGT-Index sind Klimasummenmaße, die für die Beurteilung der
Klimabedingungen an wärmebelasteten Arbeitsplätzen eingesetzt werden. So basieren die
Richtwerte, ab denen arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen sind, auf
der Normal-Effektivtemperatur, die Basis-Effektivtemperatur findet z.B. Anwendung im
Steinkohlebergbau, der WBGT-Index wird innerhalb der ZH1/174 (Arbeiten unter
Hitzebelastung) für solche Arbeitsplätze empfohlen, an denen Arbeiten unter extremer
Hitzeeinwirkung bei hoher Lufttemperatur, Feuchte und Wärmestrahlung durchzuführen sind.
Für die Ermittlung der Effektivtemperaturen werden üblicherweise Nomogramme eingesetzt,
die Ermittlung des WBGT-Indexes setzt die Kenntnis der Größen Globetemperatur und
natürlich-belüftetete Feuchttemperatur voraus, was die Anwendung bei Prognosen von
veränderten Belastungsbedingungen erschwert. Die in diesem Beitrag abgeleiteten
Berechnungsmodelle ermöglichen eine rechnergestützte näherungsweise Bestimmung dieser
Maßzahlen auf der Grundlage von Klimagrundgrößen als Voraussetzung für die Anwendung
in der Praxis auf der Grundlage entsprechender Computerprogramme.
Beanspruchung bei wiederholten mentalen und statischen Belastungen im Labor unter
besonderer Berücksichtigung des peripheren Blutdruckes (Ausgabe 2/99)
Autoren: Klaus Scheuch, Reingard Seibt und Dorit Nöthel
Schlüsselwörter: peripherer und brachialer Blutdruck; Reproduzierbarkeit;
mental; statisch
Zusammenfassung: Im Labor sollte in Wiederholungsuntersuchungen nach einem Tag,
einer Woche und einem Monat die Stabilität vegetativer Parameter unter mentaler
(Konzentrations-Leistungs-Test mit und ohne Störung sowie modifizierter Stroop-Test) und
statischer (Fingergrip) Belastung bei 20 normotonen Männern geprüft werden. Neben der
Herzfrequenz und dem brachialen Blutdruck (BD) wurde besonderes Augenmerk dem peripheren
BD, erfaßt mit Finapres, gewidmet. Alle kardiovasculären und Leistungsparameter (richtig
gelöste Aufgaben) unterschieden sich zwischen erster und zweiter Untersuchung
signifikant. Nur im peripheren BD setzte sich die Verminderung des systolischen und
diastolischen BD über alle vier Untersuchungstermine fort. Diese Tendenz war auch in den
Leistungsparametern festzustellen, während in der subjektiven Beanspruchung
(Eigenzustandsskala nach Nitsch) keine einheitlichen Veränderungen auftraten. Diese als
Anpassung interpretierten Vorgänge sind bei mentaler Belastung stärker ausgeprägt als
bei statischer, wobei bei ersterer besonders der systolische, bei statischer besonders der
diastolische BD bei beiden BD-Meßmethoden anspricht.
Untersuchungen zur Produktergonomie von Seitenschneidern mittels
elektromyographischer und subjektiver Methoden (Ausgabe 2/99)
Autoren: Karsten Kluth, Dirk Zühlke und Helmut Strasser
Schlüsselwörter: Seitenschneider; Zweischenklige Arbeitsmittel;
Produkt-ergonomische Beurteilung; Elektromyographie; Subjektive Befragung
Zusammenfassung: Im Zuge der Entwicklung ergonomisch optimierter Zangengriffe
wurden in einer vergleichenden Untersuchung 8 handelsübliche Seitenschneider hinsichtlich
der Gestaltung der Griffseite analysiert und beurteilt. 11 männliche, rechtshändige
Versuchspersonen mußten in repetitiven Schneidbewegungen an einer speziellen Vorrichtung
einen nach DIN ISO 5744 mittelharten bzw. weichen Draht durchtrennen. In einem
standardisierten Versuchsablauf wurde die über jeweils 20 Schnitte gemittelte
Beanspruchung der Fingerschließ- und Streckmuskulatur, des für die ulnare Abduktion der
Hand zuständigen Muskeln und des Bizeps im rechten Hand-Arm-System mittels der
Oberflächen-Elektromyographie kontinuierlich aufgezeichnet. Ferner wurden auf die
Fragestellung zugeschnittene, bipolare Fragebögen u.a. zu den Themengebieten Formgebung,
Griffmaterial, Abmessungen, Oberflächengestaltung und Allgemeine Handhabbarkeit
entwickelt, mit denen eine subjektive Bewertung von Zangenkriterien und Auswirkungen der
Arbeit auf den körperlichen Bereich erfolgte. Die Kombination der objektiven
Beanspruchungsanalysen mit den Ergebnissen der subjektiven Befragungen erlaubte, Einblick
in die jeweilige Beanspruchungshöhe zu nehmen und diese auf Design-Kriterien
zurückzuführen. So sollten letztendlich Vorschläge zur Verbesserung der Griffgestaltung
erarbeitet werden.
Aktivierung der Finger- und Trapezmuskulatur bei repetitiven Kurz- und
Langzeit-Fingerbewegungen (Ausgabe 2/99)
Autoren: Michael Schnoz, Thomas Läubli, Joseph A.Weiss und Helmut Krueger
Schlüsselwörter: Arbeitsassoziierte muskuloskeletale Beschwerden; repetitive
Arbeit; Arbeit leichter Intensität; Computerarbeit; EMG
Zusammenfassung: Das Aufstellen eines Modells zur Entstehung der bei
Computerarbeit häufigen Nackenbeschwerden bedingt Kenntnisse der Aktivitätsmuster der
beteiligten Finger-, Oberarm- und Nackenmuskeln bei repetitiven Arbeiten geringer
Intensität. Neun Versuchspersonen tippten bei diesem Versuch mit dem Zeigefinger mit
wechselnden Frequenzen während acht Sekunden und danach während möglichst langer Zeit
auf eine starre Taste. Die Analyse der Oberflächen-EMG-Signale von sechs Muskeln und des
Kraftsignals auf die Taste fand bei schnellem und bei langsamem Tippen sowie bei Ruhe eine
tonische Kontraktion in den Finger- und Trapezmuskeln, nicht aber in den Oberarmmuskeln.
Während den Langzeitversuchen veränderte sich der Tonus des Trapezmuskels nicht
signifikant. Phasische Koaktivitäten fanden sich kaum im Oberarm, hingegen in
signifikantem Maße und mit der Tippdauer zunehmend - jedoch nicht synchron mit der
Fingerbewegung - im Trapezmuskel. Die beobachtete unvollständige Relaxation des
Trapezmuskels während dem Tippen und selbst während bewußter Entspannung könnte eine
Ursache für die Entwicklung von arbeitsbedingten Nackenschmerzen bei der Dateneingabe
darstellen.
Einflussfaktoren auf die visuellen Detektionsraten von falschen
Rebenmehltau-Symptomen (Plasmopara viticola) (Ausgabe 2/99)
Autoren: Reinhard Dietrich, Marino Menozzi, Mauro Jermini, Cesare Gessler und
Phillipe Blaise
Schlüsselwörter: Detektion; Sehtüchtigkeit; Plasmopara viticola (Rebenmehltau)
Zusammenfassung: Im modernen Pflanzenschutz sollten Pflanzenkrankheit erst
bekämpft werden, wenn die Intensität eine Interventions-schwelle überschreitet. Beim
falschen Rebenmehltau, eine der gefürchtetsten Rebenkrankheiten, ist die
Entdeckungswahrscheinlichkeit der Krankheitssymptome im Feld zwischen den einzelnen
Suchenden sehr variable. In dieser Arbeit werden mögliche Ursachen dieser Variabilität
untersucht, wie die Sehtüchtigkeit der Suchenden (Sehbeschwerden, Farbsehfehler, Visus,
Stereosehen, Akkommodationsbreite) und die Suchmethoden. Diese lassen sich unterteilen in:
1) "was zu zählen sei" (Anzahl Symptome pro Trieb oder die Anzahl befallenen
Blätter pro Trieb) und 2) dem Suchvorgang "intensives Suchen" versus
"oberflächliches Suchen". Die Wahl des Suchvorganges beeinflusst signifikant
die Suchleistung, jedoch nicht die Fragestellung "was zu zählen" sei. Ausserdem
kann die Sehtüchtigkeit 20% der Variabilität erklären. Es wurden Gesetzmässigkeiten
gefunden, wie die Suchenden in Klassen eingeordnet werden können und wie die Suchleistung
der einzelnen Suchenden die Stichproben kongruent ordnen. Diese entsprach allerdings nicht
der "wahren" Ordnung der Befallshäufigkeit. So lässt sich folgern, dass
höhere kognitive Prozesse einen bedeutenden Anteil beim Detektieren von Symptomen des
falschen Rebenmehltau haben.
Interaktionsarbeit. Konzept
und Methode der Erfassung im Krankenhaus
(Ausgabe 3/99)
Autoren: André Büssing und Jürgen Glaser
Schlüsselwörter: Interaktionsarbeit; Emotionsarbeit; Gefühlsarbeit; Burnout;
Arbeitszufriedenheit; Krankenpflege
Zusammenfassung: Unter Bezug auf die Forschung zur Emotions- und Gefühlsarbeit
wird das Konzept der Interaktionsarbeit vorgestellt, das einen personen- und
bedingungsbezogenen Ansatz verbindet. Im Mittelpunkt der Interaktionsarbeit in der
personenbezogenen Dienstleistung stehen zum einen Interaktionscharakteristika wie
Häufigkeit, Dauer und Intensität in der Beziehung mit Klienten und zum anderen
Charakteristika von Emotionsarbeit wie emotionale Harmonie, emotionale Devianz und
emotionale Dissonanz. Zur Messung von Interaktionsarbeit werden zwei Instrumente
vorgestellt: der "Fragebogen zur Analyse von Interaktionscharakteristika (FAI)"
und der "Fragebogen zur Analyse von Charakteristika der Emotionsarbeit (FAEA)",
die beide gute Reliabilität und Validität erzielen. Anhand einer Stichprobe von 298
Krankenpflegekräften werden Wirkungen von Interaktionsarbeit auf emotionale Erschöpfung
und Arbeitszufriedenheit untersucht. Nach den Ergebnissen schrittweiser
Regressionsanalysen erweisen sich die Patientenpersönlichkeit sowie die emotionale
Devianz als die gewichtigsten Prädiktoren sowohl für emotionale Erschöpfung als auch
für die Arbeitszufriedenheit. Abschließend werden Nutzen und Grenzen der beiden
Instrumente zur Messung der Interaktionsarbeit sowie Implikationen für Ausbildung und
Training in der personenbezogenen Dienstleistung diskutiert.
Nicht nur mehr Qualität, sondern auch höhere Effizienz - Subjektivierendes
Arbeitshandeln in der Altenpflege (Ausgabe 3/99)
Autor: Fritz Böhle
Schlüsselwörter: subjektivierendes Arbeitshandeln; Grenzen der Planung und
Standardisierung; sinnliche Wahrnehmung; Erfahrungswissen
Zusammenfassung: Grenzen der Planbarkeit und Unwägbarkeiten sind grundlegende
Merkmale der Arbeit bei der Pflege älterer Menschen. Nicht nur in der Praxis, sondern
auch in der wissenschaftlichen Analyse sind daher Konzepte des Arbeitshandelns notwendig,
die sich nicht nur am Leitbild eines planmäßig zweckrationalen Handelns orientieren. Das
Konzept des "subjektivierenden Arbeitshandelns" richtet sich auf Formen des
Arbeitshandelns, die einerseits von einem zweckrationalen Handeln abweichen und
andererseits eine eigenständige systematische Struktur aufweisen. Grundlegend hierfür
sind ein dialogisch-interaktives Vorgehen, eine komplexe sinnliche Wahrnehmung,
subjektives Empfinden und Empathie sowie handlungs- und verhaltensbezogene mentale
Prozesse. In dem Beitrag werden auf der Basis qualitativer empirischer Erhebungen konkrete
Erscheinungsformen des subjektivierenden Arbeitshandelns in der Altenpflege dargestellt
und Konsequenzen für eine sowohl qualitätsorientierte wie effiziente Organisation der
Pflegearbeit umrissen.
Gefühlsarbeit - Versuch einer Begriffsklärung (Ausgabe 3/99)
Autor: Ursula Brucks
Schlüsselwörter: Gefühlsarbeit; Lazarus' Konzept der Emotionen;
personenbezogene Dienstleistungen
Zusammenfassung: Gefühlsarbeit ist ein Begriff, der in der Arbeitspsychologie in
Zukunft eine größere Bedeutung gewinnen kann, weil die Anforderungen, auf die er sich
bezieht, zunehmend deutlicher wahrgenommen und differenziert werden. Ziel des Beitrags ist
es, die Grundlagen für eine Begriffsdefinition zu schaffen. Gefühlsarbeit ist -
insbesondere in personenbezogenen Dienstleistungen wie Therapie, Erziehung und Pflege -
eine für den Erfolg der Arbeit notwendige oder zumindest wichtige Voraussetzung. Unter
Bezugnahme auf die Konzeption der Emotionen von R. & B. Lazarus (1994) läßt
Gefühlsarbeit sich als Tätigkeit des Verstandes definieren, die es ermöglicht, die
Bedeutung zu verstehen, die eine Situation für den anderen hat. Damit gewinnt die
Unterscheidung von emotional und sentimental work an Gewicht, die Strauss et al. getroffen
haben. Emotional work bezeichnet die Regulation eigener Gefühle, sentimental work bezieht
sich auf die Beeinflussung der Gefühle anderer. Es wird vorgeschlagen, den Begriff
Gefühlsarbeit vorzugsweise für die Dimension sentimental work vorzubehalten.
Emotionale Dissonanz und Burnout. Eine empirische Untersuchung im Pflegebereich
eines Universitätskrankenhauses (Ausgabe 3/99)
Autoren: Friedemann W. Nerdinger und Matthias Röper
Schlüsselwörter: Emotionale Dissonanz; Burnout; Belastungen; Ressourcen;
Interaktionsarbeit
Zusammenfassung: Im Rahmen einer Studie im Pflegebereich eines
Universitätskrankenhauses wurde der Zusammenhang zwischen Belastungen, Ressourcen und
emotionaler Dissonanz mit den Dimensionen des Burnout untersucht. Die nach dem Modell von
Leiter (1993) zu erwartenden differentiellen Beziehungen von Belastungen, Ressourcen und
Burnout konnten bestätigt werden. Darüber hinaus erfaßt emotionale Dissonanz, die als
Folge einer Darstellung von Emotionen im Interesse der Patienten auftritt ("faking in
good faith"), einen wesentlichen Aspekt persönlicher Leistungsfähigkeit und steht
in negativer Beziehung zu emotionaler Erschöpfung bzw. Depersonalisation. Auf nicht
akzeptierte Gefühlsdarstellungen zurückzuführende emotionale Dissonanz ("faking in
bad faith") hat demgegenüber keine eigenständige Erklärungskraft.
Die Beanspruchungssituation in der stationären Altenpflege nach Einführung der
Pflegeversicherung: Ergebnisse einer Verlaufsstudie (Ausgabe 3/99)
Autoren: Andreas Zimber, Anja Albrecht und Siegfried Weyerer
Schlüsselwörter: Beanspruchung; stationäre Altenpflege; Pflegeversicherung;
Verlaufsstudie
Zusammenfassung: Nach Einführung der 2. Stufe der Pflegeversicherung ist die
stationäre Altenhilfe mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert. Durch die Zunahme
des Pflege- und Betreuungsbedarfs bei reduziertem Personalstand ist zu erwarten, daß die
Beanspruchung des Altenpflegepersonals zunehmen. Zur Überprüfung führten wir eine
Verlaufsstudie in 15 Alten- und Altenpflegeheimen in Mannheim durch. Die 1. Erhebung
(N=304) fand im Mai/ Juni 1996 unmittelbar vor, die 2. (N=243) ein Jahr und die 3. (N=213)
zwei Jahre nach der Einführung der Pflegeversicherung statt. 80 Personen nahmen 1996,
1997 und 1998 an der Verlaufsstudie teil. Die Ergebnisse bestätigen, daß erhebliche
Veränderungen in der Beanspruchungssituation stattgefunden haben: Bei rückläufigem
Personalstand stiegen Diskrepanzen zwischen Berufserwartungen und Berufsrealität
signifikant an; die organisationalen Ressourcen nahmen z.T signifikant ab. Die
Beanspruchung stieg hochsignifikant an, was sich vor allem auf die wachsende Kluft
zwischen Erwartung und Realität zurückführen ließ. Zur Vermeidung negativer
gesundheitlicher Folgen sind sozialpolitische und betriebliche Maßnahmen dringend
erforderlich.
Belastungen und Ressourcen an Call Center-Arbeitsplätzen (Ausgabe 3/99)
Autoren: Amela Isic, Christian Dormann und Dieter Zapf
Schlüsselwörter: Call Center; Dienstleistung; Belastung; Ressourcen
Zusammenfassung: Call Center gehören gegenwärtig zu den boomenden Zweigen im
Dienstleistungsbereich. In der vorliegenden Studie wurden Arbeitsbedingungen von 250 Call
Center Beschäftigten analysiert, deren Tätigkeit im wesentlichen darin besteht, am
Telefon Gespräche mit Kunden zu führen. Die Arbeitsplätze zeichnen sich im Vergleich zu
zwei Stichproben von Verwaltungs- und Bankangestellten vor allem durch sehr niedrige
Handlungs- und Zeitspielräume aus. Dies gilt insbesondere dann, wenn ausschließlich
Kundenanrufe entgegen genommen (inbound) und nicht auch selbst Kunden angerufen werden
(outbound). Weiterhin sind Handlungs- und Zeitspielräume besonders niedrig, wenn die
durchschnittliche Dauer der Kundengespräche gering ist. Psychosomatische Beschwerden sind
bei den Call Center Beschäftigten signifikant höher als bei den anderen Stichproben.
Ganzheitliche
Aufgabengestaltung in der Krankenpflege. Ein Beitrag zur Verbesserung der Qualität
personenbezogener Dienstleistung im Krankenhaus (Ausgabe 3/99)
Autoren: Jürgen Glaser und André Büssing
Schlüsselwörter: Aufgabengestaltung; vollständige Tätigkeit; ganzheitliche
Pflege; Patientenorientierung; personenbezogene Dienstleistung
Zusammenfassung: Der Beitrag befaßt sich mit der Frage, inwieweit ganzheitliche,
patientenorientierte Aufgabengestaltung in der Krankenpflege realisiert bzw. realisierbar
ist und wie sie zur Verbesserung der Qualität in der personenbezogenen Dienstleistung
beiträgt. Ausgehend von Ansätzen der Arbeitsgestaltung werden zunächst Strukturen und
Prozesse dargestellt, die die Krankenpflege im Krankenhaus bestimmen und es werden
Ergebnisse zur partialisierten Aufgabengestaltung in der Krankenpflege berichtet. Aus
einem Modellprojekt zur Einführung einer patientenorientierten Bereichspflege werden
Möglichkeiten für eine ganzheitliche Aufgabengestaltung in der Krankenpflege
veranschaulicht und Perspektiven zur Verbesserung personenbezogener
Dienstleistungsprozesse im Krankenhaus diskutiert.
Funktionen des Prototyping
im Konstruktionsprozess (Ausgabe 4/99)
Autoren: Pierre Sachse, Sven Leinert, Martin Sundin und Winfried Hacker
Schlüsselwörter: Unterstützung von Entwurfstätigkeiten; Entwickeln &
Konstruieren
Zusammenfassung: In diesem Beitrag werden externe Unterstützungsmöglichkeiten
der anspruchsvollen geistigen Denktätigkeit des Konstruierens, insbesondere der frühen
Phasen des Entwurfsprozesses, vorgestellt, analysiert und bewertet. Das Unterstützen der
Konstrukteure gerade in den frühen Phasen ist zugleich ein Schlüsselproblem für
Effektivitätsverbesserungen. Es wird gezeigt, in welchen Phasen des
Konstruktionsprozesses welche Funktionen des Prototyping das Konstruieren unterstützen.
Aus den Analysen und Resultaten werden Konsequenzen für Unterstützungsmöglichkeiten und
-notwendigkeiten des konstruktiven Entwurfsprozesses abgeleitet.
Fitts' Gesetz bei Maus und Trackball: ein experimenteller Test zur ergonomischen
Bewertung von Computereingabegeräten (Ausgabe 4/99)
Autore: Henrik Zöller und Sigrid Konheisner
Schlüsselwörter: Fitts' Gesetz; Maus; Trackball; Computereingabegeräte;
Ergonomie; Design
Zusammenfassung: Zwei handelsübliche Computereingabegeräte (Microsoft Serial
Mouse & LogiTech Trackman) wurden in einem Langzeitversuch bezüglich ihrer
Handhabbarkeit bei einer repräsentativen Aufgabe verglichen. Das Experiment bestand aus
einfachen Zielbewegungen des Maus-, bzw. Trackball-Cursors vom Bildschirmrand zu einem
ruhenden Bildschirmobjekt hin mit anschließender Betätigung der Klicktaste
(Move-And-Click-Auf-gabe). Bei dieser repräsentativen Aufgabe ist die Bewegungszeit mit
dem Trackball im Schnitt, d.h. gemittelt über alle verwendeten Zielgrößen und Weiten,
129 ms langsamer als die Bewegungszeit mit der Maus (within-subjects-Design). Alle
Versuchspersonen sind auch nach einer ausgedehnten Trainingsphase von 19 Sitzungen mit der
Maus schneller als mit dem Trackball. Die Variation der Bewegungszeit mit der Zielweite
und -größe folgt bei beiden Geräten dem Fitts'schen Gesetz. Die verlängerte
Bewegungszeit für den Trackball erklärt sich möglicherweise dadurch, daß die
Teilbewegung zum Quittieren der Zielerreichung (Taste drücken) beim Trackball länger
dauert, u.a. weil sie mit dem Daumen (anstatt wie bei der Maus, mit dem Zeigefinger)
ausgeführt wird.
Europäische und internationale Normungsaktivitäten in den Bereichen
Arbeitssicherheit und Ergonomie dargestellt am Beispiel des manuellen Lastenhandhabens
(Ausgabe 4/99)
Autor: Karlheinz Schaub
Schlüsselwörter: Heben und Tragen von Lasten; Normung; CEN; EU - Richtlinien
Zusammenfassung: Seit mehr als 10 Jahren werden in ISO und CEN Normentwürfe zum
manuellen Heben und Tragen von Lasten entwickelt. Trotz kontroverser, teils politisch
motivierter Diskussion liegen in ISO und CEN nun zwei Normentwürfe zu diesem Thema vor.
Während sich der von der EU GD III mandadierte CEN Entwurf im Rahmen der
Maschinenrichtlinie an den Konstrukteur von Maschinen wendet und ihm Leitregeln bei der
Maschinengestaltung bezüglich des manuellen Heben und Tragens von Lasten an die Hand
gibt, sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer Zielgruppe des ISO Entwurfes. In diesem Fall zielt
die Norm auf die Gestaltung der Arbeitsplätze bei der Nutzung der Maschine. Der
vorliegende Beitrag beschreibt die Normungsregeln bei CEN und ISO und gibt wesentliche
Inhalte der Normentwürfe wieder, zeigt die Beziehungen zwischen CEN und ISO in diesem
Themenbereich auf und ordnet beide Entwürfe in das System dualer Arbeitssicherheit in
Europa ein.
Empfindung und Bewertung von Zugluft (Ausgabe 4/99)
Autoren: Barbara Griefahn, Ulrike Gehring und Christa Künemund
Schlüsselwörter: Zugluft; subjektive Beeinträchtigung; Luftgeschwindigkeit;
Turbulenz-grad; Lufttemperatur; körperliche Aktivität; Draft-Rating Modell (ISO 7730)
Zusammenfassung: In 6 Versuchsreihen mit 107 Probanden (33 Frauen, 74 Männer, 18
bis 51 Jahre) wurde die subjektive Beeinträchtigung durch Zugluft in 826 einstündigen
Sitzungen erfasst. Mittlere Luftgeschwindigkeiten, Turbulenzgrade, Strömungsrichtungen
(horizontal, vertikal, diagonal), Lufttemperaturen und Energieumsätze wurden systematisch
variiert, während der einzelnen Sitzungen aber konstant gehalten. Die Beeinträchtigung
durch Zugluft nahm mit der Luftgeschwindigkeit und/oder mit dem Turbulenzgrad zu, ebenso
mit niedrigeren Lufttemperaturen und/oder mit niedrigeren Energieumsätzen, während die
Strömungsrichtung keinen Einfluss hatte. Da das Zugluftempfinden weder durch das in DIN
EN ISO 7730 (1995) propagierte noch durch das daraus weiterentwickelte 'Draft-Rating'
Modell (Toftum 1994a) zufriedendstellend beschrieben werden konnte, wurde das
Bewertungsverfahren von Toftum (1994a) modifiziert. Mit dem resultierenden Modell läßt
sich der Anteil der durch Zugluft beeinträchtigten Personen hinreichend genau schätzen
(r = 0.726, p<0.001). Es deckt weitere Bereiche der Lufttemperatur und der
Energieumsätze ab und stellt somit eine wesentliche Erweiterung des Zugluftmodells in DIN
EN ISO 7730 dar.
Nutzung von Kommunikationsmedien unter Telearbeit - Ein Erfahrungsbericht (Ausgabe
4/99)
Autoren: André Büssing, Patrick Broome und Sandra Aumann
Schlüsselwörter: Telearbeit; Kommunikationsmedien; Medienwahl; Qualifizierung
Zusammenfassung: Es wurden Experten acht führender Unternehmen der Industrie,
der Finanz- und Versicherungsdienstleistung sowie der Informations- und
Kommunikationstechnik mit Aufgaben in Forschung, Beratung, Service und Produktion unter
anderem nach ihren Erfahrungen hinsichtlich der Nutzung verschiedener Kommunikationsmedien
und der Qualifizierung unter Telearbeit befragt. Den Erfahrungsbericht geben wir hier
sozusagen aus erster Hand weiter. Neben Überlegungen zur technischen Realisierung
telekooperativer Arbeitsorganisation belegen die Ausführungen der Befragten das
beachtliche organisationsverändernde Moment der Telearbeit aufgrund veränderter Nutzung
von Kommunikationsmedien; dem sollte durch Einbezug der Mitarbeiter in den
Implementierungsprozeß sowie durch Schulung und Qualifizierung von Vorgesetzten und
Mitarbeitern entsprochen werden. Abschließend werden Kosten und Nutzen der Telearbeit vor
dem Hintergrund der Erfahrungen der befragten Unternehmen diskutiert.
Lebens- und Arbeitssituation von nachtschichtarbeitenden Frauen in der
Automobilbranche - Eine empirische Studie in einem Automobilwerk und in fünf
Automobilzulieferbetrieben (Ausgabe 4/99)
Autoren: Karen Spannhake und Gine Elsner
Schlüsselwörter: Nachtschichtarbeiterinnen; Automobilbranche; alte und neue
Bundesländer; Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität
Zusammenfassung: Mitte 1994 wurde ein neues Arbeitszeitrecht verabschiedet, nach
dem es bundeseinheitlich möglich ist, Arbeiterinnen auch im produzierenden Gewerbe nachts
zu beschäftigen. Im Frühjahr 1998 wurden in insgesamt fünf Betrieben schriftliche
Befragungen von Nachtschichtarbeiterinnen durchgeführt. Die Fragestellung lautete, wie
schätzen Frauen ihre Arbeitssituation und ihre gesundheitliche Situation ein. Insgesamt
waren 405 Arbeiterinnen aus der Automobilbranche in die Befragung einbezogen. Gut die
Hälfte (213) der Befragten kommen aus den neuen, die andere Hälfte (192) aus den alten
Bundesländern. Parallel hierzu wurden im gleichen Zeitraum elf persönliche Interviews
mit Nachtschichtarbeiterinnen zu dem Thema durchgeführt. Hierzu wurde ein sechster
Betrieb aus Hessen in die Untersuchung einbezogen. Ergebnis ist, daß 57% die Nachtschicht
gut finden. Vor allem Frauen aus dem Westen. Aber 31% meinen, daß ihre Gesundheit
schlechter geworden ist. Diese Angaben machen mehr Befragte aus dem Osten. Einerseits
werden die Vorteile dieser Arbeitszeitform (Vereinbarkeit mit familiären Aufgaben,
Kinderbetreuung u.a.) in den Vordergrund gerückt, gleichzeitig aber die negativen Folgen
für die Gesundheit und die sozialen Bedürfnisse deutlich gemacht.
Organisationale Demokratie - Anregungen für innovative Arbeitsformen jenseits
bloßer Partizipation? (Ausgabe 4/99)
Autor: Wolfgang G. Weber
Schlüsselwörter: Organisationale Demokratie; Mitbestimmung; Selbstverwaltung;
Partizipation; Organisationsgestaltung; Erfolgsfaktoren
Zusammenfassung: Einige prinzipielle und aktuelle Bezüge des
Forschungsgegenstands Organisationale Demokratie zu arbeitswissenschaftlichen
Fragestellungen werden vorgestellt. Kriterien zur Unterscheidung demokratischer und
nicht-demokratischer Partizipationsniveaus werden vorgeschlagen. Im Zusammenhang mit
demokratisch verfaßten Reform-, selbstverwalteten sowie kommunitären Unternehmen (z.B.
Kibbutzim) werden Verbreitungsgrade, Formen, Inhalte, Voraussetzungen und Probleme von
Organisationaler Demokratie beschrieben. Resultate über Zusammenhänge von demokratischen
Unternehmensstrukturen mit arbeits- und organisationspsychologisch sowie
arbeitssoziologisch relevanten Kriterien, z.B. Arbeitsmotivation, Arbeitszufriedenheit,
Kooperationsbereitschaft, prosozialen Orientierungen, politischem Engagement und
Wirtschaftlichkeit werden zusammengefaßt. Vor dem Hintergrund aufgefundener inhaltlicher
und methodologischer Desiderate werden Anregungen für zukünftige Forschungen und für
die Übertragung einiger Erkenntnisse auf innovative klein- und mittelständische
Unternehmen formuliert.
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